1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Sachsenhausen

Neues Konzept für Gewerbehallen in Sachsenhausen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stefanie Wehr

Kommentare

Die vier Macher und Macherinnen in den Gewerbehallen.
Die vier Macher und Macherinnen in den Gewerbehallen. © Faust, Michael

In der Wallstraße 11 läuft derzeit ein Weihnachtsmarkt. Zukünftig soll es dort einen Erzeugermarkt und kulturelle Veranstaltungen geben.

Die Zeit ist reif für etwas Neues in den Gewerbehallen an der Wallstraße 11. Wo bis vor vier Jahren jeden Samstag der „Markt im Hof“ lockte, sollen demnächst ein Erzeugermarkt sowie kulturelle Veranstaltungen stattfinden – genannt „Dribbde Markt“. Unter diesem Namen haben die Macher und Macherinnen, darunter Christiane Kern, Inhaberin des „Naschmarkts am Dom“, Alexander Zochowski vom Gewerbeverein Bahnhofsviertel und der dortigen Aktion „Auf ins Viertel“, Editha Zochowski, Tom Kastner, Markus Hechler und weitere Personen einen Verein gegründet.

Als Startschuss und Pilotprojekt hat die Gruppe jetzt den „Dribbde Bells“-Weihnachtsmarkt in den renovierten Hallen aufgebaut, der noch bis 23. Dezember täglich geöffnet ist. Der „einzige Indoor-Weihnachtsmarkt der Stadt“ bietet weihnachtliche Geschenkideen, Getränke und Essen vom Crêpes bis zur Bratwurst. Glühwein, Punsch, Kakao oder Kaffeespezialitäten können auch im Sitzen getrunken werden, drinnen und draußen stehen Biertische. Die Halle wurde renoviert und hell gestrichen, neue barrierefreie Toiletten wurden eingebaut. „Es soll ein entspannter Treffpunkt sein, von Freunden für Freunde“, so die Macher. Der Ende November eröffnete Markt komme gut an, vor allem bei jungen Leuten. „Aber wir haben keine bestimmte Zielgruppe, jung und alt sind willkommen.“

An den Marktständen wird Reichliches geboten: Retrospielzeug, springende Blechfrösche oder Tintins Mondrakete, Baumschmuck und Glitzerdeko, aber auch nostalgische Süßigkeiten, Printen und Bethmännchen und Frankfurterisches wie Eintracht-Mispelchen im Glas. Die Stände sollen künftig beim Erzeugermarkt „Anbietern zur Verfügung gestellt werden, die keinen eigenen Tisch oder Stand haben“, erklärt Christiane Kern. Das alles ist derzeit aber noch Zukunftsmusik.

Der kurzfristig anberaumte Weihnachtsmarkt ist als Pop-Up zu verstehen. „Mit dem Weihnachtsmarkt wollten wir die Dinge ins Rollen bringen und den Ort austesten, um zu sehen, was wir zukünftig noch brauchen“, sagt Alexander Zochowski. Ursprünglich wollten Zochowski und Markus Hechler zusammen mit weiteren Mitstreiter:innen in den Gewölbekellern unter dem Gelände, wo früher ein Irish Pub beheimatet war, einen Club eröffnen. Ein Wasserschaden verhinderte aber bislang die Pläne.

Da aber die Mutter der mit den beiden befreundeten Christiane Kern, Inka Kolb-Kern, die Besitzerin des Geländes ist, ihrerseits den Wunsch verfolgte, die Gewerbehallen wieder – im Sinne des Viertels – zu nutzen, kam die Idee auf, gemeinsam ein neues Konzept entwickeln.

Eine Wiederbelebung des samstäglichen Markts war seit Jahren im Brückenviertel im Gespräch. Doch vorige Initiativen scheiterten offenbar an gegensätzlichen Vorstellungen. Der Gewerbeverein ist am neuen Konzept nicht beteiligt. Dennoch möchte der neue Verein vor allem in die Nachbarschaft hineinwirken, es soll ein Treffpunkt entstehen, „wo man Nachbarn trifft, unkompliziert mit Kindern vorbeikommen kann und wo man gerne einkauft“, so Christiane Kern. Es soll keinesfalls zu laut werden, die Anwohner und Anwohnerinnen des Hofs sollen nicht gestört werden.

Geplant sind aber auch kleinere Konzerte – am Dienstag war etwa eine Jazz-Combo zu Gast -, Lesungen oder kulinarische Veranstaltungen. Zurzeit besteht eine Sondergenehmigung der Stadt, eine Gastronomie darf nicht einziehen. „Die Stadt ist aber sehr offen und unterstützt uns“, so Zochowski.

Der Weihnachtsmarkt „Dribbde Bells“ ist bis 23. Dezember täglich geöffnet: montags bis freitags von 15 bis 21.30 Uhr, samstags und sonntags ab 13 Uhr. Kinderbasteln wird montags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr angeboten, am Wochenende von 15 bis 18 Uhr.

Auch interessant

Kommentare