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Ein Abend voller Ideen für die Schweizer Straße

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Von: Sebastian Theuner

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So könnte die Schweizer Straße in Zukunft aussehen.
So könnte die Schweizer Straße in Zukunft aussehen. © Stadt Frankfurt

Bei einer Infoveranstaltung stellt das Stadtplanungsamt die Ideen für die Umgestaltung von Schweizer Straße und Schweizer Platz vor. Rund 150 Bürger und Bürgerinnen diskutieren darüber.

Nachdem Pläne erklärt, Argumente verdeutlicht und Wünsche verschriftlicht sind, ist der Schweizer Platz kaum noch zu erkennen. Die großformatige Grafik, die auf der Bühne befestigt ist und die Schweizer Straße abbildet, ist im Bereich des Kreisverkehrs vollgeklebt mit farbigen Zettelchen. „Fahrradstraße auch für PKW benutzbar“ oder „Saubere Toiletten“ steht darauf geschrieben.

An Ideen, wie Schweizer Straße und Platz in Zukunft aussehen sollen, mangelt es Anwohner:innen, Ladenbesitzer:innen und Schüler:innen nicht, das wird am Dienstagabend klar. 150 Bürgerinnen und Bürger waren in die Freiherr-vom-Stein-Schule gekommen, um bei der geplanten Umgestaltung der Sachsenhäuser Einkaufsmeile mitzureden. Nicht für alle Interessierten gab es Platz; der Informationsteil der Veranstaltung wurde deshalb online übertragen.

„Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen von Leuten, die sagen, dass schon alles feststeht“, ermutigt Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) die Anwesenden zu Beginn. Einige Eckpunkte zur Umgestaltung sind durch eine Machbarkeitsstudie allerdings bereits vorgegeben: Auf dem Schweizer Platz ist eine Straßenbahnhaltestelle vorgesehen, Autos sollen über die Platzmitte fahren und Radfahrende eigene Spuren erhalten.

Saskia Schnee-Wiese wohnt nahe der Schweizer Straße und findet die Pläne „zu 90 Prozent gut“, wie sie sagt. Für Ältere jedoch fehle ein Nahverkehrskonzept. Am Sachenhäuser Berg wohnende Senior:innen etwa müssten Arztpraxen und Apotheken in der Schweizer Straße besser erreichen können.

Die Besucherinnen und Besucher können in der Schulaula zu vier Themenfeldern ins Gespräch mit Projektverantwortlichen der Stadt kommen. Marek Ristock wohnt mit seiner Familie in der Schneckenhofstraße, die zum Schweizer Platz führt. Sein Sohn hoffe, dass dort künftig nicht verstärkt Autos parken. Denn das Abbiegen aus Seitenstraßen über den Schweizer Platz in die Schweizer Straße soll laut der Machbarkeitsstudie nach dem Umbau nicht mehr möglich sein. Aber Ristock unterstützt auch die Wünsche der Schüler:innen, sagt er.

Anregungen

Fragen und Ideen können noch bis zum 30. November auch online über die Beteiligungsplattform „Frankfurt fragt mich“ unter ffm.de oder per E-Mail an schweizerstrasse@stadt-frankfurt.de eingebracht werden. Die Ergebnisse sollen dann im ersten Quartal 2023 veröffentlicht werden. Gemeinsam mit der Machbarkeitsstudie gelten sie als Grundlage für das folgende Wettbewerbsverfahren.

Die Grundschüler:innen der Textorschule wollen von allem ein bisschen mehr: mehr Ampeln, mehr Mülltonnen, mehr Grün. Eine Hollywoodschaukel wäre auch nett. Die Schüler und Schülerinnen der Freiherr-vom-Stein-Schule erhoffen sich dagegen vor allem mehr Komfort für Radfahrende und weniger Parkplätze. „Wir sind die Bewohner der Zukunft“, sagt die stellvertretende Schulsprecherin Vivian Jung.

Ulrike Gaube, Stadtplanerin im Mobilitätsdezernat, zeigt sich „beeindruckt“ vom Interesse der Menschen. Der Einbezug der Öffentlichkeit sei auch eine Herausforderung: „Manche denken im Jetzt“, sagt Gaube. Ein zukunftsfähiges Konzept aber verlange Veränderungen. Daher frage man die Menschen „nicht nach konkreten Maßnahmen, sondern nach dem Wunsch hinter einer Maßnahme“.

Im Laufe des Abends kommen an den Infoständen ganze „Blumensträuße an Anregungen“ zusammen, wie die Vertreter:innen der Stadt berichten. Eine autofreie Schweizer Straße oder ein Parkhaus unter dem Schweizer Platz – Denkverbote gibt es am Dienstag nicht. Für Dezernent Majer ist angesichts der Schuldichte im Bereich der Einkaufsstraße eine „sichere Radverkehrsführung“ besonders wichtig.

Noch bis zum kommenden Samstag gibt es in der Volksbankfiliale in der Schweizer Straße 39 eine Infoausstellung; auch der direkte Austausch mit Projektverantwortlichen ist dort möglich.

Fragen und Ideen können noch bis zum 30. November auch online über die Beteiligungsplattform „Frankfurt fragt mich“ unter ffm.de oder per E-Mail an schweizerstrasse@ stadt-frankfurt.de eingebracht werden. Die Ergebnisse sollen dann im ersten Quartal 2023 veröffentlicht werden. Gemeinsam mit der Machbarkeitsstudie gelten sie als Grundlage für das folgende Wettbewerbsverfahren.

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