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Diese Sportart braucht einen guten Boden und – zur Eigenkontrolle – am besten Spiegel an den Wänden.
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Diese Sportart braucht einen guten Boden und – zur Eigenkontrolle – am besten Spiegel an den Wänden.

Frankfurt

Aus für Frankfurter Karateschule

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Verein in Sachsenhausen steht vor dem Aus, weil die Liegenschaft gekündigt wurde. Nun hofft der Verein auf Unterstützung.

Die Karateschule Ichigeki Academy Frankfurt ist seit vielen Jahren ein Anlaufpunkt für etwa 150 Erwachsene, Jugendliche und Kinder in Sachsenhausen. Sie kommen zum Trainieren oder für kulturelle Veranstaltungen in den Dojo in der Mörfelder Landstraße. Doch jetzt steht der Karateverein vor dem Aus. Der Liegenschaft im Hinterhof wurde gekündigt. Trainerin Milena Kovaleva ist verzweifelt. „Das ist für uns sehr, sehr bitter. Wir haben sehr viel Geld in den Ausbau gesteckt, unsere Rücklagen sind erschöpft.“ Der Vormieter sei verstorben, der Erbe habe nun ohne Angaben von Gründen gekündigt.

FR-Leserin Julia Bong trainiert mit ihrem Sohn in der Karateschule und hatte auf den Vorgang aufmerksam gemacht. Sie ist entsetzt: „Die Kündigung ist legal und fristgerecht, aber einer Sportschule, die sowieso extrem unter den Corona-Einschränkungen leidet, in diesen Zeiten zu kündigen, finde ich asozial.“ Denn eine bezahlbare Alternative in Sachsenhausen zu finden, dürfte schwierig werden, schon wegen des notwendigen Platzes. Das Dojo hat eine Nutzfläche von 230 Quadratmetern.

Kein Schutz

Die Stabsstelle Mieterschutz kann in diesem Fall nicht helfen. „Gemeinnützigkeit schützt mietrechtlich leider nicht“, sagt Kai Schönbach und verweist auf andere Fälle in der jüngeren Vergangenheit, in denen mit Kündigungen dem Gemeinwohl geschadet wurde: eine Kindertagesstätte im Nordend, eine Arztpraxis am Dornbusch.

Um die Belange der rund 400 Sportvereine in Frankfurt bemüht sich das Sportamt. Doch Leiterin Angelika Strötz gesteht: „Wir als Sportamt können der Karateschule nicht helfen, wir sind ein bisschen machtlos.“ Rund ein Viertel der 400 Vereine gelten beim Sportamt als sogenannte „besitzende Vereine“. Sie haben eigene Gelände oder Hallen, die überwiegend über Erbpacht langfristig gesichert sind. Diese Vereine seien „relativ sicher“ und erhielten teilweise auch Pachtzuschüsse von der Stadt. Viele andere Vereine können die 55 Sportanlagen oder 190 Schulturnhallen in Frankfurt nutzen. Doch für die Karateschule ist eine Schulturnhalle keine brauchbare Alternative. Zum einen wegen der beschränkten Nutzungsmöglichkeiten in Schulzeiten, zum anderen wegen der Ausstattung, wie Milena Kovaleva verdeutlicht: „Normale Hallenböden sind für Barfußtraining nicht geeignet, das gibt Blasen.“ Für ein besseres Training hängen im Dojo in der Mörfelder Landstraße zudem Spiegel an den Wänden, um die eigene Koordination besser überprüfen zu können. Eine solche Ausstattung ist in Schulturnhallen nicht denkbar.

Bis Ende September muss die Karateschule andere Räumlichkeiten gefunden haben und hofft auf Unterstützung. „Wir ergreifen gerne jeden Strohhalm“, sagt Kovaleva.

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