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Römerbriefe: Schöne Worte

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Fehlte im Bildungsausschuss entschuldigt: Sylvia Weber.
Fehlte im Bildungsausschuss entschuldigt: Sylvia Weber. © peter-juelich.com

Wenn Dezernentinnen und Dezernenten Corona haben, braucht es ein paar kluge Sätze für die Ausschüsse. Wir liefern sie. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus

Busch: Wie geht’s dir?

Leppert: Jo. Läuft. Und dir?

Busch: Kann nicht mehr klagen.

Leppert: Gut, dann hätten wir das ja geklärt.

Wir sind wieder fit, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Kein Corona mehr. An dieser Stelle schönen Dank an Sie für die vielen Genesungswünsche, an Özlem Türeci und Ugur Sahin für den milden Verlauf und an Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne), der uns damals gesagt hat: „Wenn ich euch nicht zwei Tage nach der Freigabe für eure Priorisierungsgruppe im Impfzentrum sehe, dann gibt es bei jeder Verwendung meines Namens in den Römerbriefen eine Unterlassungsklage ...“ Na gut, so war es nicht, unsere Impfmotivation war immer hoch, aber das Zentrum in der Festhalle hatte echt Charme.

Aber genug von uns. Auch viele unserer Politiker:innen haben sich das verdammte Virus eingefangen. Darunter Dezernentinnen und Dezernenten. Die können dann natürlich nicht in die Ausschüsse der Stadtverordneten kommen. Zuletzt fehlte deshalb Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Es war aber auch niemand sonst vom Dezernat da, und das fanden einige Stadtverordnete nicht gut. Zumal auch Bürger:innen gekommen waren, die sich über jemanden aus Webers Büro bestimmt gefreut hätten.

Das ist natürlich eine kniffelige Lage. Auf der anderen Seite ist der Wunsch, dass zumindest ein Referent oder eine Referentin im Ausschuss aufschlägt, verständlich. Schließlich fehlt der Veranstaltung so ganz ohne Präsenz des Dezernats der Reiz. Auf der anderen Seite können die Stellvertreter:innen in blöde Situationen kommen – wenn dann plötzlich scharf diskutiert wird und sie die Politik ihrer Chefin oder ihres Chefs vertreten sollen. Das ist nicht ihre Aufgabe.

Vorlagen für die Stadtregierung

Wir hätten da einen Ausweg. Wir liefern hier kostenlos Sätze, die die Referent:innen im Ausschuss sagen können, wenn ihre Chef:innen ausfallen. Vermutlich ist danach Ruhe. Ansonsten können sie ja behaupten, wir hätten die dämliche Vorlage geliefert. Los geht’s.

„Liebe Freund:innen der Verkehrswende, ich mag euch, aber wenn ihr für einen Appel und ein Ei U-Bahn fahren wollt, dann besprecht das mit den Leuten, die euch das im Wahlkampf versprochen haben. Sofern die in meiner Partei sind, gebe ich euch auch die Telefonnummern“ (Verkehrsdezernent Stefan Majer, vorgetragen von Referent Wolfgang Siefert).

„Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen“ (Bildungsdezernentin Sylvia Weber auf die Frage, wo die Europäische Schule gebaut werden soll, vorgetragen von Referentin Jetta Lüdecke).

„Netter Versuch“ (Kämmerer Bastian Bergerhoff auf die Frage eines als Bürgers getarnten FR-Reporters, ob er wirklich bei der nächsten OB-Wahl für die Grünen antritt, vorgetragen von Pressesprecher Günter Murr).

„Ey, Nico Wehnemann, verflucht, ich weiß doch auch nicht, warum das beschissene Internet nicht funktioniert“ (Digitaldezernentin Eileen O’Sullivan, vorgetragen von niemandem, weil ihre Büroleiterin Ronja Merkel gekündigt hat).

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe

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