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Römerbriefe: Perfekte Wahlplakate

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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CDU-Parteichef Uwe Becker vor dem Frankfurter Römer.
CDU-Parteichef Uwe Becker vor dem Frankfurter Römer. © Uwe Becker

CDU-Chef Becker hat ein gutes Foto zum Werben bei einer OB-Wahl – wir haben noch für andere Kandidatinnen und Kandidaten Ideen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Wen hättest du bei der Bundestagswahl 1982 gewählt?

Busch: Da war ich neun.

Leppert: Aber wen hättest du gewählt?

Busch: Vermutlich Helmut Kohl. Weil er das schönste Wahlplakat hatte.

Uwe Becker hat getwittert, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Gut, das macht der Frankfurter CDU-Chef häufiger, aber dieses Mal haben wir uns seinen Tweet lange angeschaut. Lesen brauchten wir nicht viel, es stand lediglich „Guten Morgen Frankfurt“ dort. Aber da war dieses Foto. Ein Foto von ihm. Er auf dem Römerberg. Becker im Vordergrund, in weißem Hemd und blauer Anzugsjacke. Ein ganz leichtes Lächeln, aber ein fester, ernster Blick. Im Hintergrund ist der Römer mit den wehenden Europa-, Deutschland-, Hessen- und Frankfurt-Fahnen zu sehen. Staatstragend. Und warum haben wir uns dieses Foto so eingehend angesehen? Weil es ein super Wahlplakat wäre. Perfekt für eine Oberbürgermeisterwahl zum Beispiel.

Und völlig abwegig ist es ja nun nicht, dass eine solche Wahl in naher Zukunft die Frankfurter:innen erwartet. Vielleicht tritt OB Peter Feldmann (SPD) ja doch noch zurück. Vielleicht findet ein Bürgerentscheid statt, und er wird abgewählt. Jedenfalls müsste dann spätestens vier Monate nach Freiwerden der Stelle neu gewählt werden. Und es machen sich ja auch schon alle Gedanken darum, wer wen ins Rennen um den Posten mit der goldenen Amtskette schicken könnte. Da sollte auch schon mal über Wahlplakate nachgedacht werden. Und falls die Parteien das noch nicht gemacht haben – wir helfen gerne mit ein paar Ideen.

Uwe Becker: Der CDU-Chef hat zwar schon ein perfektes Wahlplakat vorgelegt, das Entscheidende fehlt aber noch: die Beschriftung. Ganz sicher muss dort stehen: „Ich will da rein!“

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne): Der Römer ist zu sehen. NEG steht am Fenster ihres Büros und winkt. Das Büro liegt genau über dem Dienstzimmer des Oberbürgermeisters. NEG trägt die Amtskette. Die silberne. Zu lesen ist: „Ich bin schon drin.“ Sobald die Plakate aufgehängt werden, tauchen in der Stadt vereinzelt weitere Grünen-Plakate auf. Mit Kämmerer Bastian Bergerhoff in seinem Dienstzimmer. Darauf steht: „Ich auch.“

SPD-Chef und Sportdezernent Mike Josef: Er steht auf dem Römer-Balkon. Umgeben von Eintracht-Spielern. Trainer und Kapitän halten den Europapokal. Geschrieben steht: „Der Sozialdemokrat, der die Namen aller Eintracht-Spieler fehlerfrei aufsagen kann. 0177-11 22 33 44.“ Die Bürger:innen können sich unter der Nummer überzeugen, dass dieser OB die Namen richtig hinbekäme. Vorwärts, rückwärts und mit Rückennummer.

FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün: Er steht im Boxring. In Siegerpose. Vor ihm liegt der grauhaarige Gegner am Boden, K.o. „Jetzt will ich ins Amt, dafür lasse ich das mit den Anfragen sein.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): Ein Bild mit Amtskette, der goldenen, logisch. Es muss gar kein neues Foto gemacht werden, es gibt Trilliarden zur Auswahl. Schriftzug darauf: Peter Feldmann (Linke).

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das

aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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