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Mit der U-Bahn bis zur Warte

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Von: Sebastian Theuner

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Der Ortsbeirat 5 fordert eine Verlängerung der Linie U1, U2, U3, U8 bis zur Sachsenhäuser Warte.
Der Ortsbeirat 5 fordert eine Verlängerung der Linie U1, U2, U3, U8 bis zur Sachsenhäuser Warte. © dpa

Der Ortsbeirat 5 setzt sich für eine Verlängerung der Linie ein.

Wer im Frankfurter Süden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kommt mit der U-Bahn nicht sonderlich weit. Die A-Strecke, zu der die Linien U1, U2, U3 und U8 gehören, endet am Südbahnhof. Spätestens dort müssen Fahrgäste auf Busse, Straßenbahnen oder auch die S-Bahn ausweichen.

Während die unterirdische Schnellbahn im Norden bis nach Oberursel und Bad Homburg fährt, ist im Süden mitten im Stadtgebiet Schluss. Dabei wurde die U-Bahn-Linie in den Neunzigerjahren einst bis nach Neu-Isenburg geplant. Daran erinnert ein gemeinsamer Etatantrag der Fraktionen von CDU, SPD und FDP im Ortsbeirat 5, der auf der Sitzung des Gremiums am Freitagabend behandelt wurde. Ziel der Vorlage: die Verlängerung der U-Bahn-Linie bis zur Sachsenhäuser Warte sowie die Einrichtung einer Park-and-ride-Anlage.

Nach dem Willen der Fraktionen soll der Magistrat hierfür Geld im Rahmen des diesjährigen Haushalts einplanen. Die ursprünglich geplante Linienführung über die Stadtgrenze hinaus sei immer weiter nach hinten verschoben und letztlich aufgegeben worden, heißt es in dem Antrag. Zumindest ein Ausbau in Richtung Sachsenhäuser Warte sei aber nach wie vor dringend erforderlich. „Durch das neue Wohngebiet am Henninger Turm besteht Bedarf, die Buslinie reicht nicht aus“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Uwe Schulz in der Sitzung.

Es sei wichtig, dass man im Rahmen der Mobilitätswende „heute investiere“, mahnte Jan Binger, Vorsitzender der SPD-Fraktion, an. Die Thematik werde bereits seit Ende der Siebzigerjahre diskutiert; eine Verlängerung der U-Bahn wäre nun „das richtige Zeichen“. Busse würden häufig im Sachsenhäuser Stadtverkehr feststecken und kämen nur langsam voran. Man müsse daher „größer denken“.

Damit widersprach Binger Stimmen aus der Fraktion der Grünen. Deren Vorsitzender Reinhard Klapproth hatte sich für eine „oberirdische Verbindung“ starkgemacht. Das Projekt der U-Bahn hält er für „wenig attraktiv: Die Menschen würden weiterhin zum Südbahnhof laufen.“ Der Bereich um die Sachenhäuser Warte müsste für den Bau bergmännisch erschlossen werden, zudem sei der Reisezeitvorteil durch die U-Bahn nur gering, glaubt Klapproth.

Fraktionskollegin Angelika von der Schulenburg verwies auf die Möglichkeit von Expressbussen, die eine eigene Fahrspur nutzen könnten. Zudem bezweifelte sie, dass der vorgesehene Park-and-ride-Parkplatz direkt an der Sachsenhäuser Warte eingerichtet werden könne, da dort der Platz fehle. Ein erheblicher Fußweg zwischen U-Bahn-Station und Parkplatz wäre die Folge, was vor allem im Winter unattraktiv sei, wie sie sagte.

Dem entgegnete Martin-Benedikt Schäfer (CDU), dass dieser Argumentation nach „die Leute im Winter dann auch nicht an einer Bus- oder Straßenbahnhaltestelle stehen werden“. Er frage sich, warum die Grünen ihre Ideen nicht in einem eigenen Antrag formuliert hätten. „Wir leben in einer Metropolregion. Die U-Bahn wäre richtig“, betonte Schäfer. Die Vorlage erhielt im Gremium mehrheitlich die Zustimmung, einzig die Fraktionen der Grünen und Linken votierten dagegen.

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