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Die SPD im Ortsbeirat 5 moniert, dass die derzeit geplante Radschnellroute im Stadtwald zu viele Umwege macht.  

Frankfurt-Süd

Bedenken gegen Radschnellweg nach Darmstadt

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Der Ortsbeirat 5 ist uneins über die geplante Streckenführung durch den Stadtwald. Die SPD kritisiert die vorgesehene „Zick-Zack-Route“.

Es ist Hessens Vorzeigeprojekt: Der erste Radschnellweg, der Frankfurt direkt mit Darmstadt verbinden wird. Im zuständigen Ortsbeirat 5 sorgte das Projekt, das es Pendlern erleichtern soll, auf Rad umzusteigen, in der Sitzung am vergangenen Freitag jedoch für hitzige Debatten. Die zentrale Frage: Wie wird der Radverkehr durch den Frankfurter Stadtwald zwischen Sachenhausen und Neu-Isenburg gelenkt?

Die Stadt verkündete dazu im vergangenen Dezember, dass dieser auf 3,24 Kilometern der bestehenden Wanderwege, die dafür asphaltiert werden, entlangführen solle. Diese Entscheidung kritisiert nun die SPD-Fraktion im Ortsbeirat, da es sich um einen Zick-Zack-Weg quer durch den Wald handele. „Damit versiegeln wir viel Boden für nichts“, sagt SPD-Fraktionsmitglied Jan Binger. Ein Radschnellweg solle dagegen auf direktem Wege zum Ziel führen und Umwege durch den Wald vermeiden. „Nach der aktuellen Planung wird niemand den Weg nutzen. Das Ganze wird dem Stadtwald nur schaden“, erklärt Binger seine Bedenken.

Die Fraktion fordert deshalb eine möglichst direkte Strecke durch den Wald, der unnötige Kreuzungen vermeidet. Ihr Vorschlag: Ein Radweg entlang der bestehenden Bahnstrecke im Westen des Waldes. So könnten nach Bingers Ansicht Tiere geschützt werden. „Eigentlich wurde das auch mal in den Planungen der Stadt berücksichtigt.“

Radschnellweg

Zwischen Darmstadt und Frankfurt entsteht aktuell eine knapp 30 Kilometer lange Strecke, die Pendlern ermutigen soll, auf das Rad umzusteigen.

Radschnellwege sollen möglichst kurze und direkte Verbindungen auf einfach befahrbaren Wegen schaffen. Idealerweise sind sie vier Meter breit, nachts beleuchtet und bieten entsprechend „Autobahnen“- Vorfahrt. bx

Die Grünen hingegen stehen einem solchen Vorhaben skeptisch gegenüber. „Wir gehen nicht mit dem Bulldozer durch den bestehenden Wald“, so Reinhard Klapproth von der Grünen-Fraktion im Stadtteil. Seine Partei diskutiere schon seit mindestens zehn Jahren über mögliche Lösungen. Zuletzt habe man sich mit der Stadt auf einen Kompromiss geeinigt. Sophie Gneisenau-Kempfert, ebenfalls von den Grünen, hält darüber hinaus die Bezeichnung „Zick-Zack-Route“ für übertrieben. „Es handelt sich nur wenige Hundert Meter Umweg“, berichtet sie. „Das Drama verstehe ich nicht.“

Der Oberräder Kinderbeauftragte Roland Limberg hält alle Optionen, die einen Radschnellweg durch den Stadtwald vorsehen, für fatal. „Es wird nicht einfach nur bei der Asphaltierung bleiben“, prognostiziert er. Schnell würde sich Müll am Wegesrand ansammeln. Auch käme im Winter wahrscheinlich die Forderung nach Beleuchtung auf – eine massive Einschränkung für das Wild im Stadtforst.

Limberg schlägt vor, stattdessen den bestehenden Schotterweg entlang der Darmstädter Landstraße zu teeren. Dieser verbinde ebenfalls Frankfurt und Neu-Isenburg auf direktem Wege und würde schon jetzt von den meisten Radfahren genutzt. Das Problem dabei: Die anderen Abschnitte des Radschnellweges sind schon geplant – und führen aus Neu-Isenburg direkt auf den Wald zu sowie am Lerchesberg aus ihm heraus. „Der andere Weg passt leider nicht in die Route der Gesamtplanung“, erklärt Ortsbeiratsmitglied Geisenau-Kempfert. All das habe ihre Fraktion schon lange diskutiert.

Grüne, CDU, FDP, BFF und Fraktionslose lehnten deshalb den Antrag der SPD-Fraktion ab, die aktuellen Planungen der Stadt erneut zu ändern. Die SPD will diese Entscheidung akzeptieren und das weitere Vorgehen der Stadt abwarten. „Wir werden aber trotzdem versuchen, unseren Vorschlag weiterhin in die Planungen einzubringen“, so Binger.

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