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Die 39-Jährige hat viele Ideen, hofft aber auch auf engagierte Anwohner.

Sachsenhausen

Frankfurt: Nachbarn auf dem Mühlberg miteinander vernetzen

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Inga Anhorn will als neue Quartiersmanagerin auf dem Mühlberg Generationen zusammenbringen.

Inga Anhorn möchte die Generationen im Viertel zusammenbringen. Seit Januar ist sie die neue Referentin für Quartiersmanagement auf dem Mühlberg und hat viele Ideen. Bei einer Handy-Sprechstunde etwa könnten die Jugendlichen den Senioren einiges beibringen, sagt sie in ihrem Büro im Seniorenheim Agaplesion Oberin Martha Keller Haus an der Dielmannstraße. Im Untergeschoss befinde sich das Jugendzentrum Basement26, schon hier im Haus könnte man also beginnen, stellt sich die 39-Jährige vor.

Wenn alt und jung gemeinsam tanzen, fände Anhorn auch toll. Eine Nachbarin, die eine Ausbildung zur Seniorentänzerin macht, sei auf sie zugekommen. Eine junge Mutter aus dem Quartier schlug vor, eine Krabbelgruppe auch für Ältere zu öffnen. Und gemeinsam mit dem Stadtschulamt plant Anhorn eine Oma-und-Opa-Börse für Grundschüler. Voraussichtlich nach den Sommerferien können sich Familien, die keine Großeltern in der Nähe haben mit Senioren vernetzen. Für mehr Sitzbänke will sich die gebürtige Ulmerin ebenfalls einsetzen. Ihre Vision: Alte und Junge im Viertel sollen miteinander ins Gespräch kommen.

Anhorn kommt aus dem Jugendbereich. Sie hat zuerst Lehramt und dann Diplompädagogik studiert, arbeitete bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und danach bei der Stadt Frankfurt im Bildungsbereich. Als Quartiersmanagerin ist sie nun bei der Agaplesion Markus Diakonie angestellt. Der Posten, finanziert durch Fördergelder, ist bis 2021 befristet. Anhorns Vorgänger hat aus privaten Gründen aufgehört. Seit Anfang 2018 gibt es das Quartiersmanagement auf dem Mühlberg. Bei einer Sozialraumanalyse war herausgekommen, dass dort relativ viele ältere Menschen leben. Für diejenigen, die nicht mehr so mobil sind, sei es nach Sachsenhausen-Mitte oder zu Geschäften weit, erklärt Anhorn. Und der Weg den Berg hinab zur S- und Straßenbahn beschwerlich. Auch kulturelle Angebote und Treffpunkte gab es wenig. Also begann man, Angebote zu schaffen, initiierte Lesungen, Kochkurse und Vorträge in der Angehörigen-Akademie, etwa ein Projekt zur Sensibilisierung für das Thema demenziell veränderter Menschen.

Auf einen historischen Quartiersspaziergang auf dem Mühlberg am Freitag, 24. Mai, sind alle Nachbarn und Freunde eingeladen.

Los geht es um 14.30 Uhr am Oberin-Martha-Keller-Haus, Dielmannstraße 26, Endpunkt ist die Schloss-Residence, Am Mühlberg 30.

Das Agaplesion Oberin Martha Keller Haus soll sich ebenfalls mehr dem Quartier öffnen und Begegnungszentrum werden. Anhorn will mit den Senioren der nahegelegenen Schloss-Residence Mühlberg Kontakte knüpfen, aber auch Berufstätige ansprechen. Gerne würde Anhorn zudem perspektivisch für die Älteren, die noch in ihrer eigenen Wohnung leben, Hilfe anbieten, bei Arztbesuchen, beim Einkaufen, aber auch soziale Kontakte anbieten.

Noch nicht alle in der Nachbarschaft kennen das Quartiersmanagement, deshalb möchte Anhorn noch einen Schaukasten an der S-Bahn-Station bestücken und Flyer bei Einzelhändlern auslegen. Bei allen Angeboten geht es Anhorn ums Vernetzen. Dabei ist ihr wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Gerne will sie beim Organisieren helfen, Kooperationen unterstützen oder Aktionen im Viertel bekanntmachen. Doch sie brauche die Unterstützung der Nachbarn, sagt sie, um gemeinsam Ideen umzusetzen.

Kontaktzu Inga Anhorn, Oberin-Martha-Keller-Haus, Dielmannstraße 26: Telefon 60 90 68 22 oder E-Mail Inga.anhorn@markusdiakonie.de.

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