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Römerbriefe: Prost!

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) ist dankbar für ein Gesprächsangebot von Radeberger.
Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) ist dankbar für ein Gesprächsangebot von Radeberger. © peter-juelich.com

Kein Bier mehr aus Frankfurt? Wir haben Vorschläge, wie die Wirtschaftsdezernentin die Binding-Brauerei retten kann. Die Kolumne aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Wo warst du, als du erfahren hast, dass Binding Frankfurt verlässt?

Leppert: In der Redaktion, ich habe darüber geschrieben.

Busch: Wie unromantisch. Ich war in einer Kneipe. Jedenfalls behaupte ich das.

Leppert: Und sag bitte dazu, dass du daraufhin gleich vier bis acht Binding-Pils getrunken hast.

Prost, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Oder auch: Prost, Mahlzeit. Radeberger will das Binding-Bier nicht mehr in Frankfurt brauen. 150 Jobs stehen auf der Kippe. Und unser Binding soll künftig vermutlich aus Nürnberg kommen. Na, super. Freuen wir uns demnächst auf Apfelwein aus Hamburg und Grie Soß aus Athen.

Jetzt ist natürlich die Wirtschaftsdezernentin gefragt. Aber bisher kam uns Stephanie Wüst in dieser Frage etwas zurückhaltend vor. Wir haben sie ja angerufen, als die Entscheidung bekanntwurde. Da hatten wir mit Zitaten gerechnet wie: „Ein Skandal! Das geht gar nicht! Schämt euch, Radeberger! Binding bleibt!“ Gesagt hat sie: „Wir sind dankbar für das Gesprächsangebot von Radeberger. Und wir sind dankbar, dass wir von der Entscheidung vor der Veröffentlichung in der Presse erfahren haben.“ Um mal einen ganz plumpen Spruch zu bringen: Von einer Dezernentin, die einen Husky besitzt, hätten wir etwas mehr Biss erwartet.

Aber da kann ja noch etwas kommen. Und hier sind sie, unsere völlig absurden Vorschläge, wie Stephanie Wüst Binding in Frankfurt rettet:

Wüst bietet Binding einen Exklusivvertrag für das Pressefest an. Das endet dann weiterhin um halb zehn, aber nicht um halb zehn abends, sondern um halb zehn am nächsten Morgen. Die 100 anwesenden Journalist:innen verpflichten sich, jeweils zwei Liter Binding zu trinken. Wer es nicht schafft, muss im folgenden Jahr die Festrede halten.

Wüst führt Trinkspiele im Stadtparlament ein. Wer in der Fragestunde eine Frage an Dezernentin oder Dezernent der eigenen Partei stellt, muss ein Binding trinken. Wer die Redezeit überzieht, muss ein Binding auf ex trinken. Wer etwas Positives über OB Peter Feldmann (SPD) sagt, muss sich nach Ende der Sitzung zum Binding-Wetttrinken bei Nico Wehnemann (Die Partei) melden.

Wüst führt Freibier bei Wahlen ein. Wer mit seiner Wahlbenachrichtigung im Wahllokal erscheint, kann so viel Binding trinken, wie er oder sie will. Das soll nicht nur Binding retten, sondern auch massiv die Wahlbeteiligung steigern. Und die ist gerade für die nächste Wahl dringend nötig: den Bürgerentscheid zur Zukunft von OB Peter Feldmann. Wilde Gelage spielen sich dann in den Wahllokalen am 6. November ab. Allerdings: Die Wähler:innen haben das Bier vor dem Urnengang bekommen. In die Wahlkabine schaffen es die wenigsten. Wahlbeteiligung bei drei Prozent, der Oberbürgermeister bleibt, aber Binding ist gerettet.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter: www.fr.de/roemerbriefe

Binding retten in der Kneipe.
Binding retten in der Kneipe. © privat

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