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Stefan Majer wird Superdezernent
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Stefan Majer wird Superdezernent

RÖMERBRIEFE

Rückblick in Superlativen

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Die Koalitionsverhandlungen sind vorbei. An welche Momente wird man sich erinnern? Wir sagen es Ihnen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Jetzt haben wir’s geschafft, oder?

Leppert: Ich denke, schon.

Busch: Wobei, wir sollten schon noch die dritten Vornamen der neuen Dezernentinnen und Dezernenten auswendig lernen.

Leppert: Hat Zeit. Die werden erst im September gewählt.

Wissen Sie auf Anhieb, was Sie am Dienstag um 19.52 Uhr gemacht haben, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik? Wir saßen vor dem Rechner und lasen die Mail von Volt, die genau um diese Zeit ankam. Darin stand: Koalitionsvertrag und Ergänzung angenommen. Und weil FDP, Grüne und SPD das zuvor schon erledigt hatten, konnten wir berichten: Die neue Koalition, V-Ampel genannt, steht. Endlich.

Wir sind etwas müde, und wenn wir in die Familiengruppe bei WhatsApp schreiben, ob jemand Lust auf eine „Bergtour“ hat, dann schreiben wir nur „Berg“, und sofort will das Handy daraus „Bergerhoff“ machen. Kennt es halt nicht anders. Trotzdem, lassen Sie uns gemeinsam noch einmal zurückblicken auf Höhe- und Tiefpunkte der vergangenen Wochen.

Wo wir falsch lagen

Die schlechteste Vorhersage: Wir haben uns oft gelobt, weil wir etwa an dieser Stelle prognostiziert haben, dass Stefan Majer von den Grünen so ziemlich jedes Dezernat bekommt. Aber einmal lagen wir voll daneben. Wir zitieren aus der FR vom 22. Mai (tags zuvor hatten die Parteien den Vertrag vorgestellt): „In der kommenden Woche müssen die vier Parteien ihre jeweilige Basis zu dem mehr als 200 Seiten starken Papier befragen. Von Zustimmung ist auszugehen.“ Sah man bei der FDP anders.

Der verrückteste Vorschlag: Wir haben fünf Posten im Magistrat zu vergeben, nehmen wir drei Männer und zwei Frauen – dachten sich die Grünen. Das ist angesichts des Frauenstatuts der Partei skurril. Ebenso gut könnten die Linken vorschlagen, den Tagessatz bei Hartz IV zu senken. Da die Linken in Frankfurt aber ohnehin nie in die Regierung kommen – und wenn sie noch so viele Fragebogen ausfüllen – droht da kein Ungemach. Im Übrigen sind Spott und Häme nicht angebracht. Die Grünen wollten halt mal neue Wege gehen. Wie die FDP, die plötzlich die autoarme Innenstadt forderte. Die Freie-Fahrt-für-freie-Bürger-Basis hat das zwar nie zur Kenntnis genommen. Las sich aber gut.

Und irgendwann: totale Erschöpfung

Die unangemessenste Kritik: Uwe Becker (CDU) schlug vor, eine Kerze anzuzünden, damit Frankfurt nicht so sehr leidet unter der neuen Koalition. Bisschen pathetisch, aber Becker ist immerhin Kirchendezernent. Dann meldete sich der frühere Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) zu Wort und verlangte eine zweite Kerze, „um dieses unsägliche Stück Literatur ( den Koalitionsvertrag, Anm. d. Red ) anzuzünden und in Rauch aufzulösen.“ Die passende Antwort lieferte Nico Wehnemann (Die Partei): „Das letzte Mal, als im Rathaus Bücher verbrannt wurden, ging das irgendwie nicht so gut aus.“

Der Moment der totalen Erschöpfung; Julia Frank (Grüne) schreibt auf Facebook, sie fahre mit Markus Frank, Jan Schneider (beide CDU) und Rosemarie Heilig (Grüne) nach Berlin. Das FR-Team: Verflucht, was sind das schon wieder für Verhandlungen, warum in Berlin, wer gibt uns dazu Infos? Die Auflösung: Julia Frank las auf ihrer Zugfahrt nach Berlin das „Journal Frankfurt“ – mit Beiträgen über die genannten Personen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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