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Bald gibt es deutlich weniger Stände auf dem Flohmarkt. 

Schaumainkai

Halb so viel Platz für Frankfurter Flohmarkt

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Der Frankfurter Flohmarkt wird im Januar vom südlichen ans nördliche Mainufer ziehen. Statt 1800 Meter Stände wird es nur 850 Meter geben.

Nach Jahrzehnten des politischen Streits steht der beliebte Frankfurter Flohmarkt am innerstädtischen Mainufer jetzt vor einschneidenden Veränderungen. Mit dem geplanten Umzug vom südlichen auf das nördliche Mainufer soll das Trödeltreiben zugleich erheblich verkleinert werden. Bereits in Kürze werden die Mieter von heute noch 450 Ständen in Briefen über die neue Situation informiert werden. Das kündigt Andrea Brandl, die Büroleiterin von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), im Gespräch mit der FR an.

Auf dem Flohmarkt ist bereits am Samstag unter Verkäuferinnen und Besucherinnen die Verlegung großes Gesprächsthema. Viele sind nicht glücklich über einen Umzug ans andere Mainufer. Vor allem das Flair der Sachsenhäuser Seite vor den Museumsbauten und unter Bäumen werden viele vermissen. Manche sind wehmütig, andere sauer. „Seit 50 Jahren ist der Flohmarkt da“, sagt eine Verkäuferin. „Nur weil das nördliche Mainufer für Autos gesperrt ist und sich nun einige wegen mehr Verkehr in Sachsenhausen aufregen, muss eine Tradition weg.“

Gegenwärtig vermieten die städtischen Hafen- und Marktbetriebe (HFM) alle zwei Wochen samstags rund 1800 Meter Stände an private Kunden. In Zukunft, auf dem nördlichen Mainufer, sollen es nur noch 850 Meter sein. „Das wird den Charakter des Flohmarkts zwangsläufig ändern“, sagt Brandl. Die Verkäufer auf dem Flohmarkt sorgen sich darum, wer nun noch einen Platz auf der anderen Mainseite bekommen wird. Manche bieten seit Jahrzehnten ihre Trödelware in Sachsenhausen an, oftmals immer an derselben Stelle auf dem Markt. Damit ist es bald vorbei. Am nördlichen Ufer wird für den Flohmarkt der Bereich zwischen der Untermainbrücke bis zur Einmündung der Straße Am Pfarrturm in den Untermainkai reserviert werden, wie Michael Lorenz, Prokurist der HFM, der FR sagt.

Mitarbeiter der HFM berichten am Samstag auf dem Markt, dass aber nicht die gesamte Fläche für Stände genutzt werde: Ein Teil soll den Verkäufern zum Parken vorgehalten werden. Die Aufbauzeit will die HFM am nördlichen Mainufer um eine Stunde reduzieren – nur noch von 7 bis 14 Uhr dürfen die Stände dort stehen.

Stand auf dem Flohmarkt am Sachsenhäuser Mainufer.

Am südlichen Mainufer erstreckt sich der Flohmarkt heute vor allem vor verschiedenen Museen. Die Direktorinnen und Direktoren der Häuser führen seit Jahren beredte Klage über Verschmutzungen und Beeinträchtigungen. Am nördlichen Mainufer wird es erheblich mehr Anwohner des Markttreibens geben.

Auf die Frage, wie denn die Stadt die Anwohner informieren werde, sagte Brandl: „Mit den Anwohnern werden wir nicht reden.“ Sie machte deutlich, dass der Flohmarkt am nördlichen Mainufer „keine Neuwaren“ und „keine Gastronomiestände“ mehr bieten werde. Besucher hätten die Möglichkeit, Cafés und Lokale rund um den Römerberg aufzusuchen.

Auf dem Flohmarkt ist davon am Samstag nichts bekannt. Die Gastronomen gehen davon aus, dass drei Stände mit auf die andere Mainseite ziehen werden. Für Karl-Heinz Wodzinski vom „Curry König Kall“ ist es auch nötig, dort günstiges Essen und Getränke anzubieten. „Nicht jeder Flohmarktbesucher kann es sich leisten, in ein Lokal zu gehen.“

Der Umzug des Flohmarkts soll jetzt rasch kommen. Bereits am 21. Dezember wird das Trödeltreiben zum letzten Mal am Schaumainkai am südlichen Ufer veranstaltet. Danach soll es „aus organisatorischen Gründen“ drei aufeinanderfolgende Termine in der Lindleystraße im Ostend geben. Am 25. Januar 2020 wird der Markt zum ersten Mal am nördlichen Ufer organisiert.

Der Frankfurter Flohmarkt wird verlegt. Nicht mehr am südlichen, sondern am nördlichen Mainufer soll künftig gefeilscht werden. Viele Verkäufer und Besucher stehen der Verlegung skeptisch gegenüber

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