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Die Gleisen am Strahlenberger Weg sind gefährlich. Der Ortsbeirat um Vorsteher Christian Becker (CDU) fordert einen Zaun, damit man nicht mehr über die Gleise laufen kann. Die Stadt lehnt das aber ab.

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Kein sicherer Bahnübergang

Immer wieder überqueren Jung und Alt verbotenerweise ebenerdig die Bahngleise zwischen Gerbermühlstraße und Strahlenberger Weg. Der Ortsbeirat fordert daher den Magistrat auf, das Areal einzuzäunen. Die Stadt indes sieht keinen Handlungsbedarf.

An den Bahngleisen zwischen Gerbermühlstraße und Strahlenberger Weg rauschen immer wieder Züge vorbei. Je mehr der Nachmittag in den Abend übergeht, desto mehr Menschen, darunter zahlreiche Jugendliche in Turnschuhen und Sportkleidung, erklimmen die in die Jahre gekommene Metallbrücke, die einen sicheren, aber unbequemen Übergang gewährleistet. Ihren Fragen nach dem Weg zufolge sind einige davon zum ersten Mal auf dem Weg zum Fußballtraining bei einem der beiden Vereine, dem SV Sachsenhausen und der VfL Germania 1894, die ihre Heimat auf dem nahe gelegenen Sportplatz Mainwasen haben.

Neben sportlichen Aktivitäten haben auch die zunehmende Wohnbebauung auf der Südseite der Schienen und die Erweiterung der Mühlbergschule den Fußgängerverkehr an dieser Stelle verstärkt. Bereits 2017 boten Hinweise und Fotos besorgter Anwohner und Eltern dem Ortsbeirat Anlass, den Magistrat um eine bessere Absicherung der Gleise zu bitten. Immer wieder wurden und werden junge und ältere Leute gesichtet, wie sie diese verbotenerweise ebenerdig überqueren.

Doch bislang wurde das Ansinnen von den Stadtoberen abgelehnt. Dabei hatte das Stadtteilparlament zuletzt sogar angeboten, für das Errichten eines mindestens zwei Meter hohen, begrünten Maschendrahtzauns zumindest auf der nördlichen Seite bis zu 3000 Euro aus der eigenen Kasse in die Hand zu nehmen und die Maßnahme selbst zu finanzieren.

Der zuständige Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) kann nicht verstehen, warum die Stadt das Ansinnen ablehnt. „Kinder haben nur gewisse Möglichkeiten, Gefahren zu erkennen“, betont der Gymnasiallehrer. Sie könnten schwer die wahren Geschwindigkeiten eines Zuges einschätzen. SPD-Kollege Jan Binger, der sich zuerst mit dem Thema befasst hatte, ergänzt: „Ein Zaun hätte eine lebensrettende Wirkung.“ Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich die Stadtoberen der Begrenzung verweigerten.

Eine Sprecherin der Bahn erklärte auf Anfrage, dass es „keine Bedenken“ gegen eine solche Maßnahme in kommunaler Trägerschaft gäbe. Die im gleichen Schreiben angesprochene Einfriedung, die als Basis dafür bereits existiere, ist nur noch in Resten vorhanden, stark beschädigt und heruntergetreten. Man müsste sie höher ziehen, verlängern und verstärken, die schon wachsenden Brombeerranken könnten daran entlang wachsen, und ein in der Regel abgeschlossenes Tor würde Befugten im Bedarfsfall den Zugang ermöglichen.

Der Wall auf der anderen Seite, der vom illegalen Überschreiten der Gleise abhalten soll, reicht nach Auffassung der Stadtteilpolitiker zur Sicherung der Anlage nicht aus. Zumal eine kleine Diensttreppe auf ihn hinauf führt, die lediglich durch ein Schild als Verbotszone markiert, aber nicht abgesperrt ist. Becker und Binger gehen jedoch davon aus, dass diese so gut wie niemand mehr nutzen würde, sollte es gegenüber keinen hindernisfreien Weg zur Straße mehr geben.

Die SPD hatte sich in ihrem ursprünglichen Antrag dafür eingesetzt, auch am Strahlenberger Weg bis zum Bärengarten eine zusätzliche Sicherung anzubringen, indem man beispielsweise den vorhandenen Holzzaun, durch den man leicht hindurchklettern kann, zusätzlich mit Maschendraht sichert und die Böschung bepflanzt. Von dieser „großen Lösung“ ist man laut Becker erst mal abgekommen, um überhaupt eine Einigung und entscheidende Fortschritte in dem Fall zu erzielen.

Im Juni wurde eine erneute Anfrage an den Magistrat verabschiedet, Gründe dafür zu benennen, was der „Installation eines begrünten Maschendrahtzaunes aus dem Budget des Ortsbeirates 5 entgegensteht. Auf eine Antwort wartet man laut Binger bislang vergeblich.

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