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Immer mal zu spät: Oberbürgermeister Peter Feldmann.
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Immer mal zu spät: Oberbürgermeister Peter Feldmann.

RÖMERBRIEFE

Römerbriefe: Zu spät

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Wir sind spät dran mit den Römerbriefen – aber auch andere sind nicht immer pünktlich. Wir befinden uns da in bester Gesellschaft. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Du bist zu spät.

Busch: Tut mir leid. Ich weiß aber auch nicht, warum wir die Römerbriefe im Restaurant beim Mittagessen schreiben. Und wo ist mein Schnitzel?

Leppert: Das hab‘ ich gegessen.

Busch: In den drei Minuten?

Wir sind einen Tag zu spät dran, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Vielleicht haben Sie sich gestern gewundert, dass die Römerbriefe nicht in ihrer Donnerstagsausgabe zu finden waren. Nein, wir haben sie weder vergessen, noch sind wir im Urlaub (wobei wir selbst da ja an die Römerbriefe denken). Wir hatten einfach gestern eine Super-Sonder-Spezialausgabe zum neuen Magistrat. Also, so ganz ernsthaft alles. Welche Aufgaben der neue Magistrat hat, wie die politische Lage in Frankfurt ist, wer diese Dezernentinnen und Dezernenten sind. Da war nun wirklich kein Platz für unsere Satire. Und eines müssen wir ja auch dazu sagen: Wir sind nicht die Einzigen, die mal zu spät dran sind. Da gibt es noch ganz andere. Wir befinden uns da in bester Gesellschaft.

Zum Beispiel in der unseres Oberbürgermeisters. Peter Feldmann (SPD) kommt immer mal zu spät. Ehrlich gesagt: Er kommt öfter zu spät. Also eigentlich fast immer. Aber der Oberbürgermeister hat bei seinen Terminen auch stets so viele Hände zu schütteln. Vor Corona natürlich. In der Pandemie wird aber immer noch jeder und jede einzeln begrüßt, nur ohne Händeschütteln eben. Und das ändert dann nichts daran, dass sich die Termine hinziehen und er beim nächsten Termin spät dran ist. Im OB-Wahlkampf 2018 wurde seine Herausforderin Bernadette Weyland (CDU) mal gebeten, etwas Nettes über Feldmann zu sagen. Man muss dazu sagen: Die beiden konnten sich nicht ausstehen. Weyland fand dann gut, dass man sich auf Feldmann zumindest in einem Punkt verlassen könne: Er sei immer unpünktlich. Und was hat ihr die Fiesheit gebracht? Eben. Nichts. Feldmann siegte in der Stichwahl mit mehr als 70 Prozent. Man kann eben auch mal zu spät sein.

Dann wäre da noch der neue Koalitionsvertrag von Grünen, SPD, FDP und Volt. Der kam auch viel zu spät, hätte früher fertig sein sollen. Doch dann wollte die FDP-Basis eine Zusatzvereinbarung, die Technik spielte bei Abstimmungen nicht mit, die Grünen stritten übers Personal und ihr Frauenstatut. Ein Hin und Her bis dieser Vertrag endlich unterschrieben war. Statt vor der Sommerpause konnten so die neuen Stadträt:innen erst vor zwei Wochen gewählt werden. Die Opposition unkte schon über einen Fehlstart der neuen Stadtregierung. Aber was war am Ende? Die neuen Dezernent:innen wurden alle mit mehr Stimmen gewählt, als die Koalition zur Verfügung hat. Zu spät sein hat da nicht geschadet.

Zu spät dran waren auch die demokratischen Parteien im Stadtparlament, als es um die Wahl des ehrenamtlichen Magistrats ging. Der Einzug der AfD sollte verhindert werden, dazu hatten Ökolinx und die Fraktion „Die Fraktion“ aufgerufen. Die anderen sollten ihnen Stimmen abgeben, damit die eigenen Leute an der AfD vorbeiziehen. Doch es war in der Sitzung zu spät für Kommunikation und Abstimmung untereinander. Die Linken wählten alle den eigenen Vorschlag, ein paar anders verteilte Stimmen reichten nicht. Die AfD zog in den ehrenamtlichen Magistrat ein. Zu spät nachgedacht. Bei diesem Mal. Vielleicht sind alle beim nächsten Mal ja früher dran.

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