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Durchfahrt zur Oberschweinstiege bleibt gesperrt

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Von: Stefanie Wehr

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Das Restaurant Oberschweinstiege und der Jacobiweiher sind mit dem Auto nur noch von der Isenburger Schneise aus erreichbar. Der Weg von der Darmstädter Landstraße ist gesperrt. Das irritiert viele Leute in Sachsenhausen.
Das Restaurant Oberschweinstiege und der Jacobiweiher sind mit dem Auto nur noch von der Isenburger Schneise aus erreichbar. Der Weg von der Darmstädter Landstraße ist gesperrt. Das irritiert viele Leute in Sachsenhausen. © Michael Faust

Die Zufahrt zum Jacobiweiher von der Darmstädter Landstraße bleibt zu. Die Stadt will so den Verkehr durch die einen Kilometer lange Waldschneise eindämmen, der in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat - sehr zum Ärger vieler Menschen in Sachsenhausen.

Die Zufahrt zum Jacobiweiher von der Darmstädter Landstraße bleibt zu: Was früher nur für die Zeit der Krötenwanderung galt, gilt seit diesem Jahr dauerhaft. Wer von Sachsenhausen aus zu dem beliebten Ausflugsziel mit dem Auto fahren will, muss jetzt den Weg über Neu-Isenburg nehmen und über die Isenburger Schneise von der anderen Seite aus einfahren. „Was soll das? Wir müssen einen kilometerlangen Umweg fahren“, beschweren sich verärgerte Sachsenhäuser:innen in Sozialen Medien und haben auch den Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) gebeten, Einfluss auf die Stadt zu nehmen. Der verhandelt das Thema erst in der Sitzung Anfang Juli.

Verärgert ist auch Matthias Federau, Wirt des Restaurants Oberschweinstiege. „Warum sie einen sieben Kilometer langen Umweg fahren müssen, ist unseren Kunden nicht erklärbar. Das ist auch nicht umweltfreundlich“, so Federau. Es sei spürbar, dass viele Gäste deshalb nicht mehr kämen. „Für uns ist das nach Corona ein herber Schlag.“

Bislang war der Durchweg im März und April wegen der Krötenwanderung gesperrt gewesen, damit die Tiere gefahrlos in Richtung Jacobiweiher hüpfen können. Doch die Zufahrt bleibt gesperrt.

Aus gutem Grund, sagt Sandra Rosenkranz, Sprecherin der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Denn auf der knapp einen Kilometer langen Waldschneise sei zuletzt viel zu viel Autoverkehr unterwegs gewesen. Die Durchfahrt für Gäste des Restaurants sei früher nur „geduldet“ worden. Für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr war der Waldweg gesperrt. „Aus dieser Freigabe für Gaststättenbesucher heraus hat sich die Waldschneise im Laufe der Jahre zu einer beliebten Abkürzung für Autofahrer zwischen den beiden Hauptstraßen Darmstädter Landstraße und Isenburger Schneise entwickelt“, berichtet Rosenkranz. „Auch Waldbesucher nutzten die Schneise, um quer durch den Stadtwald zum Jacobiweiher zu fahren. Der Fahrzeugverkehr führte zu Konflikten mit Radfahrern und Spaziergängern.“ Das ganze Jahr über hätten Autos Kröten, Frösche, Feuersalamander und andere Tiere überfahren. Autos, die mitten durch den Stadtwald fahren, seien auch nicht mit der hochwertigen Zone II des Landschaftsschutzgebiets und mit dem europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet „Frankfurter Oberwald“ vereinbar.

Deshalb hätten der Stadtforst und das Umweltamt nicht vor, den Waldweg wieder für den Autoverkehr zu öffnen, so Rosenkranz. Radfahrer und Fußgänger seien auf der Strecke aber weiterhin willkommen.

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