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Gruselige Gesichter aus Runkelrüben

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Von: Sabine Schramek

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Die Kinder und Teamleiter Tobias Lindenmann präsentieren ihre geschnitzten Runkelrübengesichter. Michael Faust
Die Kinder und Teamleiter Tobias Lindenmann präsentieren ihre geschnitzten Runkelrübengesichter. Michael Faust © Michael Faust

Kinder schnitzen beim Runkelrübenfest auf dem Abenteuerspielplatz in der Heimatsiedlung.

Kürbisse schnitzen kann jeder. Eine Runkelrübe auszuschaben und ihr ein Gesicht mit einem abgerundeten Messer zu schnitzen, ist schwieriger, weil sie innen genauso hart sind wie außen. Dafür haben die fertigen Runkelrübenkerlchen lustige Zipfel auf den gruseligen und grinsenden Köpfen. 200 nach einer Mischung aus Erde, Kohlrabi und Kraut duftende Runkelmännchen leuchten auf dem großen Tisch unter der Hütte – alle ausgeschabt von Kindern und Erwachsenen, die dabei alle viel Spaß haben. Nur Jo (85) guckt grinsend aus etwas Abstand den etwa 200 Kindern am Lagerfeuer zu, in dem Äpfel und Kartoffeln in Alufolie brutzeln.

Seit 46 Jahren gibt es den Abenteuerspielplatz Wildgarten. Ebenso lange schnitzen hier Kinder jedes Jahr lustige und gruselige Gesichter aus Runkelrüben. So, wie Jo es selbst schon gemacht hat, als er noch ein Kind war. Heute ist Jo Mayer Ehrenvorsitzender. Der Abenteuerspielplatz Wildgarten heißt „beim Jo“, sagen alle Großen, die einst selbst als Kind hier waren. Auf der echten Dampflokomotive, in Baumhäusern, am Matschplatz und auf abenteuerlichen Klettergerüsten.

Ronja (8), Emily (5), Mara (6), Philipp (8) und die anderen Kinder sind voller Elan damit beschäftigt, die klebrig-nassen Futterrüben auszuhöhlen. „Das macht Spaß“, finden sie und naschen zwischendurch vegane Schmalzbrote, Kuchen und duftende Bratäpfel mit Zucker und Zimt. Teamleiter Tobias Lindenmann hat die Kids im Griff und erklärt geduldig alles übers Runzelrübenschnitzen, während er mit einer Säge den Boden jeder Rübe und den künftigen Hut abschneidet. Reinhard, der mit „Probeenkeln“ aus der Nachbarschaft da ist, erklärt Rübenrezepte aus seiner Kindheit. „Mit Bauchspeck und Mettenden ist es lecker. Das geht aber nur mit Steck-, nicht mit Runkelrüben“, sagt er.

Für Christine, die seit 1975 in dritter Generation kommt, gehören Runkelrüben „jedes Jahr dazu.“ Jo erinnert sich an „Frau Krautscheid“, die von Anfang an dabei war und gerade verstorben ist. „Sie war die Initiatorin und hat mit Spenden den ersten Rasenmäher angeschafft“, erzählt er. „Nicht immer war es einfach, aber immer haben hier die Kinder aus der Heimatsiedlung gespielt.“

Drei Dutzend Nationen, die gemeinsam auf 4000 Quadratmetern ihre Welt entdecken. Mit Eltern, „wenn sie nicht stören“, sowie mittlerweile mit einer Festangestellten und vielen Ehrenamtlichen. Sie legen Beete an, kochen zusammen und spielen Lokomotivführer. „Ohne Eltern dürfen Kinder von sechs bis zwölf Jahren kommen“, erklärt Lindenmann.

Jugendliche bis 14 Jahren sind ebenfalls dar. Aziz (21) kommt seit sieben Jahren her. Ehrenamtlich kümmert er sich um den Spielplatz. Jetzt holt er die Kartoffeln und Bratäpfel aus dem Feuer. Sein Kumpel Daniel war ebenfalls schon als Kind da und hilft jetzt mit. An jedem Rübengesicht hängt ein Namenszettel, später nimmt jedes Kind sein Kunstwerk mit nach Hause.

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