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Eine S-Bahn (Symbolfoto).

Niederrad

Lyoner Quartier statt Bürostadt

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Der Ortsbeirat 5 fordert den Magistrat auf, das Viertel umzubenennen. Wege sollen zudem so gelegt werden, dass die S-Bahn schneller erreicht wird.

Lyoner Quartier – dieser Name für die Bürostadt Niederrad ist seit Freitagabend wieder ein Stück wahrscheinlicher. Einen Antrag, in dem der Magistrat vom Ortsbeirat 5 aufgefordert wird, das Viertel entsprechend umzubenennen, verabschiedete das Gremium in seiner Sitzung am Freitag.

Zuvor allerdings war es im Rahmen der Bürgerfragestunde diesbezüglich zu einem unerwarteten Vortrag gekommen. Ernst Erich Metzner, emeritierter Professor unter anderem für Germanistik, beklagte, dass bei der Namensgebung aus sprachhistorischer Sicht auf die Wissenschaft, auf ihn, hätte gehört werden müssen. „Ich plädiere für den Namen Rotenhamm“, erklärte Metzner, da sich daraus eine historische Bindung ergebe, was bei Lyoner Quartier nicht der Fall sei.

Die früher in Niederrad befindliche Siedlung hätte Rotenhamm geheißen, was auf die Biegung des Mains an dieser Stelle zurückzuführen sei, der sozusagen gehemmt würde, sagte Metzner. Und zum anderem, weil der Sand dort rot gewesen sein soll.

Sowohl beim Ortsbeirat als auch bei den anwesenden Bürgern sorgte der mehrminütige Vortrag für Unverständnis. An der Entscheidung vermochten die Ausführungen ohnehin nichts zu ändern.

Grünere Tram-Trassen

Wesentlich interessanter offenbarte sich für die Zuhörer der Vortag von Detlef Hans Franke, Geschäftsführer der Standort-Initiative Neues Niederrad. Franke stellte die Pläne des Frankfurter Architektur- und Stadtplanungsbüros Raumwerk vor, wonach Straßen verschmälert, Entrees freundlicher, Tram-Trassen grüner und Wege neu geschaffen werden sollen.

Ein anwesender Bürger wünschte sich dabei, die Wege quer durch die Bürostadt zu legen, „damit man schneller zur S-Bahn-Station gelangt.“ Laut Franke sei genau das angedacht.

Für einige Diskussion sorgte hingegen eine größere Freifläche an der Lyoner Straße. Die Stadt, so Franke, plane dort den Bau eines Behördenzentrums. „Sollte ein solches kommen, dann aber mit Geschäften im Erdgeschoss“, forderte Franke. Ob es aber nicht sinnvoller sei, dort über ein Einkaufszentrum nachzudenken, wurde Franke gefragt. Der wiederum sieht keinen Anlass. „Um die Einkaufsmöglichkeiten steht es gar nicht so schlecht.“ Es gebe bereits schon Supermärkte und Discounter.

Auch beim Verkehr sehe er keine Probleme, was eine Besucherin mit Blick auf die geplanten schmaleren Straßen befürchtete. „Die Straßen sind bisher auch nur einspurig, das wird so bleiben“, erklärte Franke. Lediglich von den Seiten rückten Gehwege und Grün näher an den Asphalt heran – im vielleicht dann schon bald Lyoner Quartier.

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