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Alle reden bei der Schweizer Straße mit

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Von: Sebastian Theuner

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Künftig sollen die Autos mittig über den Schweizer Platz fahren können.
Künftig sollen die Autos mittig über den Schweizer Platz fahren können. © Stadt Frankfurt

Anfang November beginnt die öffentliche Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Schweizer Straße und des Schweizer Platzes. In Onlineforen, einer Informationsveranstaltung und Ausstellung mit dem Projektteam können die Menschen vor Ort ihre Fragen, Ideen und Anregungen zu den Plänen einbringen.

Die Seniorinnen und Senioren, die sich vor kurzem zur Begehung der Schweizer Straße trafen, waren sich einig: Die Gastronomie dürfe sich dort nicht noch stärker ausbreiten. Sie wünschen sich mehr Bänke zum Ausruhen. Und die drei vorhandenen Behindertenparkplätze „müssen erhalten bleiben“, betonte Margit Grohmann. Grohmann ist Seniorenbeauftragte im Ortsbezirk 5 (Oberrad, Niederrad, Sachsenhausen) und hatte zu dem Spaziergang eingeladen.

Ihre Wünsche zur Zukunft der Schweizer Straße und des Schweizer Platzes wollen die Senior:innen nun an die Stadtoffiziellen weiterreichen. Die Stadt lädt anlässlich der Umgestaltung der Sachsenhäuser Einkaufsmeile zu einer Aktionswoche ein. Von Montag, 7., bis Samstag, 12. November, sollen Bürger:innen ihre Ideen und Anregungen vor Ort vorbringen können. „Wir möchten wissen, was die Bürger den Planern mit auf den Weg geben wollen“, teilt Ulrike Gaube, Stadtplanerin im Mobilitätsdezernat, mit.

Geplant ist, in der Filiale der Frankfurter Volksbank, Schweizer Straße 39, eine Ausstellung zu zeigen, die über die bereits durchgeführte Machbarkeitsstudie informiert. Zudem können sich Bürgerinnen und Bürger vor Ort mit Projektverantwortlichen austauschen. Das geht auch bei der Infoveranstaltung am Dienstag, 8. November, um 18.30 Uhr in der Freiherr-vom-Stein-Schule. Ferner können Anregungen und Fragen von Dienstag, 1., bis Mittwoch, 30. November, jederzeit online über die Beteiligungsplattform „Frankfurt fragt mich“ unter ffm.de eingebracht werden oder per E-Mail an schweizerstrasse@stadt-frankfurt.de.

Durch die Machbarkeitsstudie, die Ende vergangenen Jahres vorgestellt wurde, gibt für den Umbau bereits feste Vorgaben: auf dem Schweizer Platz soll eine Straßenbahnhaltestelle gebaut, die Haltestelle Schweizer-/Gartenstraße gänzlich in die Gartenstraße verlegt werden. Autos sollen künftig mittig über den Schweizer Platz fahren, für Radfahrer:innen sind eigene Spuren vorgesehen. Spielraum bliebe laut Gaube bei der „Gestaltung der einzelnen Kreuzungen, der Möblierung, der Materialität und der Farbgebung“.

Torsten Schiller, Vorsitzender des Vereins „Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße“, begrüßt den Einbezug der Öffentlichkeit. „Das Problem liegt aber im Detail“, sagt er. Schiller befürchtet während der Aktionswoche eine „unheilige Kakophonie von Meinungen und verschiedenen Vorschlägen“, die nicht miteinander vereinbar wären. Er selbst plädiert für eine Verkehrsberuhigung in der Schweizer Straße. Zugleich kritisiert er, dass der Radentscheid bei den Planungen der Stadt „uneingeschränkten Vorrang“ erhalten hätte, „obwohl er nicht demokratisch legitimiert ist“.

Laut Stadtplanerin Gaube können wohl nicht alle Anliegen gleichermaßen in der Planung berücksichtigt werden. Daher wolle man zumindest ein Gespür für die Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger erhalten. „Wir fragen nicht nach konkreten Maßnahmen, sondern dem Wunsch hinter der Maßnahme“, so Gaube. Die Aktionswoche war ursprünglich für das zweite Quartal dieses Jahres vorgesehen, man habe aber eine längere Vorbereitungszeit benötigt.

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung werden nach Abschluss dieser in einem öffentlichen Dokument zusammengestellt. Dieses dient neben der Machbarkeitsstudie als Grundlage für den anschließenden Realisierungswettbewerb zum Schweizer Platz und den Ideenwettbewerb zur Schweizer Straße. Beide sollen Anfang des kommenden Jahres starten. Zum Jahresende sollen die Preisträger:innen ihre Entwürfe öffentlich präsentieren und dabei auf den Einbezug der in der Aktionswoche gesammelten Vorschläge eingehen. Für die weitere Planung und Umsetzung des Bauprojekts nennt Gaube derzeit keine konkreten Zeiträume.

In der Schweizer Straße soll der Radverkehr zu beiden Seiten eine eigene Spur erhalten.
In der Schweizer Straße soll der Radverkehr zu beiden Seiten eine eigene Spur erhalten. © Stadt Frankfurt

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