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Das kleine Kinderkarussell ist ein Magnet für Familien mit kleinen Kindern.

Sachsenhausen

Paradiesplatz mit Lebendkrippe

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Ein kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt für den Glühweingenuss ohne großes Gedränge.

Zu den Ziegen und zu dem Esel zieht es Antonia und ihren kleinen Bruder Michel am Samstagnachmittag als erstes hin. Es ist gerade dunkel geworden auf dem Paradiesplatz und bei dem kleinen Weihnachtsmarkt in Altsachsenhausen sind die Krippentiere aus Fleisch und Blut ein Highlight für die jüngsten Besucher. Antonia streckt einer Ziege ihre mitgebrachte Karotte durch einen Zaunspalt entgegen, die das Tier in das an einer Hauswand improvisierte Gehege zieht. An der Wand prangt darüber ein riesiges Transparent, auf dem ein hölzerner Bembel eine Krippe darstellt, samt der Figuren aus der Weihnachtsgeschichte. Aufgehängt haben es die Veranstalter der Initiative „AltSaxNeu“, die den Markt in diesem Jahr zum fünften Mal ausrichten.

Antonia ist mit ihren Eltern Sabrina und Kristian Schneider von Anfang dabei gewesen. „Wegen den Tieren, wegen dem Karussell und weil’s so schon leuchtet“, deshalb gefalle es der Sechsjährigen auf dem Markt besonders. In der Tat ist das kleine Kinderkarussell, an dem sich Familien tummeln, ein Magnet. Vater Kristian, der den jüngsten Sohn Carl auf den Schultern trägt, findet vor allem gut, dass der Markt für seine Familie leicht zu erreichen sei, die wenige hundert Meter entfernt in der Wallstraße wohnt. „Klein und gemütlich“, das gefalle ihm an dem Markt. Mutter Sabrina, die gerade vom Punsch holen zurück gekommen ist, sagt: „Auf den großen Markt, da gehen wir eigentlich nicht hin“. Zu voll und zu gefährlich sei der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt mit kleinen Kindern.

Ähnlich sehen es auch andere Besucher auf dem kleinen, alternativen Markt mit etwa zehn Ständen, bei dem die Feuerzangenbowle in einem riesigen Kochtopf auf einer Gasflamme dampft und neben Grüner Soße-Bratwurst mit Apfelsenf auch brasilianische und argentinische Speisen wie Empanadas und Tapioka angeboten werden. Bei mildem, jedoch regnerischem Wetter haben Ruth Wellhausen und Manfred Müller die überdachten Bierbänke in einem Unterstand den nassen, leer gebliebenen Bänken auf dem glänzenden Kopfsteinpflaster vorgezogen. Für die Sachsenhäuser ist klar, dass sie den Markt, wie in jedem Jahr besuchen. Bei rotem und weißen Glühwein sitzen sie in einer Vierergruppe zusammen. „Drübbe der Markt am Römer ist auch schön, aber sehr groß“, sagt Wellhausen und er fügt hinzu: „Hier kommt man auch mal mit Fremden ins Gespräch“. Sonst sei der Paradiesplatz „eigentlich tot“, sagt die 76-Jährige. „Schön ist, dass er durch so was belebt wird“. Und das spricht sich rum. Anke und Fritz, die ihre Nachnamen nicht verraten möchten, sind per S-Bahn aus Kelsterbach an der Hauptwache angekommen und – nach kurzer Internet-Recherche – schnurstracks nach dribbdebach gelaufen, nachdem sie die Menschenmengen auf dem Weihnachtsmarkt zwischen Hauptwache und Römer abgeschreckt hätten. Jetzt stehen sie bei heißem Apfelwein aus gerippten Mehrwegbechern an einem Stehtisch. „Es wirkt nicht so, als wäre man in der Großstadt“, sagt die 28-Jährige.

Ihr ein Jahr jüngerer Partner fügt zum Treiben auf der anderen Mainseite hinzu: „Die anderen Märkte waren uns viel zu voll“. Am Paradiesplatz sei es eine „viel, ruhigere Atmosphäre“.

Täglich von 16 bis 23 Uhr  ist der Weihnachtsmarkt am Paradiesplatz noch bis zum 22. Dezember geöffnet. Weitere Infos: www.weihnachtsmarkt-altsachsenhausen.de.

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