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Die Räppler Boris Hüttig und Uli Schlepper (v.l.) haben eine neue Alt-Sachs-Hymne auf ihr Lieblingsviertel Sachsenhausen verfasst.

Sachsenhausen

Sachsenhausen: Ein Rap auf den Ebbelwei

DJs und Partymacher widmen dem Ausgehviertel Alt-Sachsenhausen eine neue Hymne. Der „Alt-Sachs Rap - Über die Brück“ erreichte auf Youtube kurz nach Erscheinen gut 20 000 Aufrufe.

Man nehme eine Prise Ironie, etwas wahre Liebe, einen großen Löffel Tradition – und die Jugend von heute. Mische das Ganze mit einem Hauch Orient und Frankfurter Gebabbel und würze alles nach Belieben mit Handkäs, Ebbelwei und Geripptem nach.

Das Ergebnis ist etwas, was nur „Räppler“ können. Davon gibt es auf der Welt genau zwei – in Frankfurt. Uli Schlepper alias Wallace Love (50) und Boris Hüttig (37) alias Boris Bude oder Buffalo Bude – besser bekannt als „Buffalo & Wallace“. Die DJs und Partymacher haben eine Rap-Hymne zum Ebbelwei in Alt-Sachsenhausen aufgenommen – und kurz nach Veröffentlichung fast 20 000 Aufrufe auf der Videoplattform Youtube eingeheimst. „Alt-Sachs Rap – Über die Brück‘" heißt der Titel, den die beiden als „Hommage an unsere Hood, das liebenswerte aber oft verpönte Alt-Sachsenhausen“ bezeichnen.

Ebbelwei-Rap hat auch orientalische Elemente

Alt-Sachsenhausen sei schon früh als Vergnügungsviertel entstanden. Die Frankfurter sollten dort hin gehen zum Trinken und Feiern, sagt Schlepper, der auch zur Initiative Alt-Sax-Neu gehört. Denn Als-Sachs sei heute viel besser als sein Ruf, sagt Bude. „Wenn alle zusammen unsere schönsten Traditionen feiern, ist es gut.“ Sie meinen die uralten Lokale, Handkäs, Mispelsche und Apfelwein.

Dass die Melodie der „Räppler“ zum Teil auch orientalische Elemente hat, liege an den Shisha-Bars. „Sie sind da, aber das Urige noch viel mehr“, sagt Schlepper. „Ich fahr dahin nach einem stressigen Tag, weil ich die Gässchen so mag“, rappen die beiden.

„Komm‘, wir fahren nach Dribbdebach, kipp‘ mir den Ebbelwei hinein ins gerippte Glas“, heißt es zwischen Beschreibungen von Handkäs ohne Gabel, Frau Rauscher, Affentor, Feiern und Gemütlichkeit. Der Song schafft es, zum Schunkeln, Rappen und Mitsingen. Er schafft es auch, Sachsenhäuser, Frankfurter und Touristen zugleich zu locken. „Wir haben den Henninger, was brauchen wir den Eiffelturm?“, frotzeln Wallace & Buffalo. Produziert hat den Rap-Ohrwurm DJ Release. Der Frankfurter legt ebenso auf wie das Sachsenhäuser Party-Duo und ist ein Urgestein der Szene. „Weil du mich liebst“ von J-Luv oder „Ich bin so“ von Sabrina Setlur hat er ebenso produziert wie die Single zu dem Album „Bei meiner Seele“ von Xavier Naidoo. Sie landeten damit auf Platz 1 der deutschen Charts. Goldene Platten sind bei DJ Release keine Seltenheit. Wallace & Buffalo spekulieren nur ein wenig auf einen Hit. „Uns geht es darum, dass jeder Song, den wir schreiben, Spaß macht. Wir singen, was wir empfinden und erleben“, so Schlepper, der mit Hüttig einmal im Monat in der Batschkapp auflegt. Auch danach kommen sie gern nach Alt-Sachs. „Über die Brück‘ halt.“

Ebbelwei-Rap:„Musik ist unser Ausgleich“

„Dribbdebach ist auch tagsüber schön. Da kann man sich bei Rippchen mit Kraut näherkommen“, sind sie überzeugt. Das Partyvolk kommt viel später. Wer mag, kann vom Handkäs zum Tanzen rübergleiten. „Wir wollen, dass die Hibbdebacher wieder viel öfter nach Dribbdebach kommen. Und wer Frankfurterisch nicht versteht, der spürt, was wir singen“, sagt Hüttig. Beide sind in Sachsenhausen groß geworden und haben neben ihren Hobbys eine Eventagentur. „Musik ist unser Ausgleich“, sagt Schlepper.

https://www.youtube.com/watch?v=pNxJqVkdkqo

Sabine Schramek

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