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Rosa Cloudchen in Frankfurt: „Auch Fastnachtsflüchtige kommen“

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Von: Kathrin Rosendorff

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Anita Seidel leitet die Geschäftsstelle des Grossen Rats und organisiert auch das Programm der Rosa Cludchen Shows. Foto: Privat
Anita Seidel leitet die Geschäftsstelle des Grossen Rats und organisiert auch das Programm der Rosa Cludchen Shows. Foto: Privat © Privat

Die Rosa Cloudchen Shows werden laut Anita Seidel immer beliebter. Die 59-Jährige organisiert die auch in diesem Jahr ausverkauften beiden Veranstaltungen. Die sind keine normale Fastnachtssitzung, sondern eine bunt gemischte Show aus Travestie, Tanz und Gesang.

Wenig Schlaf bekommt Anita Seidel zur Zeit ab. Die 59-Jährige organisiert die Rosa-Cloudchen-Sitzungen sowie das Programm der Inthronisation des Frankfurter Prinzenpaars. Am gestrigen Sonntagabend und am heutigen Montagabend sind die beliebten und ausverkauften Rosa-Cloudchen-Shows im Titusforum in der Nordweststadt zu sehen. Es treten diesmal nicht nur Tanzgruppen aus ganz Deutschland, sondern auch die „Herrlichen Damen“ aus Wien auf. „Meine Jungs“ nennt Seidel ihre Truppe. Diese nennen sie liebevoll „Muddi“, weil sie immer den Durchblick hat mit ihren 22 Jahren Vereinserfahrung.

Was ist das Besondere an der Rosa-Cloudchen-Show, die jetzt wieder nach zweijährige Corona-Zwangspause stattfindet?

Es ist keine normale Faschingssitzung, sondern eine bunt gemischte Show aus Travestie, Tanz und Gesang. Hier gibt es keine Büttenreden oder Vorträge, sondern ein Mitmachprogramm. Meistens stehen die Gäste von Anfang an auf und tanzen und singen mit.

Warum braucht man eigentlich noch eine „Rosa-Cloudchen-Show“ im Jahr 2023? Könnten nicht alle Narren und Närrinnen, ob queer oder nicht, bei der Inthronisation des Prinzenpaares zusammen feiern?

Es gibt immer noch Menschen, die gleichgeschlechtliche Paare oder Menschen, die eben anders sind als sie selbst, nicht akzeptieren. Die sind bei Rosa Cloudchen nicht willkommen. Wir möchten mit der Show zeigen, dass wir alle gleich sind und jeder so sein darf, wie er möchte.

Die Rosa-Cloudchen-Shows sind meistens ausverkauft. Es kommen sogar Menschen, die sonst beim Wort Fastnacht sehr schnell die Flucht ergreifen. Ist das nicht so?

Es ist ein bunt gemischtes Publikum vieler Nationalitäten und aller Sexualitäten, und ja, auch „Fastnachtsflüchtige“ kommen gerne zu uns. Es ist schön, dass wir so einen großen Zuspruch haben und viele neue Leute jedes Jahr dazukommen. Nicht nur aus Frankfurt, sondern aus vielen Teilen Deutschlands kommen die Gäste angereist und das bestärkt mich darin, das Richtige zu tun. Wir haben knapp 1100 Gäste und können im Saal aber nur 550 unterbringen. Deshalb gibt es immer an zwei Tagen hintereinander die Rosa-Cloudchen-Show.

Sie organisieren nicht nur das Programm der Inthronisation des Prinzenpaars, sondern auch die Rosa-Cloudchen-Show. Wie schaffen Sie das noch neben ihrem Hauptjob als Schulsekretärin?

Das Organisieren liegt mir im Blut und am liebsten ist es mir, wenn ich es alleine machen kann und man mir freie Hand für die Gestaltung überlässt. Wenn dann alles geplant ist, dann teile ich die Leute ein, die mir bei den Veranstaltungen zur Hand gehen, wie beispielsweise Regie, Gästebetreuung, Kasse. Es ist schon eine Herausforderung, beide Jobs auf die Reihe zu bekommen, meiner Arbeit in der Schule gehört tagsüber meine Aufmerksamkeit und abends gehört sie der Fastnacht. Das bedeutet oft sehr wenig Schlaf, aber man gewöhnt sich daran. Wenn man ein zufriedenes lachendes Publikum hat, dann hat sich die Arbeit gelohnt.

Als was verkleiden Sie sich bei der Rosa-Cloudchen-Show?

Ich verkleide mich nur, wenn ich auf der Bühne moderiere und das in keinem speziellen Kostüm. Bei der Rosa Cloudchen trage ich unser schrilles pinkrosa Outfit mit dicker Boa und langem Glitzerkleid.

Interview: Kathrin Rosendorff

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