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Frankfurter Brückenkunde

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Von: Sabine Schramek

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Hanns Pflügner zeigt ein historisches Bild der einstigen Main-Neckar-Brücke.
Hanns Pflügner zeigt ein historisches Bild der einstigen Main-Neckar-Brücke. © Hamerski

Spannender Spaziergang zur Historie der Main-Querungen – die nicht nur aus Stein sind.

Jeder nutzt sie, aber kaum jemand kann alle ihren Namen in der richtigen Reihenfolge zwischen Friedens- und Flößerbrücke aufzählen: die sieben Main-Brücken, die den Verkehrsfluss erleichtern, eine wunderschöne Aussichten bieten und sogar besungen werden. „Kaa Brick ohne Schmick“ war lange ein geflügeltes Wort, weil Peter Schmick 1868 nicht nur den Eisernen Steg, sondern auch die Unter- und die Obermainbrücke 1872 und 1876 baute, die inzwischen Ignatz-Bubis-Brücke heißt. „Die erste Brücke war die Alte Brücke“, erklärt Historiker und Stadtführer Hannes Pflügner (41). „Sie wurde schon 1222 urkundlich erwähnt und mindestens 17 Mal zerstört. Beim Hochwasser 1332 und auch durch tonnenschwere Eisschollen, wenn der Main aufgetaut ist.“

Dass die Friedensbrücke einst auch „Golden Gate Bridge“ hieß, ist allen Zuhörenden bei der Brückenkunde unbekannt. Pflügner berichtet, dass ihre Vorvorgängerin, die Friedrichsbrücke, nach der Alten Brücke die zweite war, die über den Fluss führte. Die ehemalige Wilhelmsbrücke wurde 1848 als erste Eisenbahnbrücke zweigleisig eröffnet und hieß Main-Neckar-Brücke. Als 1888 der Hauptbahnhof eröffnete, wurde die neue Main-Neckar-Brücke gebaut. Die Stadt kaufte die alte „nach einigem Hin und Her“ und baute sie 1890 zur Straßenbrücke um. Fortan hieß sie Wilhelmsbrücke, auf der ab 1897 die erste Pferdebahn fuhr und drei Jahre später die erst elektrifizierte Straßenbahn.

„Am 25. März 1945 kamen die Amerikaner aus südlicher Richtung. Die Wehrmacht ließ alle Brücken sprengen, damit sie nicht zum anderen Ufer kamen“, sagt Pflügner. Alle Brücken waren zerstört, nur die Wilhelmsbrücke teilweise, denn „es gab nicht genug Sprengstoff.“ Einen Tag später überquerten sie die Amerikaner trotzdem. Sie wurde schnell repariert und unbenannt in „Golden Gate Bridge“. Wenige Jahre später war der Verkehr so groß, dass die Brücke nicht mehr praktikabel war, 1950 abgerissen wurde und ein Jahr als Friedensbrücke eröffnet wurde.

Der Eiserne Steg wurde als einzige Brücke nicht von der Stadt oder Eisenbahngesellschaft gebaut. Es waren die Frankfurter, die sie finanzierten. Die Alte Brücke war längst völlig überlastet als einzige Möglichkeit, den Main zu überqueren. „Der Magistrat hat eine weitere Brücke aus Kostengründen abgelehnt, obwohl aus 35 000 Einwohnern um 1800 herum bereits 1840 fast 57 000 geworden sind. Die Stadt blieb stur, also gründeten die Frankfurter 1876 eine Aktiengesellschaft für den Bau einer eisernen Brücke.“ Sie versprach fünf Prozent Rendite und „innerhalb eines Jahres hatten sie genug Geld für den Bau zusammen“. 1868 wurde der Eiserne Steg eröffnet. Wer ihn überqueren wollte musste einen Kreuzer bezahlen.

„In nur drei Monaten sind dreimal mehr Menschen drüber gelaufen als es Einwohner gab“, erzählt der Stadtführer. Nach 17 Jahren hatten alle ihre Rendite und der Eiserne Steg wurde der Stadt geschenkt.

Diesen Mittwoch , Samstag und Sonntag informiert Pflüger jeweils zwei Stunden lang über die Geheimnisse der Brücken. Infos und Buchungen unter hannes.pfluegner@googlemail.com

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