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Römerbriefe: Uwe Becker fordert

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Kaum ein Tag ohne neue Forderungen von CDU-Parteichef Uwe Becker.
Kaum ein Tag ohne neue Forderungen von CDU-Parteichef Uwe Becker. © Michael Schick

Der CDU-Parteichef verlangt den OB-Rücktritt und nimmt immer mehr Leute in die Pflicht – wir haben weitere Vorschläge für ihn. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Ich fordere bei der Chefredaktion Käsekuchen mittwochs zum Schreiben der Römerbriefe.

Leppert: Und donnerstags Marmorkuchen.

Busch: Da schreiben wir aber keine Römerbriefe.

Leppert: Egal, da fordern wir das beim Verlag. Und freitags Sahnetorte beim Hessischen Verband der Zeitungsverleger. Und montags beim Bundesverband…

Seit 26 Tagen ist Uwe Becker Frankfurter CDU-Parteichef, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Und wir haben in diesen 26 Tagen viel von Uwe Becker gehört. Wir haben schon einen Ordner angelegt mit dem Titel: „Uwe Becker fordert“. Wir müssen ja den Überblick bewahren, denn kaum ein Tag vergeht ohne neue Forderung. Steuersenkungen, Ball des Sports zurückzuholen, Infrastruktur auszubauen, klar, als Chef einer Oppositionspartei muss man viel fordern. Was bleibt einem auch. Mit der Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wegen Vorteilsannahme lief Becker – der immerhin selbst mal OB werden wollte, aber bisher nie antreten durfte – dann zu Höchstform auf. Es ging Schlag auf Schlag. Er forderte den Rücktritt Feldmanns. Er forderte von der SPD, Schaden von der Stadt abzuwenden. Kurz darauf wird der Ton schärfer, er forderte von der Koalition, die schlimmste Regierungskrise im Römer abzuwenden. Dann wirft er der SPD vor, sie versündige sich an unserer Stadt und forderte sie auf, Verantwortung zu übernehmen. Nächstes Level zwei Tage später: Becker fordert von der SPD-Landesvorsitzenden Nancy Faeser und dem SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil. „Beenden Sie endlich diesen SPD-OB-Skandal!“

Unser Uwe-Becker-Ordner ist schon ziemlich dick. Aber wir finden: noch nicht dick genug. Es gibt noch so viele Dinge, die er fordern könnte. Wir haben da mal ein paar Vorschläge für morgen, übermorgen und überübermorgen:

Uwe Becker nimmt die Dezernent:innen der SPD in die Pflicht. Sie müssten sich jetzt deutlich von Peter Feldmann distanzieren. Bildungsdezernentin Sylvia Weber etwa dürfe keine Schule mehr eröffnen, so lange Feldmann noch im Amt sei. „Was soll auf dieser Schule denn unterrichtet werden?“, fragt Becker in einer Pressemitteilung: „Korruption als Leistungskurs und Selbstdarstellung als Grundkurs?“

Uwe Becker nimmt die Unterstützer:innen der SPD in die Pflicht. Namentlich wendet er sich an Bernd Reisig, der mit Feldmann befreundet ist. Auf Facebook schreibt Becker: „Dein Schweigen ist dröhnend, Bernd. Feldmann muss zurücktreten. Das weißt du, das weiß ich. Aber wenn ihm danach langweilig ist, kann du ihn ja zu deinem Currywurst-Wettessen einladen. Oder du wettest mit ihm, dass du in sechs Wochen mehr abnehmen kannst als er zunehmen kann. Hast du noch diese sprechende Waage?“

Uwe Becker nimmt die Wähler:innen der SPD in die Pflicht. Im FR-Interview erklärt er: „Die Wählerinnen und Wähler von Feldmann wurden getäuscht. Sie wollten keinen OB, der wegen Korruption angeklagt ist. Die OB-Wahl 2018 muss wiederholt werden.“

Frage FR: „Wieder mit Bernadette Weyland als CDU-Kandidatin?“ Antwort Becker: „Nein.“

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