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Abdullah Özdemir vor seinem Geschäft an der ehemaligen Rennbahn. 

Frankfurt-Sachsenhausen

Sachsenhausen: Blumen Tugba an der Rennbahn droht das Aus

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Geplanter Bürgerpark könnte beliebte Geschäft verdrängen. Geschäft nutzt die alten Stallungen, die sollen abgerissen werden.

Es sind bunte Farbtupfer an dem sonst eher grauen Verkehrsknotenpunkt Niederräder Landstraße/Rennbahnstraße: die vielen Tulpen-, Gerbera- und Rosensträuße des Blumenstands Tugba direkt an der alten Rennbahn. Der Stand nutzt heute die alten Pferdeställe als Lager- und Kühlräume. Nun ist jedoch unklar, ob diese Lagerräume erhalten bleiben.

Seitdem die Rennbahn 2015 geschlossen wurde, fürchten die Inhaber Abdullah und Sündüs Özdemir um ihre Existenz. Bereits 2018 sollten sie ihren Arbeitscontainer direkt hinter dem Stand entfernen, da dieser nun im Naturschutzgebiet stehe. Das Gelände gehört heute dem Grünflächenamt. Dank Unterstützung aus dem Ortsbeirat steht der Container aber noch.

Im kommenden Jahr jedoch soll das gesamte Gelände umgebaut werden. Während der Deutsche Fußballbund am südlichen Ende baut, soll im nördlichen Teil, da wo jetzt noch die Stallungen samt Blumenladen stehen, ein Bürgerpark entstehen. „Wir haben große Angst, dass die Stallungen deshalb abgerissen werden“, erklärt Abdullah Özdemir. Dann könne er den Blumenstand – der von der ganzen Familie geführt wird – nicht weiter betreiben.

Nicht nur er und seine Frau hätten dann kein Einkommen mehr, auch Sohn und Tochter verlören ihre Arbeit. „Diese Räume sind für den Betrieb notwendig, da wir für die Lagerung der Blumen auf Strom und Wasser angewiesen sind“, sagt Özdemir. Der zuständige Ortsbeirat 5 will sich deshalb für die Standbetreiber einsetzen: In einem von allen Fraktionen gestellten Antrag, der in der kommenden Sitzung verabschiedet werden soll, fordern die Parteien den Erhalt von Blumen Tugba.

Treibende Kraft im Ortsbeirat war Ingrid Leng von den Bürgern für Frankfurt (BFF). Sie kennt das Ehepaar Özdemir schon viele Jahre und ist Stammkundin. „Der Stand ist der Treffpunkt im Stadtteil“, berichtet sie. Jeder kenne die Özdemirs und komme gerne zu ihnen.

Außerdem sei die Lage für einen Blumenstand ideal. Nicht nur die Anwohner nutzten das Angebot. Auch die Besucher der Unikliniken, sowie des benachbarten Seniorenheims und vorbeifahrende Arbeitnehmer der Niederräder Bürostadt kauften ihre Blumen vor Ort.

Dazu kommt, dass Blumen Tugba sich inzwischen zu einem stadtweiten Lieferservice für Hochzeiten, Trauerfeiern und Friedhöfe entwickelt habe. „Wir bekommen drei Mal pro Woche frische Blumen aus Holland“, berichtet Özdemir.

„Da sich alle Fraktionen meinem Antrag für die Özdemirs angeschlossen haben, sehen wir, dass das Interesse am Erhalt von Blumen Tugba im Stadtteil enorm ist“, sagt Leng. Sie hofft den Stand der Özdemirs so retten zu können.

Außer dem Antrag zu Blumen Tugba will das Stadtteilgremium in seiner kommenden Sitzung über einen fraktionsübergreifenden Antrag für mehr musikalische Förderung in lokalen Kitas abstimmen.

Der Ortsbeirat 5tagt am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr, in den Räumen der Suchthilfe Fleckenbühl-Frankfurt, Kelsterbacher Straße 14.

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