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Schicht im Schacht: Im vorderen Hochhaus sind die Aufzüge ausgefallen.
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Schicht im Schacht: Im vorderen Hochhaus sind die Aufzüge ausgefallen.

Frankfurt

Frankfurt: Defekter Aufzug wird für Ältere zum Problem

Die Aufzüge einer Anlage für betreutes Wohnen stehen seit dem Unwetter vor knapp einer Woche still. Die überwiegend älteren Menschen trifft der Ausfall hart.

Ein älterer Herr trägt ganz alleine seinen Rollator aus dem achten Stock nach unten. Ein anderer bleibt vor dem defekten Aufzug stehen. „In den sechsten Stock?“, überlegt er. „Das schaffe ich nicht.“ Er dreht sich um und geht.

Seit knapp einer Woche stehen die Aufzüge einer Anlage für betreutes Wohnen in Sachsenhausen-Nord bereits still. Betroffen ist ein Wohnblock der ABG Frankfurt Holding, dem Wohnungs- und Immobilienkonzern der Stadt.

In dem 14 Stockwerke hohen Gebäude leben überwiegend ältere Menschen. Viele von ihnen sind nicht mehr mobil, sie trifft der Ausfall der beiden Aufzüge besonders hart. „Die Zustände unserer Anlage sind alles andere als sozial“, klagt eine Bewohnerin. Schuld an der Situation ist eine Überschwemmung. Bei dem Unwetter in der vorigen Woche war der Aufzugsschacht des Gebäudes mit ölhaltigem Wasser vollgelaufen, seitdem sind beide Aufzüge außer Betrieb. Das stellt die Anwohner:innen vor große Probleme. „Ich bin ja noch halbwegs mobil“, meint eine von ihnen. „Aber mein Mann ist herzkrank, der kann hier nicht aus dem Haus.“

„Immer, wenn es regnet …“

ABG-Geschäftsführer Frank Junker erklärt, warum die Reparatur so lange dauert: Zunächst müsse das schadstoffhaltige Wasser abgepumpt werden, danach der Schacht trocknen. Erst dann könnten die eigentlichen Reparaturarbeiten beginnen. „Mit etwas Glück sind die bis Ende der Woche abgeschlossen“, sagt Junker.

Aus Anwohnersicht kam das Problem allerdings nicht ganz unerwartet. „Immer, wenn es regnet, läuft der Keller voll“, berichtet eine Frau. „Nur so schlimm wie dieses Mal war es noch nie.“ Um die Krise zu überbrücken, hat die ABG einen Trageservice eingerichtet. Per Telefon können Bewohner:innen den Pflegedienst anrufen, der ihnen beim Gang nach unten und zurück zur Seite steht. Aber löst dies das Problem?

Nicht wirklich, gibt ein Anwohner zu bedenken. Denn was ist mit Lieferdiensten? „Die werden Wasserkästen wohl kaum in den zehnten Stock hochtragen“, sagt er. Außerdem hätten viele Hausbewohner ältere Besucher – „und die können ja nicht jedesmal in den zehnten Stock laufen“.

Die Zustände in der Wohnanlage sind, wie die Stimmung unter den Bewohner:innen, nicht gerade prickelnd. Was den Treppengang zusätzlich erschwert: Im gesamten Treppenhaus riecht es extrem nach Urin. „Da hat es wohl jemand nicht ganz bis nach unten geschafft …“, vermutet eine Bewohnerin.

Doch was tun? Die nüchterne Zusammenfassung eines Anwohners: „Man kann nur hoffen, dass bald etwas passiert.“

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