+
Reger Betrieb am Flughafen Frankfurt (Symbolfoto).

Flughafen

Fraport-Aktionär sorgt sich um Sicherheit

  • schließen

Zunehmender Einsatz von Leiharbeit auf dem Vorfeld gefährde die Menschen auf dem Vorfeld. Antworten wird es auf der heutigen Hauptversammlung nicht geben.

H at Fraport mit ihrem Manila-Flopp das Geld der Aktionäre verbrannt? Ist die Sicherheit auf dem Flughafenvorfeld angesichts der zunehmenden Leiharbeit noch gewährleistet? Und werden die Billigflieger den Trend zum Outsourcing noch verstärken?

All dies Fragen, die der Darmstädter Aktionär Bernd Trumpfheller im Vorfeld der Hauptversammlung des Flughafenbetreibers am heutigen Dienstag, 23. Mai, gestellt hat. Antworten wird er keine bekommen. Auch die Begründung seiner Gegenanträge hat der Konzern mit dem Hinweis auf das Aktienrecht nicht veröffentlicht. Einzig die Anträge selbst sind in den Unterlagen zur Hauptversammlung zu finden Trumpfheller fordert darin, der Entlastung des Vorstands nicht zuzustimmen.

„Die Ablehnung ist willkürlich und verletzt das öffentliche Interesse“, sagt der Aktionär. Immerhin befinde sich der Konzern zu mehr als 50 Prozent im Eigentum der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen. Er wirft dem Vorstand vor, die Gesamtkosten im Geschäftsbericht 2016 nicht dargelegt zu haben, es fehlten wichtige Zahlen zum gescheiterten Engagement am Flughafen von Manila. „Das müsste auch Auswirkungen auf die Vorstandsvergütungen und Pensionszusagen haben.“ Die seien viel zu hoch angesetzt.

Der zweite Fragenkomplex betrifft mögliche Pläne, für Ryanair und andere Billigflieger einen vierten Finger an das neue Terminal 3 zu bauen. Trumpfheller möchte nicht nur wissen, wie hoch die Kosten für diese Zwischenlösung sind, sondern auch, wie Fraport den Betrieb dort organisieren will. Wie soll das Umsteigen funktionieren, wie der Anschluss an die Gepäckförderanlage? Auch fragt der Darmstädter, wie viel zusätzliche Busse für den Transport der Passagiere auf dem Vorfeld notwendig sind und ob der Konzern das zusätzlich nötig werdende Personal zu Fraport-Mitarbeiter-Konditionen einstellt.

Die Befürchtung dahinter ist, dass die Leiharbeit bei den Bodenverkehrsdiensten weiter zunimmt – trotz gegenteiliger Abmachungen mit dem Betriebsrat. Trumpfheller warnt vor den Folgen: „Wegen der komplexen Arbeitsabläufe ist die Sicherheit auf dem Flughafenvorfeld gefährdet.“ Laut Fraport-Sprecher Dieter Hulick ist noch nicht entschieden, wo die Billigflieger künftig abgefertigt werden sollen. Die eine Variante betrifft den Süden des Flughafens, direkt neben Terminal 3. Die zweite ist der Ausbau des Busgates im Norden neben Terminal 2. Die Passagiere könnten dort per Bus auf das Vorfeld transportiert werden.

Das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau empfängt die Aktionäre heute vor der Jahrhunderthalle Höchst mit einer Mahnwache und einer Kundgebung von 9 bis 11 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare