Es gab auch schon Demos gegen den Verkehr. Bislang ohne Erfolg. Bild: Michael Schick
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Es gab auch schon Demos gegen den Verkehr. Bislang ohne Erfolg. 

Sachsenhausen

Gegen Verkehrsrowdys in Sachsenhausen

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Der Ortsbeirat 5 unterstützt Anwohner des Wohngebiets am Sachsenhäuser Berg mit zwei Anträgen. Die Stadt soll dafür sorgen, dass die Menschen geschützt werden.

Die Anwohner des Wohngebiets am Sachsenhäuser Berg sind schon lange genervt von dem Verkehr vor der Haustür. Mit mehreren Demonstrationen und Flyern hatten sie bereits versucht auf sich aufmerksam zu machen, mit der Hoffnung, dass sich etwas ändert. Bislang ohne Erfolg. Der Ortsbeirat 5 versucht nun einmal mehr die Bewohner zu unterstützen und verabschiedete in seiner Sitzung am Freitagabend zwei Anträge dazu.

Die Stadt soll Experten beauftragen, zeitnah Vorschläge zu entwickeln, die die Anwohner vor Verkehrsrowdys schützen, die in erheblicher Zahl notorisch und rücksichtslos die Verkehrsregeln missachteten, heißt es in dem Papier der Linken. Diese hielten sich weder an Geschwindigkeitsbeschränkungen, Durchfahrtsverbote oder Einbahnstraßenregelungen.

Die Straßen Schützenhüttengässchen und Letzter Hasenpfad würden täglich von Pendlern und anderen Verkehrsteilnehmern unter grober Missachtung der Straßenverkehrsordnung als Schleichwege missbraucht, schreiben die Linken. „Alle Versuche von Anwohnerinnen und Anwohnern, von den zuständigen Behörden Hilfe zu erhalten, sind bisher ergebnislos geblieben.“

Um wachsender Politikverdrossenheit bei den Betroffenen und einer zunehmenden Fehlhaltung von immer mehr Verkehrsteilnehmern, die annehmen müssten, serienweise ohne negative Sanktionen Verkehrsregeln missachten zu können, entgegenzuwirken, seien dringend Schritte des Magistrats erforderlich.

Die Stadt wird zudem gebeten, zu prüfen, was möglich ist, um den Verkehr nachhaltig zu beruhigen und damit die Unfallgefahr zu beseitigen. Möglichst ohne Bodenschwellen, da diese eher Lärm verursachten.

Die Fritz-Böhle-Straße, der Obere Schafweghof und der Letzte Hasenpfad seien zu reinen Durchgangsstraßen zur Darmstädter Landstraße geworden, heißt es in einem Antrag der BFF. Die Fritz-Böhle-Straße, schön gerade und breit angelegt, fordere jene Fahrer heraus, die Geschwindigkeit zu beschleunigen, die vom Oberen Schafhofweg kommend Richtung Süden fahren. Am Ende, auf Höhe des Kinderspielplatzes, bögen viele von ihnen dann verkehrswidrig links ab in den Sachsenhäuser Landwehrweg (eine Einbahnstraße) Richtung Darmstädter Landstraße.

In der Fritz-Böhle-Straße wohnten überwiegend junge Familien mit Kindern, die dabei seien, erste Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln, auch mit Fahrrädern oder Tretrollern. Sollte hier nicht eingegriffen werden, seien schwere Unfälle zum Schaden kleiner Kinder programmiert. Der Ortsbeirat und die Anwohner böten dringend um Hilfe, zumal weder Hinweise auf Anlieger-Beschilderungen noch Tempo-30-Hinweise beachtet werden. Geschwindigkeitskontrollen erfolgten nicht.

Die Polizei hatte vergangenes Jahr gesagt, dass der Aufwand, Nicht-Anlieger zu kontrollieren, zu groß sei. Auch einen Blitzer werde man auch nicht installieren, erklärte die Stadt, führe aber regelmäßig Kontrollen durch.

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