Frankfurt: Ärger um Drogen und Lärm in der Heimatsiedlung in Sachsenhausen
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Bewohner der Heimatsiedlung in Frankfurt-Sachsenhausen stört der Jugendlichen-Treffpunkt. (Archivbild)

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Ärger um Drogen und Lärm in Sachsenhäuser Siedlung: Anwohner fühlen sich alleingelassen

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Bewohner der Heimatsiedlung stört der Jugendlichen-Treffpunkt in Frankfurt-Sachsenhausen. Trotz Beschwerden ändere sich nichts. Sie fühlen sich von der Polizei alleingelassen.

  • Anwohner der Heimatsiedlung in Frankfurt-Sachsenhausen beschweren sich über Jugend-Gruppe
  • Lautstarkes Feiern und öffentlicher Drogenkonsum sorgen für Ärger
  • Die Anwohner fühlen sich auch von der Polizei alleingelassen

Frankfurt/Sachsenhausen - Die Gruppe kam vor eineinhalb Jahren mit dem damals neuen Kiosk in den Heimatring 7. Seither versammeln sich dort nachmittags fast täglich junge Männer und bleiben bis in den späten Abend. Das zumindest beobachtet ein Anwohner, der seinen Namen lieber nicht in den Medien lesen möchte. Er sei von der Gruppe schon bedroht und beleidigt worden.

„Es wird lautstark gefeiert, in aller Offenheit Haschisch geraucht und wohl auch damit gehandelt“, vermutet er. Parkende Autos würden als Sitzgelegenheiten genutzt und zum Abstellen von Getränken, schildert er. Auf der Straße und in den Grünanlagen sammele sich Müll. Die Gruppe ignoriere auch das Corona-Kontaktverbot.

Frankfurt: Ärger um Drogen und Lärm in Sachsenhäuser Siedlung - Anwohner fühlt sich alleingelassen

Mehrmals habe der Anwohner und seine Nachbarn bereits die Polizei und das Ordnungsamt verständigt. Die schickten auch immer wieder Streifenwagen, „aber wenn der kommt, verschwinden die Männer und kommen wieder, wenn die Beamten weg sind“, berichtet der Anwohner. Er fühle sich alleingelassen und nicht ernst genommen. Anderen Anwohnern ginge es ähnlich, sie hätten in der Vergangenheit Unterschriften gesammelt.

Dass man sich im Stich gelassen fühlt, kann der Pressesprecher der Polizei Frankfurt, Daniel Kerleau, nicht nachvollziehen. Der Polizei sei bekannt, dass sich am Kiosk regelmäßig Jugendliche treffen. Die meisten wohnten dort. Offener Drogenhandel könne er nicht bestätigen. Das 8. Polizeirevier nehme die Beschwerden jedoch ernst und werde sich der Thematik weiter annehmen. „In den letzten Wochen und Monaten fanden dort immer wieder Kontrollen statt“, so Kerleau.

Frankfurt: Anwohner berichtet von lautstarkem Feiern und Drogenkonsum - Gespräche mit der Polizei

Zudem habe es ein Gespräch mit den Jugendlichen, dem zuständigen Sozialarbeiter, dem Jugendkoordinator der Polizeidirektion Süd, dem Schutzmann vor Ort und anderen Vertretern des Reviers gegeben. Sowie Gespräche mit Eltern der Jugendlichen und einem Migrationsbeauftragten, die „konstruktiv verliefen“. Mit dem Kioskbesitzer habe man ebenfalls gesprochen, der habe sich einsichtig und kooperativ gezeigt. Die zuständige Behörde der Stadt sei hinsichtlich der Betreiberkonzession des Kiosks informiert.

Auch dem Ordnungsamt Frankfurt ist die Situation bekannt, Mitarbeiter seien vor Ort gewesen und hätten nichts feststellen können, sagt Sprecher Michael Jenisch. Falls wieder etwas sein sollte, könne man sich melden.

Frankfurt: Ärger um Drogen und Lärm in Sachsenhausen - Ruhestörung an Kiosk

Von den Eigentümern der Heimatsiedlung, der Nassauischen Heimstätte, wünscht sich der Anwohner außerdem Unterstützung, möglicherweise könnte diese einen Sicherheitsmann einsetzen. Man arbeite bereits an einer Lösung, versichert Pressesprecher Frederik Lang. „Uns stehen allerdings ,nur‘ die mietrechtlichen Maßnahmen zur Verfügung, für Verstöße gegen die Öffnungszeiten ist das Ordnungsamt zuständig.“

Der Kioskbesitzer sei schon mehrfach abgemahnt worden, wegen Ruhestörung und weil er ungenehmigt Tische und Stühle aufgestellt habe, so Lang. Wegen weiterer Schritte sei die Rechtsabteilung bereits eingebunden.

Frankfurt: Beschwerden über Jugendliche - Kiosk-Betreiber aus Sachsenhausen äußert sich

Der Inhaber des Kiosks, der seinen Namen nicht nennen möchte, behauptet, er halte sich an die Absprachen. In den letzten Wochen hielten sich auch keine Jugendlichen mehr vor seinem Geschäft auf und es gebe keine Probleme mehr. Zudem sei es ja nur ein kleiner Teil der Siedlungsbewohner, der sich beschwert hätte.

Der Anwohner kann das nicht bestätigen, die Gruppe sei immer noch da. Immerhin schließe der Kiosk jetzt früher. Er hofft, dass sich bald etwas ändert. „In unserer schönen Heimatsiedlung sollen nicht irgendwann Zustände wie im Bahnhofsviertel herrschen.“

Von Judith Köneke

Auch im Brückenviertel in Frankfurt-Sachsenhausen gibt es regelmäßig Ärger. Dort liegen morgens oft unverhältnismäßig viel Dreck und Glasscherben auf den Straßen. Das Problem liegt im Alkoholkonsum. Die Anwohner schlagen Alarm. Seit August geht die Stadt Frankfurt stärker gegen die Drogenszene im Bahnhofsviertel vor und will nun Bilanz ziehen. In einem Internet-Video kommen Kritiker zu Wort.

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