+
Gabriele Umbach (links) und Yvonne Weger-Haupt.

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Die neue Brunnenkönigin

  • schließen

Gabriele Umbach wird ein Jahr lang die Brunnen- und Kerbegesellschaft und den Stadtteil repräsentieren.

Noch grüßt Gabriele I. in zivil. Denn die neue Brunnenkönigin ist noch nicht offiziell im Amt. Erst beim Sachsenhäuser Brunnenfest im August wird Gabriele Umbach, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, Kleid und Schärpe tragen. Blau wird es sein, ihre Lieblingsfarbe, mehr verrät sie nicht. Umbach übernimmt das Zepter von ihrer Vorgängerin Yvonne II.. Beide hatten sich vergangenes Jahr beworben. Der Präsident der Brunnen- und Kerbegesellschaft, Dieter Breidt, entschied die Reihenfolge pragmatisch - nach dem Eingang der Bewerbungen. Wichtig sei ihm aber auch, dass die Königinnen natürlich seien. Und dieses Attribut könnten beide erfüllen.

Das Scheinwerferlicht scheuen sollten die Hoheiten ebenfalls nicht. Schließlich müssen sie ein Jahr lang die Brunnen- und Kerbegesellschaft in Hessen und deutschlandweit repräsentieren. Umbach hat durchaus Erfahrung auf der Bühne. Schon als Kind tanzte die gebürtige Sachsenhäuserin bei der Frankfurter Karnevalgesellschaft Rot-Weiss Garde und stieg vor zehn Jahren wieder ein.

Ein bisschen aufgeregt ist die 49-Jährige, die als Angestellte im Geld- und Werttransport arbeitet, trotzdem. Denn Reden halten musste sie bisher noch nicht. Da kann ihr dann die ehemalige Majestät helfen. Die hat nun nicht nur Erfahrung gesammelt, sie ist auch Büttenrednerin. „Es war eine eindrucksvolle und aufregende Zeit“, sagt Yvonne Weger-Haupt. Sie habe viele tolle Menschen kennengelernt.

Rund 80 Termine absolvierte die 54-Jährige, neben ihrem Vollzeitjob bei der Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF). Höhepunkt war ein dreitägiges Königinnentreffen in Witzenhausen, wo sich 200 Majestäten aus ganz Deutschland trafen. Nicht nur Frauen. Mit dabei war etwa auch der Thüringer Bratwurstkönig aus Suhl.

Weger-Haupt rät ihrer Nachfolgerin, die Zeit zu genießen und keinen Termin auszulassen. Den Rat will Umbach befolgen. Die zweifache Mutter freut sich neben dem Brunnenfest besonders auf den Hessentag im kommenden Jahr. Außerdem auf neue Bekanntschaften.

Die meisten Königinnen seien zwar sehr viel jünger, aber sie sei toll aufgenommen worden, sagt Weger-Haupt. „Viele Vereine gehen weg von den ganz jungen Königinnen“, weiß Breidt zu berichten. Die merkten, dass Frauen im höheren Alter auch ihren Wert hätten und das junge Aussehen nicht das sei, was sie ausmachten. Auf die reiferen Frauen sei zudem mehr Verlass.

Und sie sollen ja auch den Stadtteil gut repräsentieren. „Die Brunnenkönigin macht Werbung für das Viertel“, sagt Breidt. Durch sie würden die Menschen wieder an Sachsenhausen erinnert - auch durch das Brunnenfest. Breidt würde sich wünschen, dass die Anwohner sich mehr damit identifizierten, sie sollten sagen, „das ist unser Fest“. Ein wenig Tradition ginge da schon verloren. Und dabei wolle man mit dem Fest auch daran erinnern, wie wichtig Wasser sei.

Darum sollen die Königinnen sich auch immer ihren Lieblingsbrunnen aussuchen. Umbach hat sich für das Königsbrünnchen an der Oberschweinstiege entschieden. An dem ist sie schon als junges Mädchen mit ihren zwei Schwestern und dem Vater auf dem Sonntagsspaziergang vorbeigekommen.

Die Krönung findet während des Sachsenhäuser Brunnenfests am Donnerstag, 15. August, um 19 Uhr auf dem Paradiesplatz statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare