Marianne Formanek an ihrem 93. Geburtstag. 
+
Marianne Formanek an ihrem 93. Geburtstag. 

Marianne Formanek

Die Rundschau noch immer im Herzen

Ehemalige Mitarbeiterin feiert 100. Geburtstag.

Eine ehemalige Mitarbeiterin der Frankfurter Rundschau feiert am Sonntag ihren 100. Geburtstag. Marianne Formanek hat 20 Jahre in der telefonischen Anzeigenabteilung dieser Zeitung gearbeitet.

„In der Anzeigenabteilung muss Hochdeutsch geredet werden“, begrüßt man sie gleich am ersten Tag. Der sächsische Dialekt legt sich und Marianne Formanek bleibt.

Die kaufmännische Angestellte ist am 19. Januar 1920 in Chemnitz geboren. 1945 wird die Familie nach Marburg evakuiert. Von hier aus geht Marianne zehn Jahre später nach Frankfurt und findet in der Bockenheimer Leuchtenfabrik Schanzenbach & Co eine Stelle als Stanzerin. Nach der körperlich anstrengenden Arbeit bewirbt sie sich nur wenige Jahre später beim damaligen Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main und beginnt am 1. Februar 1960 bei der Frankfurter Rundschau.

Von nun an erreichen sie täglich zahlreiche Nachrichten von Immobilienanzeigen bis Partnerschaftssuchen, die sie überwiegend telefonisch aufnimmt. „Manchmal war eine Samstagsausgabe so dick, die hat kaum in den Briefkasten gepasst“, erinnert sich ihr 72-jähriger Sohn, Lothar Formanek. Er weiß, dass sie heute noch „gerne an diese Phase ihres Lebens denkt. Sie ist sehr in ihrem Beruf aufgegangen und fand die Zeit einfach nur schön.“ In den 20 Jahren ihrer Anstellung erfährt sie einigen Wandel. Die Artikel werden zu ihrer Anfangszeit noch in Bleilettern gesetzt. „Das war auch für ihre beiden Söhne spannend zu beobachten“, sagt Formanek, der seine Mutter oft am Arbeitsplatz besuchte.

Als dann die ersten Bildschirme eingesetzt werden, erlebt Marianne Formanek eine große Umbruchphase. Viele Schriftsetzer verlieren ihre Stellen, doch der Zusammenhalt an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz sei sehr familiär und stark gewesen. Die Angestellten haben sich mit der Zeitung identifiziert. „Meine Mutter ist ein rundum zufriedener Mensch“, sagt ihr Sohn. Und noch heute erinnert sich die Hundertjährige an „ihre Rundschau“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare