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Schweizer Platz in Frankfurt: Das Büdchen soll bleiben

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Von: Boris Schlepper

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Yousef Oloumi möchte nicht fort vom Schweizer Platz. Monika Müller
Seit mehr als 20 Jahren betreibt Yousef Oloumi das Wasserhäuschen am Schweizer Platz in Frankfurt. © Monika Müller

Bei der Neugestaltung des Schweizer Platzes in Frankfurt soll der Kiosk mit einbezogen werden. Das Wasserhäuschen gilt als Institution.

Frankfurt – Presseshop Dario steht an dem kleinen Kiosk am Schweizer Platz in Frankfurt. Von früh morgens bis abends verkauft Yousef Oloumi dort vor allem Zeitschriften und Zeitungen – seit mehr als 20 Jahren. Das soll nach seinem Willen und einer Mehrheit des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) auch nach dem bevorstehenden Umbau des Platzes und der Schweizer Straße so bleiben. Die Koalition aus CDU, SPD und FDP des Stadtteilgremiums fordert in einem Antrag, das Wasserhäuschen in die Neugestaltung einzubeziehen. Über die Vorlage berät der Ortsbeirat in seiner heutigen Sitzung.

Kiosk am Schweizer Platz in Frankfurt gilt als Institution

Der Kiosk am Schweizer Platz sei eine Institution mit langer Tradition und werde von vielen sehr geschätzt, sagt Freidemokrat Lino Munaretto, der den Antrag initiiert hat. Wie die Obst- und Gemüsestände gehöre er zum gewohnten Bild des Platzes und sei „wichtig für das Viertel“. Die große Mehrheit der Anwohnerinnen und Anwohner wünsche sich, dass der Kiosk auch in Zukunft erhalten bleibe.

Sinnvoll sei es deshalb, in dem Realisierungswettbewerb, der für die Neugestaltung des Platzes in Aussicht gestellt wurde, den Kiosk und die Verkaufsstände einzubeziehen und konkrete Gestaltungsvorschläge einzuholen, sagt Munaretto. Das sei auch nötig, weil das derzeitige Gebäude nicht mehr den räumlichen Bedürfnissen entspreche. Auch könnte es verschönert werden, damit es sich in das Gesamtbild des neu zu gestaltenden Platzes harmonisch einfügt.

Büdchen am Schweizer Platz in Frankfurt: Pavillon nach französischem Vorbild

Denkbar ist für Munaretto etwa ein Pavillon nach französischem Vorbild, wodurch der Treffpunktcharakter des Wasserhäuschens aufgewertet werde. Wichtig sei es, im Einvernehmen mit dem Betreiber eine langfristige Vereinbarung zu treffen. Sofern die Realisierung Oloumis finanzielle Mittel übersteige, sollte die Stadt eine finanzielle Beteiligung in Erwägung ziehen, um den Erhalt der Institution über die nächsten Generationen sicherzustellen.

Ich liebe meine Arbeit. Der Kontakt mit den Leuten ist für mich ein Genuss.

Yousef Oloum, Betreiber

Yousef Oloumi will auf jeden Fall bleiben. „Ich liebe meine Arbeit. Der Kontakt mit den Leuten ist für mich ein Genuss.“ Sein Ziel sei es nicht, nur Geld zu verdienen, „ich will das Leben genießen“. Deshalb nehme er es auch auf sich, bis auf sonntags täglich von 5 bis 21 Uhr in seinem Büdchen zu stehen. Auch wenn ihm dort weniger als 60 Zentimeter Platz zum Bewegen zur Verfügung stehe.

Vier Quadratmeter großes Wasserhäuschen am Schweizer Platz in Frankfurt

Das Wasserhäuschen, das derzeit nur vier Quadratmeter groß ist, zu erweitern, habe er bereits vor einigen Jahren versucht, sagt Oloumi. Damals habe er einen Architekten engagiert. Es habe auch eine Baugenehmigung gegeben, „doch dann gab es einen Einwand, und seitdem liegt alles auf Eis“. Dabei könne er mehr Platz gut gebrauchen. Mehr als 700 Artikel habe er im Angebot. Stolz ist er auf seine Siebträger-Kaffeemaschine.

Wie ein neuer Kiosk aussehen könnte, sei ihm dagegen egal, sagt Oloumi. „Ich habe keine großen Ansprüche. Das sollen die Sachsenhäuser oder Politiker entscheiden.“ Wichtig sei ihm nur, weiter arbeiten zu können und Kontakt mit den Leuten zu haben, „ein bisschen babbeln und ,Ei Gude‘ sagen“. (Boris Schlepper)

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