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Römerbriefe: So wird das Sommerloch

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Was könnte im Sommerloch so passieren?
Was könnte im Sommerloch so passieren? © Renate Hoyer

In den nächsten Wochen bleiben knallharte Diskussionen über Anträge vielleicht aus. Es gibt trotzdem genug zu berichten. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: 317 Artikel über Feldmann in den vergangenen sechs Monaten. Haben wir es jetzt geschafft?

Leppert: Zumindest gibt es am Freitag Sommerferien.

Busch: Aber wir müssen ja trotzdem etwas schreiben,

Leppert: Es wird schon einige gute Themen geben.

Vier Mal werden wir noch wach, heissa, dann ist Sommerloch-Tag. Zumindest verabschieden sich unsere Politikerinnen und Politiker so langsam in den Urlaub. Was das für Sie heißt, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik? Nichts, Sie bekommen wie immer gute Geschichten aus dem Römer. Auch wenn die knallharten Diskussionen über Anträge, die Frankfurt verändern, in den nächsten paar Wochen vielleicht ausbleiben. Aber es wird weiterhin genug zu berichten geben. Und so wird es, das Sommerloch 2022…

Ende Juli: Peter Feldmann macht wieder von sich reden. Der Frankfurter Oberbürgermeister war mit seiner jüngsten Tochter in einer Metzgerei, in der die Wurstgarantie für Kinder gilt. Das Stück Gelbwurst hat aber mitnichten das Mädchen bekommen. Feldmann hat es selbst gegessen. „Jetzt reicht es – Rücktritt sofort“, sagt FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün. Die „Frau mit dem Schild“ meldet eine spontane Demonstration vor der Altstadt-Metzgerei an. Peter Feldmann veröffentlicht im Newsletter der Stadt Frage und Antwort zu diesem neuerlichen Skandal (Frage: „Hat die Wurst geschmeckt?“ Antwort: „Ein Endstück wäre mir lieber gewesen.“).

Anfang August: Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) postet auf Facebook ein Urlaubsfoto aus Rom, auf dem er zwischen vielen Touristinnen und Touristen Geld in den Trevi-Brunnen wirft. „Etablieren wir auch in Frankfurt, das Geld im Brunnen gehört der Stadt!“ Daraufhin entbrennt Streit in der Kommunalpolitik. Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) schreibt: „Spinnst du? Dann muss ich ja lauter Stadtpolizisten zum Bewachen abstellen, damit das Geld nicht aus dem Brunnen geklaut wird. Die brauche ich am Friedberger Platz.“ CDU-Parteichef Uwe Becker fordert, dass das Geld an die Kirche geht. „Das Geld in Rom gehört zwar der Stadt, sie muss es aber an die Kirche abgeben.“ Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), zuständig für den Rat der Religionen, will dann aber, dass nicht nur die Kirche Geld aus dem Brunnen bekommt. Bergerhoff löscht das Foto. Und schleicht nachts an den Trevi-Brunnen, um den Euro wieder herauszuholen. Man muss ja den Haushalt sichern. Auch den eigenen. Er wird von der Polizei festgehalten, die das Geld im Brunnen bewacht.

Ende August: Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) hat einen Platten am Fahrrad. Weil auf der Straße Glasscherben lagen. Er fordert daraufhin, dass die Stadt stärker gegen Glasscherben vorgeht. Alle Radstreifen helfen bei der Verkehrswende schließlich nichts, wenn man sich ständig einen Platten zuzieht. In der „Bild“-Zeitung bietet Peter Postleb Hilfe an. OB Peter Feldmann stellt ihn auf einer Pressekonferenz vor. FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün ist empört: „Schon wieder ein öffentlicher Auftritt des OB.“

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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