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Römerbriefe: Plakate für den Wahlkampf

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Das waren noch Zeiten in der Frankfurter SPD.
Das waren noch Zeiten in der Frankfurter SPD. © Christoph Boeckheler

Am 6. November stimmt Frankfurt über Peter Feldmann ab. Vorher erwarten uns spannende Botschaften auf den Straßen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Setzt du beim Roulette auf Rot oder auf Schwarz?

Leppert: Dass man bei diesem Spiel eine Gewinnchance von 50 Prozent hat, ist ein weitverbreiteter Irrtum, weil man bedenken muss, dass die Null keiner der genannten Farben angehört.

Busch: Okay, andere Frage: Filip Kostic oder Ansgar Knauff?

Leppert: Das Flügelspiel der Eintracht hat in den vergangenen Jahren generell…

Eigentlich ist es ja ganz einfach, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Am 6. November sollen die Frankfurter:innen darüber abstimmen, ob Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) abgewählt wird. Ja oder Nein? Hopp oder Top? Gehen oder bleiben? So leicht ist das. Allerdings nicht für die Linke. Die will sich nämlich nicht festlegen – und trotzdem beim Wahlkampf mitmachen. Mit politischen Inhalten.

Nun mögen wir politische Inhalte sehr, aber am 6. November geht es nun mal um die Person Peter Feldmann. Und wir stellen uns auch die Wahlplakate etwas schwierig vor. Da steht dann als Slogan: „Wählen Sie Feldmann ab, oder lassen Sie es bleiben, aber die Mieten sind zu hoch!“ Oder: „Feldmann ist uns ganz egal – der ÖPNV muss kostenlos werden!“ Funktioniert irgendwie nicht so gut. Aber dem Kreisvorsitzenden Axel Gerntke wird schon noch etwas einfallen.

Und überhaupt: Die anderen Parteien müssen auch erst einmal etwas abliefern. Am heutigen Donnerstag wollen sie sich treffen, und vielleicht gibt es danach schon ein gemeinsames Konzept für den Wahlkampf. Vielleicht aber auch nicht. Gut möglich, dass vor dem Bürgerentscheid jede Partei ihre eigene Kampagne macht. Und das sieht dann womöglich so aus…

Die Grünen drucken Plakate mit den Fotos von Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner. Darunter steht der Slogan: „Eine Frau wäre eh besser.“

Die CDU überlässt den Wahlkampf weitgehend der Jungen Union. Deren Kreisvorsitzender Leopold Born ist immer noch begeistert vom Erfolg seiner Online-Petition zum Rücktritt Feldmanns. Auf Plakaten heißt es deshalb: „Geil: Fast 11 000 Unterschriften gegen Feldmann – wenn alle zur Wahl gehen (dürfen), fehlen nur noch 142 000 Stimmen!!!“

Die SPD zeigt ein Foto ihres Führungspersonals von 2010 mit Feldmann – aufgenommen knapp zwei Jahre vor Feldmanns Wahlsieg. Dazu der Slogan: „SPD Frankfurt: Besonders dankbar waren wir noch nie!“

Für die FDP gestaltet Fraktionschef Yanki Pürsün die Wahlplakate. Auf jedem Motiv wird eine seiner Fragen zum AWO-Skandal abgedruckt. Selbst die Mainzer Landstraße ist zu kurz für die ganzen unterschiedlichen FDP-Plakate.

Volt setzt auf Basisdemokratie. Die Partei lässt „Die Frau mit dem Schild“ das Plakat gestalten. Auf ihrer traditionellen Mittwochsdemonstration lässt sie alle Teilnehmenden über das Motiv abstimmen. Der Spruch „Feldmann-Rücktritt jetzt“ bekommt sechs Stimmen. Für „Treten Sie zurück, Peter Feldmann“ stimmen die übrigen drei Demonstrant:innen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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