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Hier soll ab Mittwoch wieder alles funktionieren.

Sachsenhausen

Rolltreppen in Sachsenhausen sollen diese Woche wieder fahren

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Vertreter der Deutschen Bahn erklären im Ortsbeirat 5, wie die Reparaturen an Bahnstationen ablaufen und warum es immer wieder Verzögerungen gibt.

Diese Woche müsste die Rolltreppe im Freien an der S-Bahn-Station Mühlberg endlich wieder laufen. „Am Mittwoch wird die neue Treppe eingesetzt“, berichtete Stephan Hartung von der Deutschen Bahn. Sie hatte vor Jahren einen Totalcrash, Reparaturen halfen nicht. DB-Vertreter waren in die Sitzung des Ortsbeirat 5 am Freitag gekommen, um über Probleme, Wartung bei Aufzügen und Rolltreppen im Ortsbezirk zu berichten. Der Aufzug an der Station soll in gut zwei Jahren erneuert werden.

Am Lokalbahnhof steht eine der Rolltreppen ebenfalls seit einem halben Jahr still. Die Ersatzteile kamen nicht und beim Einbau habe sich herausgestellt, dass ein anderes großes Teil defekt war, so Hartung. Nächste Woche sollte sie jedoch wieder in Gang seien. Er könne nachvollziehen, dass viele überrascht und erzürnt seien, wie lange Reparaturen dauerten.

Und damit haben tatsächlich viele in der Sitzung so ihre Probleme. Da sei doch am System etwas falsch, sagte Jochem Heumann von der CDU. Er habe für die Argumente und Bürokratie kein Verständnis. Andere vermuteten, dass die Bahn sich nicht beeile, da sie trotzdem Geld von der Stadt bekomme.

Das Problem sei, dass man von den Herstellern abhängig sei, erwiderte Hartmut Schwarz von der DB. Die Bahn sei für 200 Fahrtreppen und 50 Aufzüge in Frankfurt zuständig. 90 Prozent ließe sich am gleichen Tag wieder in Gang bringen. Bei einigen sei es aber nicht so einfach, denn jede Treppe sei eine Einzelanfertigung.

Bis zu 280 000 Euro kann das kosten. Für jede müsse ein Angebot eingeholt werden, die ließen oft auf sich warten. Und man wolle seriöse Anbieter und kein Geld rausschmeißen. Die Teile, die oft aus China kämen, könne man nicht von der Stange kaufen.

Vier Mal im Jahr werde gewartet, die schlechteren sogar acht mal, so Schwarz. Überwacht werden sie durch ein Monitoring-System, früher mussten die Kunden das noch melden. In Raunheim gebe es zusätzlich ein Lager für Ersatzteile. Das Problem sei allerdings auch Vandalismus. Und für die Entfernung von Graffiti habe man etwa am Mühlberg bereits mehr als 130 000 Euro ausgegeben.

Knut Dörfeö (Linke) wollte wissen, ob es ein öffentliches System gebe, in dem Gehbehinderte oder Ältere nachschauen können, welche Anlage kaputt ist. Das sei für viele wichtig, um ihren Alltag zu meistern. Oder einen Notplan, wenn man an der Station angekommen, aber nicht weg könne. Auf den Webseiten der VGF und RMV werde in Echtzeit abgebildet, welche Anlagen funktionieren, erklärte Schwarz. Zudem hänge eine Telefonnummer in den Stationen aus. Manchmal werde auch schon mal die Feuerwehr zum Hochtragen gerufen.

Ärgerlich sei auch, dass oft kein Schild angebracht werde, wenn sie wieder funktioniere, so Sabrina Becker (CDU). Das sei so vorgesehen, „leider denken viele der Monteure oft nicht daran“, machte Schwarz klar.

Ob nicht im Südbahnhof schon in der Halle eine Anzeige angebracht werden könne, fragte Sophie Gneisenau-Kempfert (Grüne). Diese gehöre der Stadt, so Schwarz. Man wolle aber in der Unterführung eine weitere Anzeige anbringen. Zum Jahreswechsel 2020/21 sollen dort zudem alle Gleise über Aufzüge erreichbar seien.

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