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Sachsenhausen

Sachsenhausen: Inklusives Projekt für junge Kicker

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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SV Sachsenhausen plant Trainingsangebot für Kinder mit Handicap. Das Sportamt beteiligt sich an dem inklusiven Projekt.

Die ungeklärte Situation mit der Sportanlage in Sachsenhausen ist in diesen Tagen wieder häufiger Thema beim Fußballverein SV Sachsenhausen, der sich die Sportstätte mit dem VfL Germania teilt. „Wir brauchen politische Statements zu dem Thema“, sagt Maurice Skowronek, Vorstandsmitglied beim SV, auch mit Blick auf die aktuellen Koalitionsverhandlungen. Gibt es eine neue Stadtregierung, könnten sich auch die Pläne für die Sportanlage wieder ändern.

Bisher ging man in Sachsenhausen davon aus, dass man zukünftig auf ein neues Gelände auf den Oberräder Feldern entlang der Offenbacher Landstraße ziehen würde. Dort sollte eine neue Sportanlage für beide Sachsenhäuser Vereine errichtet werden.

Nun aber bestünde wohl auch wieder die Option, auf dem bisherigen Gelände an der Gerbermühlstraße zu bleiben. Auch damit könnten die Verantwortlichen beim SV leben, allerdings nur, wenn dann ein neuer Kunstrasenplatz geschaffen würde und die maroden Räumlichkeiten (Umkleiden, Vereinsheim, etc.) abgerissen und neu aufgebaut würden. Seit zwei Jahren herrscht Unklarheit über die zukünftige Spielstätte. Mit der neuen Koalition, so hoffen alle Beteiligten, würde es nun bald zu einer Entscheidung kommen.

Doch auch ohne das konkrete Wissen über die zukünftige Anlage laufen beim SV Sachsenhausen die Pläne für ein weiteres inklusives Projekt. Dabei wird der Verein weiter von der Unternehmensgesellschaft Im-Pulse rund um Jürgen Medenbach unterstützt. Im-Pulse organisiert seit einiger Zeit unter anderem das inklusive Fußballcamp mit, das in den Ferien auf dem Gelände des SV durchgeführt wird. Im Camp kicken Kinder mit und ohne Behinderung zusammen. „Nun wollen wir einen Schritt weitergehen“, sagt Medenbach.

Nach den Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie wolle man ein zusätzliches Trainingsangebot für Kinder mit Handicap ins Leben rufen. Viele Eltern, deren Kinder am Fußballcamp teilgenommen haben, hätten sich solch ein Angebot gewünscht. Im-Pulse und der SV haben deshalb ein Konzept entwickelt. Dieses sieht zunächst rund fünf Kinder im Alter ab sechs Jahren vor, die einmal pro Woche auf die Anlage trainieren kommen.

Unterstützung erhält man dabei vom städtischen Sportamt, dass die Finanzierung von anderthalb Übungsleiterstellen zugesagt hat. Im Idealfall sollen zwei bis drei Trainer:innen die Kinder betreuen. Deshalb gelte es jetzt auch, diese Betreuer:innen zu finden und sie dann noch adäquat zu schulen, da unterschiedliche Handicaps ein breites Wissen benötigen.

Später sollen die Kinder dann nach Möglichkeit in die bestehenden Jugendmannschaften eingebunden werden, um den Inklusionsgedanken zu komplettieren. „Dann müssen wir auch die Eltern mit einbinden“, sagt Alexander Radomski, 1. Vorsitzender des Vereins. Es wäre durchaus möglich, dass von dort Vorbehalte kommen könnten. Auch weil es bedeuten könnte, dass nicht immer die Besten spielen, sondern alle Kinder gleichermaßen. „Es geht eben nicht immer nur ums Gewinnen“, sagt Radomski. Diesen Gedanken, zusammen mit einer positiven Fehlerkultur und ohne Leistungsdruck versuche man aber bereits jetzt in allen Mannschaften des SV zu vermitteln.

Das Thema Inklusion ist beim SV Sachsenhausen seit 2016 stark verwurzelt. Damals wechselte ein Inklusionsprojekt, bei dem psychisch kranke Menschen und nicht erkrankte gemeinsam Fußballspielen aus Niederrad in den benachbarten Stadtteil. 2018 gründete sich die Unternehmensgesellschaft Im-Pulse. Seit jener Zeit gibt es auch vier Herrenmannschaften beim SV. Die erste und zweite Mannschaft sowie zwei Somas (Sondermannschaft).

In den Sondermannschaften spielen neben Suchtabhängigen, psychisch Kranken und Flüchtlingen auch Menschen ohne solche Erfahrungen. Seit einigen Jahren spielen aber ebenfalls ehemalige Spieler aus einer Soma in den beiden anderen Herrenteams. So soll die Inklusion alle Mannschaften durchdringen.

„Es hat aber einiges an Überzeugungsarbeit im Verein gebraucht und braucht sie noch immer“, sagt Jürgen Medenbach. Mit dem Gedanken, dass nicht immer der Beste spielt, müsse man sich eben erst anfreunden. In der Führungsspitze des SV ist man aber gewillt den Weg weiterzugehen.

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