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Wer in den Gibson-Club will, muss geimpft oder genesen sein.
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Wer in den Gibson-Club will, muss geimpft oder genesen sein.

Frankfurt

Rückkehr zur Normalität in Frankfurt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Das Nachtleben in Frankfurt geht langsam wieder los. Die Folge: Warteschlangen vor Clubs und Discos.

Die Schlange vorm Gibson reicht um kurz vor elf am Samstagabend Dutzende Meter weit bis zu einem Juweliergeschäft an der nächsten Querstraße. Glücklich ist, wer sich schon eine Stunde vor dem ersten Einlass in den Club mitten auf der Zeil angestellt hat.

Mit erwartungsfrohen Gesichtern stehen drei junge Frauen aus Obertshausen ganz vorne. Nur wenige Meter trennen sie noch vom lange ersehnten Tanzerlebnis. „Nach Corona will man feiern“, sagt Larissa Rudolf. „Da ist definitiv Bedarf da und es hat ein großes Defizit vorgeherrscht“, fügt die 23-Jährige hinzu. Ihre Freundin Gloria Eckhardt berichtet, dass sich das Trio schon am Vorabend vergeblich angestellt und nach zweieinhalb Stunden Wartens aufgegeben habe. „Ich tanze halt gerne und finde die Location gut“, sagt die 24-Jährige, „es ist alles ein bisschen gehobener.“ Für Désirée Waschkun, die Dritte im Bunde, bedeutet der Abend „Freude und Euphorie“. Ayuub Nur, der dahinter in der Schlange steht, gibt sich cool: „Ich bin entspannt und freue mich auf alles“, sagt der 22-Jährige.

Es herrscht gelöste Stimmung unter den zumeist sehr jungen Wartenden, die sich teilweise ordentlich aufgebrezelt haben. Selfies werden gemacht, Flaschen geleert und es wird geplaudert. Einige halten schon Personalausweis und Handy, auf dem die Luca-App gespeichert ist, für den Einlass bereit. Nach der 2G-Regelung zur Eindämmung der Pandemie darf nur in den Club, wer geimpft oder genesen ist und seine Daten auf dieser App hinterlegt hat.

Drinnen ist es nach Einlass der ersten Gäste noch immer ziemlich leer und die Tanzfläche füllt sich um Mitternacht nur langsam zu Elektrobeats. Durch die Lüftung wirkt der Raum im Untergeschoss noch etwas kühler. An einigen reservierten und abgetrennten Sitzecken, für die es vor dem Eingang auch eine separate Schlange gibt, werden Magnumflaschen Hochprozentiges mit Tischfeuerwerk von Mitarbeiterinnen in Glitzerkostümen serviert. Mit der 2G-Regelung kann das Publikum im Gibson seit rund zweieinhalb Wochen ohne Masken und Abstand zusammenkommen.

„Es fühlt sich wieder normal an“, sagt die 19-jährige Geraldine Weiwers und nippt an ihrem Getränk. Maximilian Müller findet es „befreiend“, wieder feiern gehen zu können, obwohl die 15 Euro Eintritt schon üppig gewesen seien. „Da muss man schauen, ob es sich lohnt“, sagt der 18-Jährige mit Bierflasche in der Hand. Gibson-Geschäftsführer Bastian Bernhagen berichtet, dass es aufgrund von Corona lediglich beim Eintritt am Donnerstag einen Preisaufschlag gegeben habe.

Draußen vor dem Club geht es währenddessen nur schleppend voran. Andy, Jordan, Sven und Tony sind nach dem Tipp einer Frankfurter Freundin eigens drei Stunden aus Bielefeld angereist, um ins Gibson reinzukommen. Sie stehen noch weit hinten an. „Das gibt’s doch nicht“, sagt der 29-jährige Jordan und blickt die Schlange entlang bis zum Anfang. Kumpel Sven entgegnet, „jetzt ziehen wir das durch“.

Um die Ecke vor dem Zoom in der Brönnerstraße geht es nach Mitternacht ruhiger zu und es gibt kaum Andrang. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie hat der Club wieder geöffnet. Eine Gruppe Psychologiestudentinnen trägt Masken, die aber weder für den Einlass noch in der Disco nötig sein werden. „Wir haben richtig Lust“, sagt Saskia Hess. Die 29-jährige Frankfurterin ist mit einer weiteren Gruppe von Frauen gekommen. „Wir wollen einfach nur tanzen, bis wir nicht mehr können und freuen uns, wieder mehr Freiheitsgefühl zu haben“, sagt ihre gleichaltrige Freundin Stella. Die 28-jährige Corinna meint, „man muss sich erst mal wieder dran gewöhnen nach so einer langen Pause“.

Das kann Eva Daniels am Folgetag bestätigen. Sie ist geschäftsführende Gesellschafterin des Zooms und zieht nach dem ersten Abend Bilanz. „Es ging nicht so lange wie vor Corona“, berichtet sie. „Die Gäste hatten noch nicht so ein langes Durchhaltevermögen.“ Allgemein zeigt sie sich sehr zufrieden: „Die Leute kamen, der Laden war voll.“ Am Eingang habe es bezüglich der 2G-Regelung „keine Diskussionen“ gegeben.

Auch vor dem Cave, nur einige Häuser vom Zoom entfernt, freut sich ein Mitarbeiter am Samstagabend über die Resonanz. „Die 2G-Regelung wird von einigen Clubs angenommen“, berichtet Victor Oswalt, Sprecher des Vereins „Clubs am Main“. Neben Gibson und Zoom hätten auch das Tanzhaus West seit Anfang Oktober sowie die Batschkapp geöffnet, die ihren Einlass durch personalisierte Tickets regele.

Interview Seite F4

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