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Frankfurt: Das große Krabbeln

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Von: Sabine Schramek

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Kinder nutzten die Chance, Insekten ganz genau zu beobachten.
Kinder nutzten die Chance, Insekten ganz genau zu beobachten. © Rainer Rüffer

Beim Insektentag im Stadtwaldhaus gab es viel zu entdecken. Viele nutzten die Chancen, Spinnen oder Käfer zu beobachten und neues über die kleinen Krabbeltiere zu lernen.

Noah (3) dreht an der Honigschleuder und ist unzufrieden. „Da kommt ja gar kein Honig raus. Das ist sonst anders“, sagt er zu seinem Opa Rainer Berg. Der Leiter des Stadtwaldhauses und der Fasanerie grinst. „Das ist ja nur, damit alle sehen können, wie es funktioniert“, antwortet er. „Ach so, alles klar“, meint Noah und geht los, um sich die fette Vogelspinne „Löckchen“ anzugucken. Eine Haut darf er streicheln und der kleine Naturliebhaber strahlt. „Die ist ja total weich“, staunt er.

Trotz vieler Straßensperren wegen des Ironman haben etliche Familien den Weg zum Stadtwaldhaus gefunden, um den Insektentag mitzufeiern und zu staunen. Die Wissenschaftlerin und Biologin Sarah Cunze nimmt jede Menge Kinder mit auf die Reise zu Insekten. Am „Grüngürtel-Pavillon“ zappeln Wesen, die wie mikroskopische Kaulquappen aussehen. „Das sind Mückenlarven“, erklärt sie und zeigt auf kleine weiße Häuschen, in denen Mücken schwirren. „Die stechen noch nicht“, sagt sie und steckt die Hand rein. „Bis sie sich gepaart haben, ernähren sie sich von Pflanzensaft. Um Eier legen zu können, brauchen die Weibchen Eiweiß und gehen deshalb auf Blutsuche“, erklärt sie.

Manche gruselt es etwas

Die blutsaugenden Insekten sind in einem anderen Häuschen. Es surrt hell und Rüsselchen versuchen durch die kleinen Maschen zu dringen, wenn sich jemand nähert. Manche gruselt es ein bisschen. Cunze gesteht: „Ich finde sie irgendwie allerliebst und putzig.“ Mit Kindern und kleinen Gläschen macht sie sich auf in den Wald, um Insekten zu entdecken und einzufangen. Alex (6), Max (8), Johannes (3) und Anne (6) wühlen wie Detektive unter Stöcken, im Laub, an Baumrinden und im Waldboden, bis sie kleine Krabbeltiere entdecken und sachte einfangen. Eine kleine schwarze Spinne mit grauem Hinterteil, ein dunkler krabbeliger Käfer, eine Mini-Grille und eine Ameise sind im Nu in den Gläsern mit Deckeln und werden genau beobachtet. Beinchen, Flügel, Fühler – alles scheint wie ein wertvoller Schatz.

Dass Insekten tatsächlich Schätze sind, erklärt Rainer Berg in seinem Vortrag. Ohne Insekten leidet die Natur mit allem, was lebt, ist die Kernaussage. Das gilt es zu entdecken. Am Tümpel, an dem Kinder und Erwachsene die seidenzarte letzte Häutung von Libellenlarven entdecken, die wie kleine Gruseltiere an Schilfhalmen hängen. Dicke grüne und geringelte Raupen sind bei der Künstlerin Maike Kreichgauer zu bestaunen, die Hunderte von Schmetterlingen für ihr Projekt „Metamorphosen“ bei sich hat schlüpfen lassen, um sie in die Natur auszusetzen. Dick und fett hängen die Raupen wie unsichtbar an sattgrünen Blättern und lassen sich nicht beim Fressen stören.

Wer sich unsicher ist, was für Insekten krabbeln und flattern, kann sich beim Naturschutzbund erkundigen, der eine App zur Identifizierung testet. Ob Käfer, Spinne, oder Fliege, für alles gibt es einen Namen. Vom idealen Insektenhaus bis zum Bienenstamm für Waldbienen, gibt es nichts, was man nicht als guten Tipp mit nach Hause nehmen kann.

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