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Der Frühling kommt und mit ihm steigt die Reiselust. Und das Beste: Zu Ostern locken freie Tage.

Römerbriefe

Wir sind dann mal weg

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    Georg Leppert
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Nicht nur wir packen bald. Auch die Stadtregierung trifft Vorbereitungen für den Osterurlaub.

Göpfert: Ich bin dann mal weg.

Leppert: Moment mal, das geht aber nicht so einfach …

Göpfert: … wetten, dass?

Leppert: Du lässt mich also im schönsten Frühsommer alleine. Aber, mein Lieber: Ich fahr’ auch los!

Genau so ist es, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Manchmal gehen selbst wir als eingefleischte

Römer-Buddies getrennte Wege. Denn wir haben, das darf an dieser Stelle ruhig mal verraten werden, durchaus auch unterschiedliche Interessen.

Der eine wird den weiteren Weg von Eintracht Frankfurt bis zum Finale der Europa League auf das Engste begleiten. Der andere wird zur Frühjahrsbuchmesse nach Leipzig fahren und dort in das Getümmel der Lesungen und Buchpräsentationen eintauchen.

Wir nehmen uns dieses Recht einfach mal heraus. Man soll sich selbst einfach nicht zu wichtig nehmen. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt, dass die Kommunalpolitiker auch mal ganz gut ohne uns auskommen.

In Wahrheit treffen nämlich längst die Mitglieder der Stadtregierung hinter unserem Rücken die letzten Vorbereitungen für den Osterurlaub.

Den Oberbürgermeister zieht es ganz intensiv wieder wandernd in die Tiroler Berge, diesmal will Peter Feldmann mit der Wiederwahl im Rücken gleich drei Hütten an einem Tag machen – unklar ist noch, was Ehefrau Zübeyde und die Töchter davon halten.

Dass der Bürgermeister gerade die Ostertage in Israel verbringen wird, kann nun wirklich niemanden überraschen. Diesmal hat Uwe Becker angeblich sogar einen lange geplanten Truppenbesuch auf dem Programm, alles ist noch ziemlich geheim, wir halten sie aber auf dem Laufenden. Versprochen.

Die Kulturdezernentin strebt wieder nach Frankreich, in ihre zweite, gleichsam geistige Heimat. Und hat sich dabei vorgenommen, endlich einmal ein zentrales Werk der französischen Literatur anzugehen: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ vom unsterblichen Marcel Proust. Was sie aber keineswegs als ihren Kommentar zur praktischen Kulturpolitik in Frankfurt verstanden haben möchte.

Wie auch immer. Personaldezernent Stefan Majer wird natürlich in den Ferien wieder auf dem Fahrrad sitzen und ziemlich viele Kilometer zurücklegen. Denn erst in Bewegung kommt der Grüne tatsächlich zur Ruhe.

Dieses scheinbare Paradox gilt auch für den Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling. Nur dass der Sozialdemokrat einfach einen bodenständigen Typ verkörpert. Er löst sich nämlich alle paar Tage einmal ein Hessen-Ticket und fährt glücklich mit der Bahn ins Blaue hinein.

Sie sehen: Wir Römer-Reporter haben große Vorbilder, was den Urlaub angeht. Wir legen jetzt alles vertrauensvoll in die Hände der anderen Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Stadtredaktion der Frankfurter Rundschau mit Kommunalpolitik beschäftigen.

Da sind Sie nämlich, liebe Leserinnen und Leser – tatsächlich in sehr guten Händen.

Bis bald also.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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