Die Große Rittergasse in Sachsenhausen ist nach historischem Vorbild gestaltet worden.

Sachsenhausen

Mit Farbe gegen den Verfall

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Von Ziegelrot bis Sandsteingelb: Bunte Fassaden sollen Alt-Sachsenhausen aufwerten und die Negativwirkung des Kneipenviertels abwenden.

Einen Farbleitplan gibt es seit 2000 auch für Alt-Sachsenhausen. Dank eines speziellen Förderprogramms wird das Konzept dort erfolgreich umgesetzt. Etwa in der Großen Rittergasse. Sie ist gemäß den drei Säulen „historisch“, „klassisch“ und „spannend“ gestaltet worden. Die Farbkomposition, angelehnt an das ursprüngliche Erscheinungsbild der Altstadt sowie bestehend aus Warm-Kalt-, Hell-Dunkel- und Bunt-Unbunt-Kontrasten, lässt Altbewährtes in neuem Glanz erscheinen.

Anlass für eine Farbgestaltung war die Negativentwicklung Sachsenhausens hin zu „einem Vergnügungsviertel mit einem einseitigen Überangebot an Kneipen und Diskotheken“ sowie der „zunehmende Verfall der Bausubstanz“, heißt es auf der Homepage des Frankfurter Stadtplanungsamts. Künftig sollte vor allem das Wohnen gestärkt und die gastronomische Struktur zu einem mit dem Wohnen verträglichen Maß entwickelt werden. Auch der historischen Architektur sollte Rechnung getragen werden.

Um Sachsenhausen langfristig attraktiver zu gestalten, hat die Stadt Frankfurt um die Jahrtausendwende einen Rahmenplan entwickelt. Neben umfangreichen Sanierungs- und Neubauentwürfen zählt ein stimmiges Farbkonzept dazu – entwickelt von den Caparol Farbdesign Studios in Kooperation mit dem Frankfurter Stadtplanungsamt. „Der Farbenplan bildete zunächst die Richtlinie für die Sanierung von rund 300 Objekten“, sagt Markus Schlegel, der die Farbgestaltung federführend betreute.

Als Kriterien für die Farbauswahl seien die orts- und regionstypischen Baumaterialien, die in der historischen Architektur zu finden sind, hinzugezogen worden. Die Palette reicht von Schiefergrau und Oxidrot bis hin zu Ockergelb und Lehmbraun. Anhand der natürlichen Materialien wurde letztlich ein Farbenkanon aus 18 verschiedenen Tönen gebildet, der durchgängig und kontrastreich eingesetzt werden kann.

„Die Gestaltung der 300 stadteigenen Gebäude soll auch ein Anreiz für die privaten Hauseigentümer sein, sich an der Verschönerung ihres Stadtteils zu beteiligen“, heißt es im Farbleitplan, der im Jahr 2000 veröffentlicht wurde und für jede Hausfassade im Stadtteil einen Gestaltungsvorschlag enthält. Mittels eines 2001 beschlossenen Förderprogramms sollen weitere Anreize für Privateigentümer geschaffen werden. Diese können Zuschüsse für die Instandsetzung und Modernisierung ihrer Häuser, die Fassadengestaltung oder für die Umwandlung der Gebäude von Gastronomie in Wohnungen oder in wohnverträgliches Gewerbe beantragen. 2003 wurde das Modernisierungsförderprogramm auf den öffentlichen Raum ausgedehnt, so dass unter anderem der Paradiesplatz aufgewertet oder die Brunnenanlagen im Altstadtquartier erneuert werden konnten.

„Das Förderprogramm hat große Zustimmung gefunden. Langsam aber stetig ist eine positive Veränderung im Viertel spürbar“, sagt Karsten Krüger von der zuständigen Abteilung im Stadtplanungsamt.

Infoszu Farbleitplan und Förderprogramm: www.stadtplanungsamt- frankfurt.de/stadterneuerung_alt_sachsenhausen_5857.html

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