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Verkehr gibt es genug in Sachsenhausen.
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Verkehr gibt es genug in Sachsenhausen.

Frankfurt-Sachsenhausen

Angst vor dem Superstau

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Der Ortsbeirat 5 befürchtet ein Verkehrschaos in Sachsenhausen, wenn das Mainufer gesperrt wird. Eine Verkehrszählung soll für mehr Klarheit sorgen.

Der Ortsbeirat 5 fürchtet den Verkehrsinfarkt für Sachsenhausen. Darum hat das Gremium am Freitag einstimmig den Magistrat beauftragt, eine Verkehrszählung durchzuführen. Und zwar vor und während der Sperrung des nördlichen Mainufers.

Die Stadt möchte ab Sommer 2019 den viel befahrenen Abschnitt zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke versuchsweise von Autos befreien. Fußgänger und Radfahrer sollen sich den öffentlichen Raum erobern. Einen entsprechenden Antrag hat Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bei der für die Genehmigung zuständigen Behörde, dem Regierungspräsidium Darmstadt, eingereicht.

Vor fünfzehn Jahren hatten die Experten aus Darmstadt noch eine probeweise Sperrung der nördlichen Mainuferstraße nur an Sonntagen abgelehnt – wegen der überörtlichen Bedeutung des Verkehrsweges. 20 000 Fahrzeuge brausen dort jeden Tag durch. Wo werden sie während des Versuchs lang fahren? Natürlich werde die Stadt während des Versuchs überwachen, ob die Innenstadt darauf im Verkehrschaos versinkt, verspricht der Dezernent. Wenn das Chaos ausbleibt, könnte die Sperrung womöglich eine dauerhafte werden.

Aber was ist mit dem Süden? Das fragen sich bang die Menschen in Sachsenhausen. Bereits in der Mai-Sitzung des Ortsbeirats war das Thema. Bürger wie Politiker fürchten, dass zumindest ein großer Teil der ausgesperrten 20 000 Verkehrsteilnehmer auf die Südroute ausweichen werden. Selbst die SPD, Parteigenossen des Dezernenten, möchte die Mehrbelastung des Mainufers verhindern. Verkehr gibt es dort genug, zumal die Touristenbusse am Schaumainkai eine Fahrspur zum Parken nutzen dürfen.

In die Juni-Sitzung hat nun die Koalition aus CDU, FDP und Grüne das Papier zur Ufersperrung eingebracht. Die Stadt möge eben nicht nur in der Innenstadt die neuen Verkehrsströme überwachen, sondern auch am Sachsenhäuser Ufer, entlang der Walter-Kolb-Straße, Gartenstraße, Kennedyallee und Mörfelder Landstraße. Und damit es einen guten Vergleichswert gibt, soll das vor und während der neuen Verkehrsführung geschehen.

„Die Sperrung des nördlichen Mainufers führt zu mehr Staus, Lärm und Umweltbelastungen in Sachsenhausen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Martin-Benedikt Schäfer. „Das wollen wir verhindern.“

Ohne die SPD zu brüskieren, kommt der Ortsbeirat dieser Tage allerdings kaum durch seine Sitzungen. Die Genossen hätten sich gerne als Antragsteller mit auf die Papiere zum Mainufer geschrieben. Der 5er praktiziert das öfter, um Anträgen so mehr Einigkeit und Gewicht zu verleihen. Vielleicht auch, damit sich alle im Gremium im Licht einer guten Idee sonnen können. Das haben die Urheber von CDU, FDP und Grünen in diesem Fall aber abgelehnt. „Schlechter Stil“ sei das, sagt darauf SPD-Mann Thomas Murawski enttäuscht.

Einen weiteren Antrag der Koalition hat die SPD bereitwillig mitgetragen. Der Ortsbeirat fragt die Stadt vorab, was sie an Auswirkungen durch die probeweise Sperrung für Niederrad, Oberrad und Sachsenhausen erwartet.

Zwei Anträge zum Thema hat das Gremium dagegen verschoben. Die Stadt soll auch die Busparkplätze für die Dauer des Versuchs verlegen. Dann wäre eine Fahrspur frei, um den zusätzlichen Verkehr abzuwickeln. Ohnehin komme es wegen der ein- und aussteigenden Fahrgäste zu Konflikten mit Radlern und dem Fahrradweg. Nicht zuletzt ist die Wand an Bussen auch kein schöner Anblick. Schließlich sei das Sachsenhäuser Ufer mit hohem finanziellen Aufwand herausgeputzt worden, so die Antragsteller. Gesprächsbedarf sehen sie auch noch zum Thema Sachsenhäuser Flohmarkt. Der nutzt alle zwei Wochen den Schaumainkai zwischen Eisernem Steg und Friedensbrücke. Und auch den möchten die Antragsteller vorübergehend verschieben.

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