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Ankunft Lukaskirche

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Von: Gernot Gottwals

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Stefanie Bohn ist die neue Pfarrerin an der Maria-Magdalena-Gemeinde, die für die Lukaskirche und Osterkirche zuständig ist.
Stefanie Bohn ist die neue Pfarrerin an der Maria-Magdalena-Gemeinde, die für die Lukaskirche und Osterkirche zuständig ist. © Michael Faust

Die Evangelische Maria-Magdalena-Gemeinde hat eine neue Pfarrerin. Stefanie Bohn (40) hat schon einige Stationen vor allem in ländlichen Gemeinden und Landeskirche erlebt. Für ihre Berufung hat die zweifache Mutter sogar ihre Konfession gewechselt.

Nach einer Reise gibt es meist viel zu berichten. Das trifft auch auf Pfarrerin Stefanie Bohn (40) zu: Sie hat auf ihrem bisherigen Weg verschiedene, meist ländlich-kleinstädtische Gemeinden, verschiedene Landeskirchen und sogar verschiedene Konfessionen erlebt. Nun ist sie in Sachsenhausen angekommen. Am Sonntag wurde sie im Gottesdienst in der Lukaskirche von Prodekanin Amina Bruch-Cincar eingeführt.

Reisen wird für die neue Pfarrerin der Maria-Magdalena-Gemeinde auch in den kommenden Wochen ein Thema bleiben: „Ich bin jetzt seit vier Wochen im Dienst und will noch ganz viele Aktivitäten und Gemeindemitglieder kennenlernen, die aber teilweise schon im Urlaub sind“, stellt sie fest.

Bohn hat gerade die Konfirmandengruppe übernommen und wird sich mit Bezirkskantor Simon Gräber um Musikprojekte als einen Schwerpunkt kümmern. „Wir haben zwei Chöre an der Osterkirche, Gospelmusik ist mein Hobby und ich habe aus dem Vikariat Erfahrung mit Kindermusicals“, sagt die zweifache Mutter von Simon (8) und Markus (3).

Stefanie Bohn wurde 1981 geboren und wuchs in Raboldshausen bei Bad Hersfeld auf. Sie zeigte zwar schon früh Interesse für Kirche und Religion, hätte jedoch zunächst gar keine evangelische Pfarrerin werden können. „Ich war nämlich wie meine Mutter katholisch und mein Vater aus den USA baptistisch“, erklärt sie.

Sie engagierte sich jedoch in der evangelischen Jugendarbeit ihrer Heimatgemeinde, stellte fest, dass das Frauenbild und andere Kriterien der katholischen Kirche nicht ihren Vorstellungen entsprachen und trat 1998 in die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck über. „Meine Mutter folgte dann auch diesem Schritt. Und an Stelle einer Konfirmation absolvierte ich mehrere Glaubensgespräche“, berichtet sie. Ihre Leistungsfächer waren allerdings Mathematik und Physik. Denn Glaube und Naturwissenschaft sollten einander ergänzen und befruchten.

Bohn studierte von 2002 bis 2009 Theologie in Jena und Marburg, absolvierte ihr Vikariat in Neuenhasslau-Gondsrot bei Gelnhausen und hatte ihre nächste Pfarrstelle in Hanau-Mittelbuchen. Auch ihr Mann Alexander, der als Wirtschaftsprüfer in Frankfurt und Darmstadt arbeitete, brachte sie der Großstadt näher. „Nach zehn Jahren in Mittelbuchen war die Zeit für den Wechsel reif und die passende Pfarrstelle in Sachsenhausen frei.“

Den damit einhergehenden Wechsel in die Evangelische Kirche Hessen und Nassau erlebte Bohn in einem Assessment Center, um sich auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten. Sie versteht sich als moderne Theologin und Seelsorgerin, die in Gottesdiensten und in der Gemeindearbeit gerne neue und experimentelle Wege geht. Etwa in der Konfirmandenarbeit: „Derzeit habe ich 15 Mädchen und 22 Jungs, da ist Erlebnispädagogik gefragt“, sagt sie. Also gibt es einem Perspektivenwechsel beim Besteigen des Lukaskirchturms, zudem werden die Mitarbeiter:innen der Gemeinde nach ihren Aufgaben interviewt, die Bibel jugendgerecht als Buch eines hinterfragten Glaubens vermittelt.

Bohn setzt auf gemeinsame Gottesdienste mit den Gastgemeinden aus Ghana und Südkorea ebenso wie auf die Ökumene, sie selbst kennt ja die katholische Kirche aus ihrer Kindheit. Und sie weiß auch, wohin die Reise im evangelischen Frankfurt gehen wird: „Wir werden mit der Dreikönigsgemeinde und der Erlösergemeinde in Oberrad gemeinsame Nachbarschaftsräume bilden, das wird auf eine engere Zusammenarbeit hinauslaufen.“

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