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Die Bürger wollen wieder sitzen am Adlhochplatz.

Streit um öffentlichen Raum

Bürger wollen Bänke wieder

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Anwohner am Adlhochplatz wehren sich dagegen, dass Sitzgelegenheiten wegen einiger "Störenfriede" abgebaut wurden.

Die Bänke sind weg, aber der Adlhochplatz bleibt weiter Thema im Ortsbeirat 5. „Ich bekomme viele Anfragen von enttäuschten und entsetzten Bürgern“, sagte Otti Altmann von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsenhausen in der Sitzung am Freitagabend. Die meisten wünschten sich, dass die Bänke wieder aufgestellt werden.

Am Mittwoch hatte die Stadt die acht Sitzgelegenheiten abmontiert, am Abend zuvor hatte die AWO mit Linken, SPD und Bürgern auf dem Platz dagegen demonstriert. „Wir werden nicht aufgeben und immer wieder daran erinnern“, sagt Altmann.

Der Sachsenhäuser Moritz Trettenborn hatte eine Online-Petition gegen den Abbau gestartet und mehr als 600 Unterschriften zusammenbekommen. Gemeinsam mit Altmann, die auch 600 Stimmen sammelte, übergaben sie die Unterschriften Ortsvorsteher Christian Becker (CDU), seinen Parteikollegen, FDP und Grüne, die für den Beschluss gestimmt hatten. Dem voraus gegangen waren viele Versuche und Überlegungen, wie man das nächtliche Lärmproblem beheben kann.

Online

https://www.change.org/p/ortsbeirat-5-für-den-wiederaufbau-der-sitzbänke-am-adlhochplatz

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Trettenborn will jedenfalls ebenfalls weiter kämpfen und hat eine neue Online-Petition auf ins Leben gerufen, in der er nun den Wiederaufbau der Bänke fordert. Darin kritisiert er, dass die angekündigte Lösung einer mobilen Bestuhlung noch ausstehe. Denn weder umliegende Gastronomen oder Läden noch Anwohner würden sich dazu bereit erklären, dieses Vorhaben umzusetzen. „Damit haben die Verantwortlichen der CDU, FDP und Grünen nicht nur den wenigen Störenfrieden, sondern vor allem der großen Mehrheit der Bürger, und speziell auch den Anwohnern des angrenzenden Altersheims, einen Teil ihrer Lebensqualität im Stadtteil genommen.“

Anwohnerin und Künstlerin Christiana Protto hatte für den Erhalt der Bänke einen Twitter-Account eingerichtet und eine Kunst-Aktion gestartet. Dafür fotografierte sie Menschen auf den Bänken, sammelte ebenfalls Unterschriften und klärte die Bürger auf. Protto verurteilte in der Sitzung, dass ein angeblich öffentliches Treffen eher informell gewesen sei und die Bürger nicht miteinbezogen gewesen seien.

Die SPD möchte nun vom Magistrat wissen, ob die Bänke anderweitig aufgestellt wurden oder werden. Außerdem, welche Kosten der Stadt durch die Demontage entstanden sind. Diese Punkte des Antrages verabschiedete das Gremium einstimmig. Abgelehnt wurden die Nachfragen, bis wann die Erprobungsphase der abmontierten Bänke vorgesehen ist und woran die Stadt den Erfolg bemisst.

Die Kriterien der Erprobung seien aber wichtig, sagt Thomas Murawski (SPD). „Nehmen wir an, es wird ruhiger, was ich nicht glaube, dann wird man die Bänke nicht wieder aufstellen, und wenn es laut bleibt, schon gar nicht.“ Das sei schwarze Pädagogik. Der Ortsbeirat sollte nicht dem Magistrat das Heft des Handelns überlassen. Das werde den Parteien, die für den Abbau waren, noch mehr auf die Füße fallen als zuvor, warnt er.

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