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Ortsbeirat uneinig bei Mainkai-Sperrung

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Von: Sebastian Theuner

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Der Mainkai soll 2026 gesperrt werden.
Der Mainkai soll 2026 gesperrt werden. © Renate Hoyer

Die Grünen scheitern mit Ideen zur Verkehrsführung, sollte es wieder zu Sperrungen am Main kommen.

Dass der nördliche Mainkai dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt wird, scheint nur eine Frage der Zeit. Laut dem Vertrag der Römerkoalition soll es ab 2026 so weit sein. Bereits von Sommer 2019 bis Sommer 2020 sowie in den vergangenen Sommerferien durften am nördlichen Mainufer keine Autos fahren. Durch Sachsenhausen rollte zu diesen Zeiten deutlich mehr Verkehr als üblich.

Die Grünen im Ortsbeirat 5 (Oberrad, Niederrad, Sachsenhausen) fordern deshalb, dass der Magistrat die Sachsenhäuser Bürger und Bürgerinnen bei der Planung zukünftiger Sperrungen stärker einbezieht. Mit ihren konkreten Vorschlägen fand die Fraktion auf der Gremiumssitzung am Freitagabend jedoch keine Mehrheit: Einzig die Linke unterstützte ihre Ideen.

Diese sahen vor, die Fahrstreifen auf dem Schaumainkai von drei auf zwei Spuren zu reduzieren und vor der Bergiusschule sowie dem Weltkulturenmuseum Zebrastreifen anzubringen. Ebenso wurden Aufteerungen in den Bereichen der Textor-, Steg- und Diesterwegstraße sowie eine Verkehrsberuhigung der Gutzkowstraße angeregt. Die Umfahrung der nördlichen Mainkais sollte statt über die Mörfelder Landstraße über die Berliner Straße ausgewiesen werden. Es müsse das Anliegen der Ortsbeirates sein, dass die Menschen im Süden nicht unter erneuten Sperrungen auf der Nordseite leiden, sagte Antragstellerin Sophie Gneisenau-Kempfert auf der Sitzung.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jan Binger hielt dagegen, dass es die Aufgabe der Stadt sei, zu ergründen, wie Sperrungen im Norden sinnvoll begegnet werden könne. Bevor man sich einzelnen Straßen mit dem Ziel einer Verkehrsberuhigung widme, sei zunächst eine Reduzierung des Gesamtverkehrsaufkommens nötig. „Nur dann wäre eine Mainkai-Sperrung für den Süden akzeptabel.“ Uwe Schulz, Fraktionsvorsitzender der FDP, verwies darauf, dass die angedachte dauerhafte Sperrung der Nordseite laut Römer-Plänen in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden werden solle. Ein solches Konzept könne er derzeit aber nicht erkennen.

Knut Dörfel, Fraktionsvorsitzender der Linken, unterstützte den Grünen-Antrag. Die vorgeschlagenen Maßnahmen seien sinnvoll; ein Gesamtkonzept könne man auch separat von der Vorlage fordern. Reinhard Klapproth (Grüne) bemängelte, dass Teile des Ortsbeirates gegenüber der Römer-Koalition als „Fundamentalopposition“ agieren würden. Der Verkehr in Sachenhausen nehme ohnehin seit Jahrzehnten ab. „Zu sagen, wir brauchen erst mal ein Gesamtkonzept, ist nicht zielführend.“

Hintergrund des Grünen-Antrages war der Schlussbericht des Magistrats zur ersten Sperrung des nördlichen Mainufers in den Jahren 2019 und 2020. Auch dieser wurde von Teilen des Ortsbeirates kritisiert. So bescheinigte Hans-Joachim Ober (CDU) dem Bericht „keinerlei Aussagekraft“, da etwa Messungen zu verkehrlichen Auswirkungen nur an einem Tag durchgeführt worden seien.

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