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Dreimal im Jahr wechselt das Erscheinungsbild der Litfaßsäule.
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Dreimal im Jahr wechselt das Erscheinungsbild der Litfaßsäule.

Sachsenhausen

Finanzierung der Kunstsäule in Sachsenhausen unklar

  • VonSebastian Theuner
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Der Ortsbeirat 5 berät, ob er das Projekt in Sachsenhausen auch im kommenden Jahr fördert. Dreimal hat er das bereits gemacht.

Sie zeigt rätselhafte Zahlencodes, thematisiert den Kampf gegen Rassismus und verbindet derzeit klassische Malerei mit computergenerierter Grafik: Seit Mai 2017 ist die Kunstsäule zwischen Brücken- und Gutzkowstraße fest im Sachsenhäuser Stadtteilleben verankert. Dreimal im Jahr wechselt die Gestaltung der Litfaßsäule. Doch wie sich das Projekt im kommenden Jahr finanziert, ist noch immer offen.

Die Grünen im Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) hatten kürzlich gemeinsam mit FDP und BFF einen Antrag eingebracht. Sie fordern darin, dass die Kunstsäule auch künftig vom Ortsbeirat mit maximal 2000 Euro im Jahr unterstützt werden solle.

Zur Abstimmung kam es nicht, der Antrag wurde auf die Sitzung im Januar geschoben. Denn ob der Ortsbeirat das Projekt für 2022 fördern wird, darüber sind sich die Fraktionen uneins. CDU und SPD würden sich „noch ein bisschen schwer“ tun, „weil es die vierte Finanzierung wäre“, heißt es vom Grünen-Fraktionsvorsitzenden Reinhard Klapproth. „Da der Zuschuss aber erst das Haushaltsjahr 2022 betrifft, sollte es aus unserer Sicht keine Probleme geben.“

Dem schließt sich Uwe Schulz (FDP) an: Gerade in Zeiten der Pandemie stelle die Kunstsäule ein ergänzendes Angebot dar. Doch verfügt der Ortsbeirat überhaupt über die nötigen Mittel? Dreimal bereits hatte das Gremium die Kunstsäule unterstützt. Zuletzt hatten Coronahilfen Priorität. Nun sagt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU): „Der Topf ist leer.“

Dass die Mittel begrenzt seien, habe er auch den Fraktionen des Ortsbeirates mitgeteilt. Mit dem Hauptamt führe er Gespräche, ob eine Förderung doch noch machbar sei. Parteikollege und Fraktionsvorsitzender Martin-Benedikt Schäfer teilt mit: „Eine stärkere Förderung durch das Kulturamt und das Land Hessen wäre wünschenswert.“ Die Kultursäule zeige „zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum“ und sei daher eine „Bereicherung für Sachenhausen“.

Auch Florian Koch sieht das so. Der Kulturmanager und Kurator hat das Projekt vor fünf Jahren mit dem Künstler Daniel Hartlaub initiiert. Die Säule sei oft „ein überraschender und unerwarteter Treffpunkt“ einander fremder Leute, die sich über die gezeigte Kunst unterhalten, berichtet Koch.

Jan Binger, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat, befürwortet das Projekt ebenfalls. Eine Dauerförderung in „haushälterisch schwierigen Zeiten“ sei aber „problematisch“. Mit dem Kulturdezernat sei er in Gesprächen, ob die Förderung durch das Kulturamt von derzeit 4000 Euro erhöht werden könne. Gleichzeitig kritisiert er, dass besagter Antrag durch die Grünen-Fraktion eingebracht wurde, obwohl zuvor kein parteiübergreifender Konsens hergestellt wurde – wie sonst bei Anträgen, die das Ortsbeiratsinitiative-Budget betreffen; das sei laut Binger üblich.

Unabhängig davon, ob es mit der Unterstützung durch den Ortsbeirat klappt: „Die Kunstsäule wird es auch im nächsten Jahr noch geben“, sagt Florian Koch. Eine Finanzspritze von der örtlichen Politik würde dennoch helfen – die Förderung durch das Kulturamt decke nur einen Teil der Kosten. Und weil wegen Corona viele Ausstellungen abgesagt wurden, würden auch Kunstschaffende von dem Projekt profitieren, sagt Koch: „Für sie ist die Kunstsäule gerade jetzt segensreich.“

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