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Insektenparadies an der Deutschherrnbrücke, mit Mainwasser beregnet.
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Insektenparadies an der Deutschherrnbrücke, mit Mainwasser beregnet.

Ruhrorter Werft

Ruhrorter Werft Frankfurt: Im Osten geht die Sonne auf

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Neues Leben im alten Hafengebiet: Die Ruhrorter Werft blüht und gedeiht, ein Dorado besonders für junge Leute auf Rollen.

Wo anfangen? Vielleicht im Jahr 1908. Da entstand der Frankfurter Osthafen und die einzelnen Abschnitte erhielten die Namen von Rheinhäfen. Hundert Jahre später begann Frankfurt, die Industriebrachen für die Menschen zu öffnen. Zunächst die Weseler Werft, heute beliebter Schauplatz für Theater und Musik, später die Ruhrorter Werft.

Sie ist am Donnerstag Startpunkt eines Spaziergangs zu Orten des neuen Frankfurts. „Das Grünflächenamt hat hier etwas Sagenhaftes gemacht“, lobt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Gemeint ist der Abschnitt vom Restaurant „Oosten“, dessen Aussichtsterrasse und Toiletten übrigens allen zur Verfügung stehen, bis zum Hafenpark.

Ostend-Ortsvorsteher Hermann Steib plaudert aus alter Zeit: Wie dieser Teil des Mainufers einst grüne Ausgleichsfläche für die Erweiterung des Museums der Weltkulturen werden sollte. „Die Museumserweiterung kam nicht – das Grün kam trotzdem.“ Der Hafenpark, sagt er, den viele Menschen für Sport und Erholung nutzen, sei der erste im Internet entwickelte Park. Neuste Errungenschaft dort: ein Hügelparcours, auf dem es sich mit allem fahren lässt, was Räder hat, ohne ständig strampeln zu müssen. Einmal Schwung holen reicht für mindestens eine Runde. Das Ganze heißt „Pumptrack“. Man parliert englisch in Skaterkreisen. Aber so weit waren wir noch gar nicht.

Am „Oosten“ steht die längste Bank Frankfurts (zwölf Meter), weil drunter ein wichtiger Zugangsschacht der Stadtentwässerung liegt. Die Bank lässt sich teilen. Mehr Bänke „zum Fläzen“ (Heilig) säumen den Weg, der im Sommer leider selten von der Europäischen Zentralbank beschattet, aber stets optisch dominiert wird. Wenigstens konnte die Stadt der EZB das Mainufer „aus den Rippen leiern“, sagt Heike Appel, die Grünflächenamtsleiterin: „Für Frankfurt ist sie wichtig, die Uferpromenade, die Wegverbindung.“

Außer den Holzbänken säumt den Weg eine Versorgungsleitung, die aus voller Absicht im historischen Stil abgedeckt ist: mit stählernen „Tränenblechen“, sagt Amtmann Friedrich Diestelmeier, der praktisch alles weiß, jedenfalls über die Ruhrorter Werft, darunter solch wundervolle Details.

Mainwasser lässt es blühen

An der Deutschherrnbrücke grünt und blüht es schamlos. Lilien, Thymian, Oregano, Schmetterlingsflieder, Minze. Dann Platanen, Gelbblühende Kastanien, Eschen, Sumpfeichen. Kein Wunder, die Pracht – alles beregnet mit einer Mainwasseranlage. Fußwege mäandern zwischen Wildwiesen. Eine Herde aus überdimensionalen Halmen, Klangkugeln an der Brücke (Kunst). Die Hafenbahngleise. Alle fünf Minuten Güterzüge. Es ist Großstadt, es ist laut, es ist Stadtnatur, es ist schön. Es macht dort Spaß, Frankfurter zu sein. Besonders den Skatern auf dem Pumptrack. 381 000 Euro hat die Anlage gekostet. Gut angelegt, wenn man das Gewusel der jungen Leute betrachtet. Der weiteren Wünsche wären viele, sagt Ortsvorsteher Steib, etwa abendliche Beleuchtung für das Basketballfeld. Dezernentin Heilig ist skeptisch. Wenn es dunkel werde, sollte Ruhe einkehren, findet sie und schaut auf die andere Straßenseite. Da wachsen Wohnungen. Gegenseitige Rücksichtnahme, so müsse das laufen in der Stadt.

Und die Zukunft? „Perspektivisch wollen wir weiter bis Offenbach“, sagt Heike Appel. Und endlich die Grüngürtelücke am Ostbahnhof schließen. Hermann Steib: „Das erleben wir noch.“

Hier ein Grund zur Freude für Radfahrende: Die elende Kopfsteinpflaster-Rüttel-und-Schüttelstrecke von der Weseler zur Ruhrorter Werft bekommt einen Streifen aus Asphalt. Endlich. Drei Meter breit. Aufschwung Ost.

Die Ruhrorter Werft einst (unten) und heute.

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