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Wenn man’s von außen sieht, ist es für den Baum schon zu spät.

Rußrindenkrankheit

Etwa 130 Ahorne in Frankfurt gefällt

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Die Rußrindenkrankheit hat auch in Frankfurt zahlreiche Bäume befallen.

Mit Mundschutz und Overall nähern sich die Mitarbeiter des Grünflächenamts der Gefahr: Die Rußrindenkrankheit hat auch in Frankfurt zahlreiche Bäume befallen. Etwa 130 seien bereits gefällt worden, berichtet das Amt, die meisten im Volkspark Niddatal, im Riederwald, im Goldstein- und im Rebstockpark. Auch im Stadtwald ließ die Verwaltung einige Bäume entfernen. Zurzeit wird der Bestand im ganzen Stadtgebiet überprüft.

Der Schimmelpilz infiziert Ahornbäume, vor allem junge. Seine Sporen können Atemwegsprobleme bei Menschen auslösen, Reizhusten, Fieber, Schüttelfrost. Auch in Nachbarstädten sind viele Bäume befallen – im mittelhessischen Lich sollen gar 30 000 Ahorne gefällt werden.

„Wir haben bei einigen Bäumen den Befall festgestellt und sie entfernt“, sagt Peter Rodenfels, stellvertretender Leiter der Abteilung Stadtforst im Frankfurter Grünflächenamt. „In Wegesnähe fällen wir kranke Exemplare“, betont er, damit etwa spielende Kinder oder auch Hunde nicht durch Sporen belastet werden. Zudem leide die Stabilität der Bäume. Einige kranke Ahorne stünden noch, sie würden in den nächsten Tagen mit dem Harvester entfernt. „Und im Niedwald müssen wir noch gucken.“ Im Wald gebe es keine gesetzliche Pflicht, die Bäume zu fällen, sagt Rodenfels. „Dort, wo Menschen unterwegs sind, sorgen wir natürlich für Sicherheit.“

„Es tut uns um jeden einzelnen Baum leid, der jetzt aufgrund der Rußrindenkrankheit gefällt werden muss“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Aber der Pilzbefall ist eine direkte Folge des trockenen und heißen Sommers 2018.“ Er habe die Bäume stark geschwächt und anfällig für Krankheiten und Parasiten gemacht. Heilig: „Wir spüren die Folgen des Klimawandels.“ Nun sei es an den Fachleuten, passende Bäume für das sich verändernde Klima zu finden.

Den Befall erkennt man daran, dass die Rinde aufreißt und ein schwarzer, rußartiger Pilz unten am Stamm erscheint. Dann ist es zu spät. „Der Pilz kann jahrelang im Baum stecken“, sagt Bernd Roser, Abteilungsleiter Grünflächenamt, „und wenn der Baum dann durch die Hitze geschwächt ist, bricht er aus.“ Das Holz kann nach dem Fällen nur noch verbrannt werden.

Was tun, wenn ich einen befallenen Baum sehe? „Wir empfehlen nicht, sich zu nähern“, sagt Roser. Als 2016 erste Fälle im Niddapark auftraten, erging eine Betriebsanweisung an die Mitarbeiter, sich zu schützen. „Aber es ist ist wie bei vielen Umweltbelastungen: Die einen sind empfindlicher, andere nicht.“ Einige Waldarbeiter hätten nach längerer Einwirkung Lungenprobleme gehabt, die aber vorübergingen.

Die Baumkrankheit ist bei uns erst etwa seit 2006 bekannt. Sie kam aus Nordamerika und Nordwesteuropa. Wer befallene Bäume entdeckt, sollte Abstand halten und dem Grünflächenamt Bescheid sagen: 069/212-30991 (Bäume in Parks und Grünanlagen) und 069/212-33117 (Wald).

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