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Paradiesplatz: „Unser Weihnachtsmarkt ist ein Statement“

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Von: Sebastian Theuner

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Uli Schlepper und Jürgen Vieth (v.l.) beleben bereits zum sechsten Mal den Platz vor dem Paradieshof in Alt-Sachsenhausen mit ihrem Weihnachtsmarkt.
Uli Schlepper und Jürgen Vieth (v.l.) beleben bereits zum sechsten Mal den Platz vor dem Paradieshof in Alt-Sachsenhausen mit ihrem Weihnachtsmarkt. © Rolf Oeser

Mit ihrem Weihnachtsmarkt auf dem Sachsenhäuser Paradiesplatz wollen Uli Schlepper und Jürgen Vieth für Alt-Sachsenhausen werben. Vom 2. bis 22. Dezember ist es wieder soweit.

Herr Schlepper, Herr Vieth, Alt-Sachsenhausen verbinden viele wilden Partys. Beißt sich das nicht mit friedlicher Vorweihnachtsstimmung?

Uli Schlepper: Das beißt sich überhaupt nicht. Wir hatten in den vergangenen Jahren nie das Problem, dass laute Junggesellenbanden über den Paradiesplatz schwadroniert wären. Zu uns kommen vor allem Familien mit Kindern und Leute, die sich mit dem Stadtteil identifizieren und ihn beleben wollen.

Sie wollen das Image des Viertels aufpolieren?

Schlepper: Ziel ist zu zeigen, dass das Viertel mehr kann. Wir bieten ein Angebot, das die Leute anspricht. Das hat eine positive Außenwirkung. Uns ist wichtig, dass nicht immer nur negativ über Alt-Sachsenhausen gesprochen wird.

Jürgen Vieth: Was man bei dem Viertel vergisst, ist, dass man sowohl für Jugendliche als auch für Ältere kaum ein Angebot findet. Dabei wohnen viele Senioren schon ihr ganzes Leben hier. Von ihnen bekommen wir viel Unterstützung.

Warum ein Weihnachtsmarkt? Die Konkurrenz ist groß.

Schlepper: Inzwischen gibt es in Frankfurt mehr Weihnachtsmärkte als 2015, als wir den Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt zum ersten Mal veranstaltet haben. Aber ein Weihnachtsmarkt zieht Leute an. Unser Markt ist klein und überschaubar. Wir haben nicht den Anspruch, dass es jeden Tag voll ist. Es ist mehr ein Statement. Wir haben Probleme mit Strom, Wasser, Müll. Aber wir machen es trotzdem.

Vieth: Hier gibt es mehr Sitzplätze und Überdachung als auf anderen Märkten. Auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt wird man durch die Menge geschoben, es gibt kaum Toiletten und man wird um 21 Uhr heimgeschickt. Wir haben bis 23 Uhr geöffnet und man kann die Toiletten im Oberbayern nutzen.

Was zeichnet Ihren Markt noch aus?

Zur Person

Uli Schlepper (53) führt eine Agentur, die Partys und Veranstaltungen vor allem in Frankfurt ausrichtet.

Jürgen Vieth (60) ist Inhaber mehrerer Kneipen und Gaststätten in Alt-Sachsenhausen, darunter das „Oberbayern“ und „Frau Rauscher“. Beide engagieren sich in der Initiative „AltSaxNeu“, die zu einem Wandel des Viertels Alt-Sachsenhausen beitragen will.

Den Weihnachtsmarkt veranstalten sie zum sechsten Mal. Er findet vom 2. bis 22. Dezember täglich von 16 bis 23 Uhr auf dem Paradiesplatz statt. Infos unter https://weihnachtsmarkt-altsachsenhausen.de/#Programm. sth

Schlepper: Die Bembelkrippe mit den Tieren. Auf der linken Seite des Paradieshofes hängen wir ein großes Banner auf, etwa fünf mal zehn Meter, darauf ist eine Krippe in Bembel-Optik. Am Fuß der Krippe liegt Heu aus für einen Esel und vier Ziegen, die wir von einem Zirkus bekommen und die von den Kindern mit Möhren und Äpfeln gefüttert werden können.

Vieth: Dann gibt es ein großes Kinderkarussell und das Rudelsingen kurz vor Weihnachten. Da sammeln wir Spenden, diesmal für den Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt / Rhein-Main.

Schlepper: Diesmal kommt ein ganzer Chor zum Rudelsingen. Zusammen mit den Besuchern stehen dann etwa 500 bis 600 Leute auf dem Platz.

Was ist kulinarisch geboten?

Vieth: Es gibt Feuerzangenbowle, Crêpes, Glühwein, heißen Apfelwein, einen Spirituosen-Stand und ein Weinzelt. In der Grillhütte gibt es Sachsenhäuser Spezialitäten. Neu ist die „Hummus Küch‘“, ein Laden in der Textorstraße, der vegetarische und vegane Speisen anbietet.

Spüren Sie die Inflation und die gestiegenen Energiekosten?

Vieth: Der Glühwein kostet 3,50 Euro, das ist günstiger als in der Innenstadt. Kinder zahlen dienstags von 16 bis 19 Uhr je 1,50 Euro für Karussell und Punsch. Für Studenten kostet der Glühwein donnerstags nur zwei Euro. Unsere Stände haben LED-Beleuchtung. Und als Initiative „AltSaxNeu“ bekommen wir von der Stadt einen Zuschuss. Auch das hilft.

Interview: Sebastian Theuner

Ein Kinderkarrussel darf nicht fehlen auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz.
Ein Kinderkarrussel darf nicht fehlen auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz. © Rolf Oeser

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