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Römerbriefe: Plötzlich reich

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Hat 150 Millionen Euro mehr in der Kasse: Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff.
Hat 150 Millionen Euro mehr in der Kasse: Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff. © Renate Hoyer

Bastian Bergerhoff findet 150 Millionen Euro – wir sagen ihm, wie er sie ausgeben könnte. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.

Busch: Was würdest du mit 150 Millionen Euro machen?

Leppert: Das übersteigt meine Vorstellungskraft.

Busch: Na gut. Was würdest Du mit 150 Euro machen?

Leppert: Das kann ich sagen. Ich würde mir das neue Eintracht-Trikot kaufen. Und zwei Nussecken.

Wir sind reich, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Also nicht wir beide persönlich. Sondern die Stadt Frankfurt. Und auch das stimmt nur bedingt. Aber immerhin: Statt mit einem Minus von 100 Millionen Euro (wie es im Haushalt steht) hat die Kommune das vergangene Jahr mit einem Plus von 50 Millionen Euro abgeschlossen. Man könnte auch sagen: Kämmerer Bastian Bergerhoff, der diese Zahlen in dieser Woche bekannt gab, hat irgendwo 150 Millionen Euro gefunden. In Zahlen: 150 000 000 Euro. Das ist eine Stange Geld.

Jetzt ist natürlich die Frage: Was macht man damit. Bergerhoff will davon Rücklagen bilden und weniger Schulden als geplant. Ja, kann man machen, ist aber langweilig. Und Zinsen gibt es auch keine, hingegen sind Kredite echt günstig. Hat Bergerhoff bei der Pressekonferenz selbst gesagt und einen Spruch über seinen Amtskollegen aus Mainz gemacht, weil der mit den Biontech-Milliarden Kredite abbezahlen will. Aber das ist eine andere Geschichte.

Natürlich könnte Bergerhoff auch alle Dezernentinnen und Dezernenten zusammenrufen und neu verhandeln: Wer muss wie viel sparen? Aber das ist nur nervig, und wenn man irgendwo 150 Millionen findet, will man keinen Stress, sondern etwas Schönes unternehmen.

Deshalb unsere Idee: Die Stadt Frankfurt kauft sich von dem vielen Geld etwas Einmaliges. Sie gibt es einfach aus. Für etwas ganz Tolles, was die Bürgerinnen und Bürger glücklich macht und worüber alle sprechen. Hier kommen unser Vorschläge.

Bastian Bergerhoff holt für die Eintracht die „Büffelherde“ zurück. Was waren das Zeiten. Luka Jovic, Sebastian Haller und Ante Rebic im Sturm. West Ham hätte heute Abend keine Chance. Sind nicht ganz billig, die Spieler. Aber wir sind ja reich.

Eine Peter-Feldmann-Rakete

Bergerhoff kauft eine Rakete. Denn Hessen investiert ja jetzt ins Weltall. Eine eigene Raumfahrtstrategie hat die Landesregierung beschlossen. Und was wäre schöner, als wenn die erste deutsche Rakete auf dem Mars den Namen „Peter Feldmann 1“ trüge.

Bergerhoff baut ein London Eye. Ein Frankfurt Eye natürlich. Das größte Riesenrad Europas. Es wird auf dem gesperrten Mainkai errichtet. Und weil wir das größte Riesenrad Europas haben, brauchen wir die Dippemess nicht mehr. Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) kann sich dann aussuchen, welche Schule sie auf dem Festplatz am Ratsweg bauen will.

Bergerhoff lässt eine Kleine Meerjungfrau aus Bronze anfertigen. Das Meer ist zwar ziemlich weit weg von Frankfurt, aber mit dem Klimawandel wird sich das ja sicher ändern. In ein paar Jahrzehnten ist das Meer vor den Stadttoren angelangt und wir haben bereits eine Meerjungfrau. Es sei denn: Wir stecken die 150 Millionen Euro in den Klimaschutz.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe

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