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Im Letzten Hasenpfad wird es zur Rushhour voll und eng.  

Sachsenhausen

Zu viele Pendler in Sachsenhausen – Anwohner wehren sich 

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Die Anwohner rund um den Letzten Hasenpfad haben ihre Straßen schon „Rodgauer Schnellweg“ getauft, weil hier morgens und abends Pendler durchfahren um Zeit zu sparen. Oft zu schnell und gegen die Einbahnstraße.

Zack, da fährt wieder ein Fahrzeug gegen die Einbahnstraße am Letzten Hasenpfad. Einige Minuten später noch eins und noch eins. Das komme hier ständig vor, sagt Anwohnerin Birgit Neubauer. Zudem sind die meisten auch noch zu schnell unterwegs, das sei nicht ungefährlich, da die anderen Autofahrer nicht damit rechneten.

Die Nachbarn am Letzten Hasenpfad, Oberen Schafhofweg und Sachsenhäuser Landwehrweg sind genervt. Neubauer wohnt seit 25 Jahren am Sachsenhäuser Berg, „der Verkehr wird immer schlimmer“, ärgert sie sich. So sehr, dass sie schon mit dem Gedanken gespielt habe, wegzuziehen, aber eigentlich sei es ja schön hier.

Frankfurt: Abkürzung durchs Wohngebiet 

Anwohner haben den Bereich „Rodgau Schnellweg“ getauft. Weil es vor allem Pendler sind, die den Weg morgens und abends zurücklegen. Und tatsächlich sieht man auch an diesem Abend viele Autos mit den Kennzeichen OF, MTK oder HU. Vermutlich wollen sie die Ampeln und den Stau auf der Darmstädter und Mörfelder Landstraße umfahren. Durch die Abkürzung durchs Wohngebiet sparen sie bis zu zehn Minuten, schätzen die Anwohner. Dass nur Tempo 30 erlaubt ist, kümmere die meisten nicht.

Anlieger-frei-Schilder sollen die Autofahrer abhalten, den Weg durch das Wohngebiet zu nehmen, doch die wenigsten hielten sich daran. Rund 1700 Fahrzeuge passieren die Straßen pro Tag haben die Anwohner hochgerechnet. Der Letzte Hasenpfad ist recht eng, wenn auf beiden Seiten geparkt wird. Hier komme es immer wieder zu Beschädigungen an den parkenden Autos, ihr selbst sei auch schon ein Spiegel abgefahren worden, sagt Neubauer. Auch Hupkonzerte und Beschimpfungen seien keine Seltenheit, da jeder auf seine vermeintliche Vorfahrt bestehe.

Initiative für Verkehrsberuhigung 

Einige Anwohner haben sich zu einer Initiative zusammengetan und überlegen nun, welche Möglichkeiten sie haben, um auf die Situation aufmerksam zu machen und eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. Mit der Polizei haben sie ebenfalls schon gesprochen. Die hat aber keine Kapazität, Nicht-Anlieger zu kontrollieren, teilte sie mit, der Aufwand sei zu hoch und würde das Problem nicht lösen. Auch gegen die Mainkai-Sperrung hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. 

Die Schleichwege sollen unattraktiver werden, etwa in dem man weitere verkehrsberuhigte Bereiche schaffe, Ampelphase verkürze und fixe Blitzer aufstelle, fordert die Initiative. Vor allem die Kreuzung am Wendelsplatz ist ihr ein Dorn im Auge. Sie schlägt vor, die Ampelschaltung und die Kreuzung so verändern, dass sie mehr Autos aufnehmen kann. Die Nachbarn wollen zudem Zettel verteilen, die die Fahrer auffordern, nicht auf dem Bürgersteig zu parken. Damit keine Fußgänger behindert werden, aber auch um die Straße zu verengen.

Auch die Sitzung des Ortsbeirats 5 an diesem Freitag möchten die Anwohner besuchen. Das Gremium kennt das Problem. Bereits mehrere Anträge wurden dazu verabschiedet. Zu den jüngsten hat sich die Stadt noch nicht geäußert. Darum will Rainer Michaelis, Leiter der städtischen Verkehrspolizei und auch zuständig für das Straßenverkehrsamt, der Antwort nicht vorgreifen. Er kenne aber den Bereich.

Einen festen Blitzer installiere man nur, wenn es sich um einen Unfallschwerpunkt handele, sagt er. Dies sei dort zum Glück nicht der Fall. Nichtsdestotrotz führe man dort in unregelmäßigen Abständen Kontrollen durch.

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