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Einträchtig nebeneinander stellen Grüne, SPD, FDP und Volt den Koalitionsvertrag vor. Über den mussten dann aber auch noch die Mitglieder der Parteien abstimmen.
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Einträchtig nebeneinander stellen Grüne, SPD, FDP und Volt den Koalitionsvertrag vor. Über den mussten dann aber auch noch die Mitglieder der Parteien abstimmen.

Römerbriefe

Römerbriefe: Wenn die Koalition platzt

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Die Römerbriefe blicken in die Zukunft – und da geht es nach den Mitgliederversammlungen von Grünen, SPD und FDP hoch her. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Warst du schon einmal bei einer Wahrsagerin?

Busch: Oh ja. Ich hab mir in Indien mal aus der Hand lesen lassen. Mir wurden drei Kinder prophezeit.

Leppert: Du hast aber nur zwei.

Busch: Ist offenbar nicht so einfach, in die Zukunft zu sehen.

Wir sind in einer misslichen Lage, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Es ist Mittwochmittag, und wir wollen in den Römerbriefen über die neue Koalition schreiben. Nun stimmen aber die Mitglieder der Grünen, der SPD und der FDP erst heute Abend über den Koalitionsvertrag ab. Wir wissen nicht, wie das ausgeht. Und nach den Abstimmungen haben wir auch keine Zeit mehr, die Römerbriefe zu schreiben. Da müssen wir über die Mitgliederversammlungen berichten. Und später erschöpft einen Döner essen. Aber wir wagen trotzdem den Blick in die Zukunft und sagen Ihnen, wie das Ganze am Abend ausgehen könnte – und was danach passiert.

0 Uhr: Eine Partei stimmt gegen den Koalitionsvertrag. Wir verraten nicht welche, aber das Ergebnis ist eindeutig. Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt platzt.

1 Uhr: Ein hoher CDU-Funktionär ruft die Presse an. Er bietet der SPD sechs Dezernate an, wenn sie mit der CDU koaliert. Wir sagen, dass wir das an die SPD weitergeben würden. Sobald wir unseren Döner aufgegessen haben.

2 Uhr: Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bucht seinen Urlaub schnell um. Eigentlich wollte er nach seiner geplanten Abwahl im Juli eine Bahnreise machen. Mit Regionalbahn, Interregio, D-Zug, IC, EC, ICE, TGV, RJ. Eine Fahrt davon im Nachtzug. Doch er könnte ja nun doch länger gebraucht werden.

3 Uhr: Die Grünen versuchen, auf die Schnelle eine Frau für einen Dezernatsposten zu finden. Die Mitglieder waren not amused, dass von den fünf Dezernaten drei an Männer gehen sollten. Missachtung des Frauenstatuts.

4 Uhr: Die Initiative „Frankfurt progressiv“, die ein Linksbündnis forderte, reaktiviert ihre Facebook-Seite.

5 Uhr: Janine Wissler ruft bei Bastian Bergerhoff an. Seit sie Bundesvorsitzende der Linken ist, hat sie sowieso keine Zeit mehr zum Schlafen und hatte für Mitternacht gleich eine Kreismitgliederversammlung einberufen. Sie bietet im Morgengrauen dem Grünen-Vorstandssprecher die Zusammenarbeit an. Bedingung: zwei Dezernate.

6 Uhr: Die SPD steckt den Grünen, dass sie von der CDU sechs Dezernate bekäme. Die Grünen versprechen eilig, den Sozialdemokraten eins abzugeben. Hätte sich auch die Sache mit dem Frauenstatut erledigt.

7 Uhr: CDU-Baudezernent Jan Schneider trifft sich mit Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), die nach den Plänen der geplatzten Koalition sein Dezernat übernehmen sollte. Sie bekäme es auch in einer Koalition mit der CDU, verspricht Schneider. Hauptsache, die CDU sei wieder im Spiel. Sie stoßen mit Grünem Tee an.

8 Uhr: Die FDP hat das Treiben in der Nacht verschlafen. Fraktionschefin Annette Rinn kann es kaum glauben, als sie am Morgen auf Facebook 10 000 neue Freunde bei „Frankfurt progressiv“ sieht. Sie greift panisch zum Hörer und lädt alle Parteien ins Haus der Jugend ein, in dem die Koalitionsverhandlungen stattgefunden hatten. Dort habe man doch immer so viel gelacht.

9 Uhr: Bergerhoff verkündet, dass ein neuer Koalitionsvertrag stehe. Er hat zwei Seiten. Und auch beim Magistrat wurde man sich einig: Er besteht aus fünf Parteien und 18 Dezernent:innen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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