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Die Frankfurter Sparkasse an der Mörfelder Landstraße hat inzwischen geschlossen. 

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Hoffen auf einen Bankautomaten

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Bewohner der Heimatsiedlung kritisieren den Mangel an Infrastruktur. Wer zur Bank oder Post möchte, muss weite Wege in Kauf nehmen.

Der Stadtteil verändert sich, sagt Karl-Heinz Neumann. Die Infrastruktur verschwinde nach und nach. Der 81-Jährige wohnt seit 1964 in der Heimatsiedlung. Vor allem stört ihn, dass die Sparkasse an der Mörfelder Landstraße geschlossen hat. Im Dezember machte die Filiale dicht. Sie habe sich betriebswirtschaftlich nicht mehr gelohnt, da immer weniger Kunden kämen, hatte die Sparkasse die Schließung begründet.

Der Weg zum Schweizer Platz, zur nächsten Sparkasse, sei für viele zu weit, sagt Neumann. Denn es lebten viele ältere Menschen in der Siedlung, zwei Altenheime befänden sich unmittelbarer Nähe. Gerade für die Senioren sei der Weg beschwerlich. Wenigsten ein Geldautomat hätte bleiben müssen, so Neumann. „Es ist ein Unding, dass die Politik hier nichts tut.“

Der Ortsbeirat 5 zumindest, hatte sich ebenfalls für einen Ersatz der Sparkasse eingesetzt. „Wir hoffen mit unserem Antrag wenigstens eine mobile Möglichkeit zu erhalten“, sagte Marlis Gutmann (Linke) in der vergangenen Sitzung, in der Neumann seine Sorgen vorgetragen hatte.

In dem Papier der Linken hatte die Fraktion nochmals auf die Notwendigkeit hingewiesen. Im Umkreis der Filiale wohnten mehr als 6000 Menschen – 3700 in der Kisselsiedlung, 2200 in der Heimatsiedlung sowie mehr als 250 in der Altenwohnanlage Riedhof. „Viele davon haben ihre Konten bei der Sparkasse und sind alt.“ Bereits seit mehreren Jahren sei auch die Post weg, man bekomme nun nicht mal mehr Briefmarken dort, ärgert sich Neumann.

Auch Probleme mit der Müllabfuhr

Dabei wollten sicher viele Anwohner mal eine Geburtstagskarte schreiben. Es gebe zwar einen Laden, der Pakete annehme, aber Briefmarken bekomme man dort nur gelegentlich. So müsse man bis zur Post am Südbahnhof fahren. Die Tickets für rund fünf Euro könnten sich viele nicht leisten, sagt Neumann. Denn es lebten auch viele Hartz-IV-Bezieher und Menschen mit geringem Einkommen in der Gegend.

„Sie haben Recht“, sagt Martin-Benedikt Schäfer (CDU). Der Ortsbeirat könne nur Druck machen, die Möglichkeiten seien begrenzt. Aber Hand in Hand könne man vielleicht doch etwas erreichen, hofft Schäfer.

Mit der Müllabfuhr gebe es ebenfalls Probleme, sagt Neumann. Die Gelbe Tonne werde so gut wie nicht mehr abgeholt. Darum würde die Mülltrennung vernachlässigt. Bei der FES habe er angerufen, die sagten sie kämen alle zwei Wochen. Das stimme aber nicht. Thomas Murawski (SPD) erinnert an einen Antrag, die Heimatsiedlung in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ mit aufzunehmen. Der sei leider abgelehnt worden. „Es wurde abgestritten dass es dort Probleme gibt, das kann nur jemand ablehnen, der nie dort war.“

Eine Anwohnerin kritisiert darüber hinaus, dass in der Siedlung in der Ferienzeit alles zugeparkt sei. „Die Menschen stellen hier ihr Auto ab und fahren mit dem 61er Bus zum Flughafen.“ Drei Wochen stünden die Autos mitunter dort. Sie würde sich wünschen, dass Anwohnerparken eingerichtet und Autos abgeschleppt werden.

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